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Im Land Bremen war 2025 mehr als jeder vierte Haushalt (27 Prozent) einkommensarm. Die Armutsgrenze liegt laut EU-Standard bei 60 Prozent des mittleren gewichteten Einkommens: 2025 lag das mittlere Einkommen bei 2.688 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt, die Armutsgrenze damit bei 1.446 Euro. Einem Anteil von 27 Prozent einkommensarmer Haushalte entsprechen rund 187.000 Armutsbetroffene im Land Bremen.
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In Bremen sind besonders viele Kinder von Armut betroffen, was ihr Aufwachsen durch viele Benachteiligungen und Einschränkungen erschwert. Insbesondere, weil jedes fünfte Kind in einem Haushalt aufwächst, in dem keine erwerbstätige Person lebt. In vielen Bundesländern ist rund jedes zehnte Kind in dieser sozialen Lage, in Baden-Württemberg und Bayern lediglich jedes 20. Kind. Im Vergleich zu 2022 ist der Anteil an Kindern in einem Haushalt ohne erwerbstätige Person in fast allen Bundesländern gestiegen.
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Im Vergleich der Bundesländer gelten in Hamburg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern zwischen acht und zehn Prozent der Bevölkerung als reich – gemessen am Einkommen. In Bremen ist der Anteil der Einkommensreichen mit fast acht Prozent nur geringfügig kleiner. Als einkommensreich gelten Personen und Haushalte, die 2024 mehr als 200 Prozent über dem nationalen mittleren Monatseinkommen von 2.213 Euro (netto) für einen Ein-Personen-Haushalt liegen. Das waren im selben Jahr alle Haushalte mit einer alleinwohnenden Person, die mehr als 4.426 Euro für sich allein zur Verfügung hatten. Es ist jedoch realistischer, Personen, die für sich allein über diese Summe pro Monat verfügen können, als wohlhabend zu charakterisieren. Wirklicher Reichtum ist kaum allein über ein gutes Einkommen zu erreichen, sondern vor allem über Vermögen (Immobilien, Aktien, Unternehmen).
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Der Großstädtevergleich zeigt, dass in den wachsenden und besonders wohlhabenden Städten wie Frankfurt am Main, Nürnberg, München und Stuttgart jede*r zweite Einwohner*in eine Migrationsgeschichte hat. Auch hat sich der Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte in den letzten Jahren in allen Großstädten mit über 500.000 Einwohnenden erhöht, gerade auch in Bremen. Dennoch liegt Bremen ungefähr im Mittelfeld – deutlich niedrigere Anteile kennzeichnen ostdeutsche Großstädte wie Leipzig und Dresden.
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Die Angebotsmieten sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven wurden 2023 Mietwohnungen im Schnitt 40 Prozent teurer angeboten als noch 2014. Im gleichen Zeitraum sind die Einkommen nur um etwa 20 Prozent gestiegen. Bezahlbaren Wohnraum zu finden wird somit immer schwieriger. Dies betrifft in besonderem Maße junge Menschen, da diese besonders häufig umziehen. Gleichzeitig haben sie meist noch geringe Einkommen. Für Auszubildende, Studierende, aber auch junge Familien und alle anderen, die eine neue Wohnung finden müssen, wird die Miete zunehmend teuer.
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Wohnen ist für viele Menschen im Land Bremen zu teuer. Zwar gelten Bremen und Bremerhaven im Vergleich zu anderen Städten wie Hamburg oder Berlin als günstig. Dennoch zahlen in Bremen 33 Prozent und in Bremerhaven 24 Prozent der Mieterhaushalte mehr als 40 Prozent des Nettohaushaltseinkommens für ihre Warmmiete. Dieser Grenzwert von 40 Prozent gilt nach EU-Definition als maximal vertretbare Belastung durch warme Wohnkosten. Bei einem höheren Wert droht Wohnarmut. Insbesondere Haushalte mit geringen Einkommen sind davon betroffen. Unter den ärmsten 20 Prozent der Mieterhaushalte zahlen in Bremen acht von zehn und in Bremerhaven sieben von zehn mehr, als sie sich leisten können – während wohlhabendere Haushalte nur selten betroffen sind. Die aktuelle Studie zur Mieter- und Eigentümerbefragung 2024 finden Sie als Download im beigestellten Infokasten.
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Dass ärmere Haushalte besonders unter ihren Wohnkosten leiden, zeigt sich in der Stadt Bremen auch räumlich. In Stadtteilen mit einem hohen Anteil armer Menschen sind die Belastungsquoten besonders hoch: So sind in Woltmershausen 58 Prozent der Mieterhaushalte zu stark belastet. Auch in Burglesum, Huchting und Gröpelingen trifft dies auf etwa die Hälfte der Haushalte zu. Auf der anderen Seite sind in den wohlhabenden Stadtteilen nur wenige Haushalte betroffen. In der Östlichen Vorstadt sind nur etwa 17 Prozent, in Schwachhausen etwa 19 Prozent der Haushalte zu stark belastet. In Bremerhaven gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Der Anteil zu hoch belasteter Haushalte liegt zwischen 23 Prozent (Geestemünde) und 32 Prozent (Mitte).
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Referent für kommunale Sozialpolitik

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Dr. Dominik Santner
Referent für Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik



