Schwanger - und jetzt?

So kannst du die Ausbildung in Ruhe abschließen

Wer während der Ausbildungszeit ein Kind erwartet, steht vor neuen Herausforderungen. Wie sich diese meistern lassen.

Ganz wichtig: Dein Arbeitgeber darf dich wegen deiner Schwangerschaft nicht kündigen. Denn auch für Auszubildende gelten die Regeln des Mutterschutzes. Daraus ergeben sich viele weiter Vorteile zum Schutz von Mutter und ungeborenem Kind.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Mutterschutz haben wir hier zusammengestellt.


So muss dir dein Arbeitgeber zum Beispiel bezahlte Freizeit für die Voruntersuchungen bei einer Frauenärztin, einem Frauenarzt oder einer Hebamme gewähren. Dabei musst du zwar Rücksicht auf die betrieblichen Belange des Arbeitgebers nehmen und den Termin möglichst außerhalb der Arbeitszeit legen. Ist das nicht möglich, so muss der Arbeitgeber dich unter Fortzahlung des Gehaltes freistellen. Es ist nicht nötig, dass du diese Zeiten vor- oder nacharbeitest.

Außerdem darfst du nicht mehr jeder Tätigkeit nachgehen. So ist zum Beispiel Nachtarbeit nicht mehr erlaubt, du darfst nicht schwerer als fünf Kilogramm heben und auch die Arbeit mit bestimmten Chemikalien ist verboten. Aus all diesen Gründen ist es sinnvoll, den Arbeitgeber relativ früh über die Schwangerschaft zu informieren.

Ab sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bist du dann bis acht Wochen nach der Geburt des Kindes von der Arbeit freigestellt. 

Kinderbetreuung und Elternzeit -  wie der Wiedereinstieg nach der Geburt gelingt

Das A und O, um Ausbildung und Kind unter einen Hut zu bringen, ist eine gute Kinderbetreuung. Gut zu wissen: Jedes Kind ab einem Jahr hat einen Rechtsanspruch auf vier und mehr Stunden Betreuung, und auch für jüngere Kinder kann dieser Rechtsanspruch gelten, wenn du in Ausbildung bist und gleich nach dem Mutterschutz wieder einsteigen willst. Es gibt in Bremen und Bremerhaven eine breite Palette von Möglichkeiten, sein Kind gut betreut zu wissen. Informiere dich am besten schon während der Schwangerschaft, welches Angebot das passende für dich ist und wie du dein Kind dort anmelden.

Mehr Informationen zur Kinderbetreuung findest du für Bremen hier und für Bremerhaven hier.

Wer nicht gleich wieder einsteigen will oder wer die Lücke bis zum Beginn der Kinderbetreuung überbrücken muss, kann auch die Elternzeit in Anspruch nehmen. Sie steht allen Mütter und Väter mit Arbeitsverhältnis für die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu, auch Azubis!

Nach der Elternzeit kannst du die Ausbildung wieder aufnehmen und zu Ende führen. Du kannst nach dem Gesetz bis zu drei Jahre Elternzeit beanspruchen. Das wäre für eine Ausbildung aber eine lange Unterbrechung. Deshalb überlege dir gut, wie viel Zeit du brauchst. Auch hier ist es wichtig, dass Du Dich rechtzeitig informierst und frühzeitig mit Deinem Arbeitgeber absprichst, wann Du die Ausbildung wieder aufnehmen willst. Gut ist auch, wenn du während der Elternzeit den Kontakt zu deinem Betrieb und zur Berufsschule hältst, damit du auf dem Laufenden bleibst.

Da Du während der Elternzeit keine Vergütung beziehungsweise Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber bekommst, kannst Du für die ersten zwölf Lebensmonate Deines Kindes Elterngeld beantragen. 

Möchtest Du mehr über Regelungen zur Elternzeit wissen? Dann informiere Dich hier.

Möchtest Du mehr über das Elterngeld und den Elterngeldantrag erfahren? Dann informiere Dich hier.

Vollzeit- oder Teilzeitausbildung?

Mit einer guten Kinderbetreuung kannst du deine Ausbildung ganz normal fortsetzen. Wenn dir eine Berufsausbildung in Vollzeit mit Kind aber zu viel wird, gibt es auch die Möglichkeit, in Teilzeit weiterzumachen. Ganz egal, um welchen Beruf es geht, grundsätzlich ist Teilzeitausbildung immer möglich.

Die Regelung einer Berufsausbildung in Teilzeit soll vor allem jungen Müttern und Vätern (aber auch pflegenden Auszubildenden) die Möglichkeit geben, einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu erlangen.

Derzeit gibt es zwei Teilzeitvarianten, die von den (Bremer) Betrieben vorgesehen sind:

  • Die wöchentliche Ausbildungszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 25 und maximal 30 Wochenstunden. Das ist sogar möglich, ohne dass sich die gesamte Ausbildungsdauer verlängert. (Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit)
  • Die wöchentliche Ausbildungszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt weniger als 25 Wochenstunden. Dann verlängert sich die gesamte Ausbildungsdauer, längstens aber um ein Jahr. (Teilzeitausbildung mit Verlängerung der Ausbildungszeit)

Für die Kinderbetreuung musst du wissen: In der Berufsschule gibt es keine Teilzeitregelung, der Unterricht findet also in vollem Umfang statt. Meist lassen sich aber mit der Schule und den Lehrkräften Absprachen treffen, wie sich die Unterrichtszeiten am besten mit den Kinderbetreuungszeiten vereinbaren lassen.

Genauere Informationen zur Teilzeitausbildung findest Du hier.

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung für eine Teilzeitausbildung ist niedriger als bei Vollzeit. Du kannst deshalb Unterstützung bei unterschiedlichen Behörden beantragen. Mit Kind in der Ausbildung hast du zum Beispiel einen Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe, die man von der Agentur für Arbeit bekommt. Lass dich dazu am besten beraten, gerne auch bei uns in der Arbeitnehmerkammer.

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