Zukunftsbranche Sozialwirtschaft

Beschäftigungsmotor und wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bremen

Die Sozialwirtschaft in Bremen wächst dynamischer als andere Bereiche. Das zeigt eine aktuelle Studie, die das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen durchgeführt hat. Inzwischen arbeiten rund 41.200 Menschen in der Sozialwirtschaft, das ist jeder achte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Land Bremen. Sie übernehmen in der Kommune und für die Menschen Betreuungs- und Versorgungs- sowie sozialpädagogische Bildungs-und Pflegeaufgaben.

Foto: Jonas Ginter

Mit diesen sozialen Dienstleistungen ermöglichen die Beschäftigten eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gute Pflege sowie die Integration von Zugewanderten in Schule und Beruf. Die Studie zeigt außerdem, dass die Sozialwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region ist. Soziale Dienstleistungen tragen mit einer direkten und indirekten Wertschöpfung von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr erheblich zur Stärkung der Regionalwirtschaft bei.

Zur Sozialwirtschaft gehören so unterschiedliche Teilbereiche wie Kitas, Horte und Jugendhäuser, Einrichtungen der Altenpflege und Behindertenhilfe, die Migrations- und Flüchtlingsarbeit sowie der große Bereich der Gesundheitsdienstleistungen (Krankenhäuser). Aber auch kleinere Beschäftigtenbereiche, wie etwa sozialpädagogisches Personal in Schulen und an Hochschulen, oder Personal in der Schuldnerberatung und Wohnungslosenhilfe. Getragen wird der stetig steigende Beschäftigtenbedarf vor allem durch die Pflege und verbesserte Betreuungsangebote für (Schul-)Kinder. So werden heute in Bremen und Bremerhaven rund 6.500 Kinder mehr betreut als noch vor zehn Jahren.

Durch das dynamische Wachstum ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Sozialwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent auf mittlerweile 41.200 gestiegen. Damit ist die Sozialwirtschaft deutlich beschäftigungsintensiver als zum Beispiel das Bau- (13.256) oder Gastgewerbe (10.060)- und hinsichtlich der Zahl der Beschäftigten - annähernd so groß wie die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie zusammen (43.744). Auch werden in der Studie sogenannte indirekte Beschäftigungseffekte errechnet, die durch Konsum und Investitionen ausgelöst werden und für weitere rund 11.000 Stellen sorgen. Aus den Beschäftigungszahlen der Sozialwirtschaft lassen sich außerdem Steuereinnahmen in Höhe von 233 bis 268 Millionen Euro für das Land Bremen ableiten.

Hoher Kosten- und Zeitdruck - Personal wird knapp

Neben diesen vielen positiven Befunden wirkt sich ein steigender Kostendruck jedoch negativ auf die Arbeitsbedingungen und Verdienste aus. Gestiegen ist in den zurückliegenden zehn Jahren der Anteil von Teilzeitbeschäftigten von 34 auf 57 Prozent und 4.500 Beschäftigte arbeiten in Minijobs. Die Einkommen für diese wichtigen Berufen liegen nach wie vor unter dem Durchschnitt, auch wenn sich seit 2015 ein leichter Aufholprozess abzeichnet. Viele Beschäftigte in der Studie sprechen über eine hohe Arbeitsintensität und beträchtliche Personalengpässe. Dies deckt sich auch mit den Ergebnissen der Beschäftigtenbefragung der Arbeitnehmerkammer. Betroffen davon sind in erster Linie Frauen, denn in der Sozialwirtschaft sind drei von vier Beschäftigten weiblich.

Der Fachkräftemangel in den sozialen, pflegerischen und Erziehungsberufen droht, das erfreuliche Wachstum der Branche auszubremsen und stellt eine ausreichende Versorgung mit sozialen Dienstleistungen in Frage. Die Zahl der offenen Stellen ist deutlich angestiegen. Nahezu alle Bereiche verzeichnen längere Phasen, bis eine Stelle besetzt werden kann. An einer deutlichen Aufwertung der sozialen Berufe geht kein Weg vorbei. Die öffentlich Hand, die den überwiegenden Teil der Sozialwirtschaft finanziert, hat hier steuernde Möglichkeiten, die genutzt werden müssen.

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  • Sozialwirtschaft im Land Bremen - Starkes Beschäftigungswachstum bei zunehmend schwierigen Arbeitsbedingungen

    Erschienen in: Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2020

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  • Sozialwesen: ein rasant wachsender Wirtschaftszweig

    DIW Wochenbericht - Heft 16 | 2018

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