Gesundheitswirtschaft in Bremen

Die Gesundheitswirtschaft gilt als dynamischer Wachstumsbereich mit hoher volkswirtschaftlicher und beschäftigungspolitischer Bedeutung. Bundesweit ist die Gesundheitswirtschaft mit einem Anteil von rund 12 Prozent am Bruttosozialprodukt und nahezu sieben Millionen Beschäftigten ein relevanter wirtschaftlicher und arbeitsmarktpolitischer Faktor.

Auch im Land Bremen trägt die Gesundheitswirtschaft mit ihren direkten und indirekten Effekten zur Stärkung der Regionalwirtschaft bei. So sind rund 61.000 Menschen in dieser Branche tätig, davon die große Mehrheit mit über 49.000 als sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Zudem arbeiten mehr als 8.000 Menschen in Minijobs. Damit ist die Wirtschaft im Land Bremen mit rund 15 Prozent der Erwerbstätigen stark von der Gesundheitswirtschaft geprägt.

Viele Leistungen und Angebote der Gesundheitswirtschaft sichern die gesundheitliche, pflegerische oder psychosoziale Begleitung, Betreuung und Versorgung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen und Lebensphasen. Diese Kernbereiche der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung erzeugen als standortgebundenen Dienstleistungen besonders hohe Beschäftigungseffekte und tragen zur Lebensqualität im Land Bremen bei.

Darüber hinaus gelten Medizintechnik, Biotechnologie und Life Sciences als innovations- und investitionsrelevante Geschäftsfelder. 

Die Arbeitnehmerkammer hat vor diesem Hintergrund eine Branchenanalyse beim Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen in Auftrag gegeben. Ziel war es, die regionalwirtschaftliche Bedeutung zu untersuchen, um mögliche Weiterentwicklungen zu initiieren.

So entwickelt sich die Medizintechnik ebenso wie unterstützende Systeme durch neue Möglichkeiten der Digitalisierung. Potenziale bestehen auch im medizinisch-technologischen Bereich.

Der Trend zur Ambulantisierung der Pflege betrifft vor allem die Altenpflege. In dem komplexen Markt von Wohnen, haushaltsnahen Dienstleistungen, medizinischer und pflegerischer Versorgung werden auch künftig mehr Arbeitsplätze entstehen, auch neue Berufe und neue und innovative Versorgungslösungen werden gefragt sein.

Neben dem politischen Gestaltungsauftrag in diesem Feld, ist der „Faktor Arbeit“ in der Gesundheitswirtschaft der neuralgische Punkt. Ein Großteil der versorgenden Dienstleistungen wird finanziert durch die Kranken- oder Pflegeversicherung – und durch unmittelbare Eigenleistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im Vergleich zu anderen Branchen wird das Gesundheitswesen daher oft lediglich als Kostenfaktor gesehen. Am Ende sollen Lohnnebenkosten begrenzt werden, Kostendeckelungen und Kostenverschiebungen – häufig zulasten von Beschäftigten – sind die Folge. Zurecht sind die Arbeitsbedingungen im versorgenden Teil der Gesundheitswirtschaft daher immer wieder in der Kritik, denn der Kostendruck wird weitergegeben an die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Geringe Tarifbindung, nachhängende Entwicklung bei den Gehältern in vielen Berufen, Berufsflucht und Fachkräftemangel bieten aber gerade keine Grundlage für eine zukunftsfeste Entwicklung.

Bleiben die Arbeitsplätze in der Altenpflege, den Therapieberufen, im Krankenhaus oder den Praxen unattraktiv, so ist nicht nur die Gesundheitsversorgung gefährdet, sondern zugleich auch der wirtschaftliche Betrieb. Bereits heute zeigen Aufnahmestopps in Pflegeheimen oder überlange Wartezeiten in Praxen und Ambulanzen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Versorgung aber auch Arbeitsbedingungen und Beschäftigung in sehr engem Zusammenhang stehen. Gute Arbeit ist dabei wesentlich für die Gewinnung von Nachwuchs, für das Gewinnen und Halten von Fachkräften bis zu deren Rente.

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  • Gesundheitswirtschaft in Bremen - Befunde und Perspektiven

    Eine Studie des Instituts Arbeit und Technik im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen, März 2018

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