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Vereinbarkeit und Kinderbetreuung

Der bundesweite Ausbau erfolgt in immer kleineren Schritten – im Bundesland Bremen gehen die „aufholenden Entwicklungen“ vorerst nicht weiter

Stand: 2022

Die öffentliche Kindertagesbetreuung stand schon vor der Covid-19-Pandemie immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Erst eine gute Kinderbetreuung mit früher Förderung für alle Kinder ermöglicht es, dem Ziel der Chancengerechtigkeit näherzukommen. Ein bundesweit bedarfsgerechtes und qualitativ gutes Angebot an Betreuungsplätzen ist deshalb ein zentrales politisches Ziel von Bund, Ländern und Kommunen. Neben familienpolitischen Geldleistungen, wie dem Kinder- und dem Elterngeld, ist eine gut ausgebaute Betreuungsinfrastruktur die zentrale Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eröffnet beiden Elternteilen die Chance auf eine eigenständige Existenzsicherung durch Erwerbsarbeit. All das fördert der seit August 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres.

In den folgenden Jahren bis nach dem Rechtsanspruch 2013 kennzeichneten hohe Zuwachsraten der Betreuungsplätze für unter Dreijährige die Entwicklung. Seit 2018 erfolgte der weitere Ausbau in kleineren Schritten. Im Jahr 2021 reduzierte sich erstmals die bundesweite Betreuungsquote von 35 auf 34,4 Prozent. In Bremen sind es dagegen nur 29,4 Prozent. Diese und weitere Ergebnisse zur Kindertagesbetreuung im Land Bremen ergibt der aktuelle Kammer Report. Gemeinsam mit dem Personalrat Kita Bremen, dem Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder, der AWO KiTa gGmbH und der ver.di Bezirk Bremen-Nordniedersachsen veröffentlicht die Arbeitnehmerkammer Bremen eine Stellungnahme zum Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung.


In der Altersgruppe der Drei-bis Fünfjährigen befanden sich 2006 bundesweit 87,3 Prozent aller Kinder in einer Tagesbetreuung. In der Zwischenzeit hat es bundesweit einen deutlichen Anstieg und eine Angleichung der Betreuungsquoten auf über 90 Prozent gegeben. Von dieser Entwicklung weicht lediglich das Bundesland Bremen ab. Dort erfolgte der Anstieg der Betreuungsquote zwischen 2006 und 2021 von 85,1 auf 86,4 Prozent. Damit ist Bremen aktuell das einzige Bundesland, in dem fast 14 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe vor dem Besuch einer Grundschule nicht in einer Kindertageseinrichtung betreut und gefördert werden.

 


Flexibilität lässt auf sich warten

Insbesondere Eltern, die sogenannte atypische Arbeitszeiten haben, also Früh-, Spät- oder auch Wochenenddienste, wie immerhin rund 20 Prozent der Bremer Beschäftigten, haben große Probleme einen geeigneten Betreuungsplatz für ihr Kind zu finden. Bremen ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Einrichtungen, die nach 7.30 Uhr öffnen und vor 16.30 Uhr schließen (Bertelsmann-Stiftung 2022).


Laut einer Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen gab der allergrößte Teil der befragten Bremer Eltern im Jahr 2019 an, dass bereits ein früherer Beginn am Morgen und/oder eine Stunde länger am Abend eine enorme Erleichterung hin zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wäre.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Kammer Report und in der Stellungnahme der Arbeitnehmerkammer Bremen.

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Thomas Schwarzer
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