Pressemitteilung

20.05.2021

Große Verunsicherung in einem Jahr Pandemie – deutlich mehr Beratungen im Arbeitsrecht

Kündigungen und Kurzarbeit in Bremen-Nord

Die Corona-Pandemie hat zu einem Ansturm auf die Rechtsberatung der Geschäftsstelle Bremen-Nord der Arbeitnehmerkammer geführt. Fast 20.000 Beratungen wurden von März 2020 bis März 2021 durchgeführt und damit 5.000 mehr als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. „Wir erfahren täglich die mit dieser Krise verbundene große Verunsicherung der Menschen“, sagt Martina Werlich, Leiterin der Geschäftsstelle Bremen-Nord. Vor allem am Arbeitsplatz standen viele Beschäftigte vor bisher kaum bekannten Problemen. Dabei ging es oft um Fragen zur Kurzarbeit, zum Hygieneschutz sowie zur Vereinbarkeit von Homeoffice und Kinderbetreuung und den daraus resultierenden psychischen Belastungen.
 
Probleme am Arbeitsplatz nehmen zu
Einen regelrechten Boom gab des bei den arbeitsrechtlichen Beratungen, die um 62% auf 11.500 Fälle zunahmen. Die Juristinnen und Juristen in Bremen-Nord hatten es dabei weitaus häufiger mit Kündigungen, Aufhebungsverträgen und Vergütungsfragen zu tun. Auch das Thema Urlaub und Kurzarbeit bewegte die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. „Viele wollten wissen, ob sie während der Kurzarbeit Urlaub nehmen müssen oder können“, sagt Werlich. In einem Fall wandte sich die Angestellte eines Zahnlabors an die Beratungsstelle. Sie war dort bereits seit Jahrzehnten beschäftigt und wurde mit der gesamten Belegschaft zur Kurzarbeit angemeldet, obwohl sie mehr als 200 Überstunden auf dem Arbeitskonto hatte. 
Bei den ebenfalls gestiegen Fragen zur Elternzeit handelte es sich häufiger um die Rückkehr in den durch Corona veränderten Arbeitsplatz, so die Geschäftsstellen-Leiterin. 

Finanzielle Verbindlichkeiten bereiten Schwierigkeiten
Einkommensverluste etwa durch die Kurzarbeit führen dazu, dass bestehende Verbindlichkeiten wie Mieten oder Ratenzahlungen nicht mehr eingehalten werden konnten. Mehr als 72.000 Menschen in Bremen und Bremerhaven waren im April 2020 in Kurzarbeit, 71.000 waren es noch im Mai – und damit etwa 21 % der Beschäftigten. Größere Firmen wie Daimler oder Airbus stockten das Kurzarbeitergeld auf, laut einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) profitierten davon aber nur rund 35 % der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifbindung. „In Bremen-Nord haben wir es eher mit kleineren Unternehmen zu tun“, erläutert Werlich. Besonders Niedrigverdiener gerieten zum Teil an die Grenzen des Existenzminimums.

Psychische Belastungen häufen sich
Wie schütze ich mich bei der Arbeit vor einer Infektion – diese Frage bewegte in einem Jahr der Pandemie naturgemäß viele Menschen. Beschäftigte mussten sich unter anderem damit auseinandersetzen, wann und wo sie eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen hatten oder ob der Arbeitgeber Desinfektionsmittel und andere Schutzvorkehrungen zur Verfügung stellen muss. 
Die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung insgesamt gingen an vielen Menschen auch mental nicht spurlos vorbei: „Die Fälle der psychischen Belastungen haben sich verdoppelt“, sagt Werlich. Dieser Trend halte auch aktuell an, die Belastungen entstünden oft aufgrund von Problemen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wenn die Kindergarten- oder Schulbetreuung immer wieder ausfällt.
 

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