Welche Hürden gibt es?
Die Sprache ist eine große Hürde – viele Betriebe haben sehr hohe Erwartungen an das Sprachniveau. Auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse gestaltet sich oft schwierig. Eine Lehrerin aus Syrien kann hier kaum in ihrem Beruf arbeiten, weil die Anforderungen so hoch sind. Ähnlich geht es einem Kfz-Mechatroniker. Einer Frau, die in ihrem Herkunftsland Wirtschaftswissenschaftlerin war, wurde von offizieller Seite eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin vorgeschlagen – mit der Begründung, sie habe Kinder. Hier zeigt sich teilweise auch eine geschlechtsspezifische Diskriminierung.
Wie zufrieden sind die Befragten mit ihren Jobs?
Das ist sehr unterschiedlich. Einige haben sich mit ihrer aktuellen Situation arrangiert, andere hätten sich gern weiterqualifiziert. Eine der Befragten arbeitet in einem Restaurant, weil ihr keine Ausbildung ermöglicht wurde. Manche haben deshalb resigniert, andere hoffen weiterhin, beruflich noch einmal neue Wege gehen zu können. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel wäre es wichtig, stärker auf Weiterbildung zu setzen, statt allein auf eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt.
Das Projekt „Gelingensbedingungen der Arbeitsmarktintegration von zugewanderten Menschen im Land Bremen. Eine multiperspektivische Betrachtung am Beispiel von Beschäftigten aus ausgewählten Asylherkunftsländern“ am iaw wird von der Arbeitnehmerkammer Bremen gefördert – in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven sowie der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration.
Fragen: Anna Zacharias
November 2025