Ausbildung

Dem Praxisalltag auf den Zahn gefühlt

Tidiane Sow macht derzeit eine Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) in der Praxis „Zahnärzte im Viertel“ – hier lernt er alles über Behandlungen und Abläufe, vor allem aber, wie wichtig Ruhe, Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Patient*innen sind.

Ein Zahnmedizinische Fachangestellter hantiert mit Werkzeug in einer Zahnarztpraxis.

Geduld und ­Empathie sind für Tidiane Sow neben dem Fachwissen wichtige Werkzeuge.

Wenn Tidiane Sow morgens in die Praxis kommt, checkt er zuerst den Terminkalender: Welche Termine stehen an, welche Instrumente werden gebraucht? Dann beginnt sein Arbeitstag: Behandlungszimmer vorbereiten, Instrumente bereitlegen, Geräte sterilisieren – Schritt für Schritt entsteht Routine. Oft betreut er mehrere Patient*innen ­parallel, ­koordiniert Abläufe und sorgt dafür, dass alles ­reibungslos läuft.

Der 22-Jährige ist im dritten Ausbildungsjahr. Im Sommer wird er seine Ausbildung zum ZFA abschließen. Und danach? Abitur nachholen, Zahnmedizin studieren, vielleicht sogar Parodontologe werden. „Das ist mein Traum“, sagt er.

Dieser Weg war nicht geplant. „Ich wusste nach der Schule nicht, was ich machen soll“, erzählt er. Tidiane Sow ist 2021 aus Guinea nach Deutschland geflüchtet und wurde hier zunächst betreut. Nach seinem Hauptschulabschluss half dann der Zufall: Seine Betreuerin kannte die Praxisin­haberin, die gerade einen Auszubildenden suchte. Ein Tag Praktikum reichte, und die Entscheidung stand fest: „Das Team war supernett, die Abläufe spannend – ich habe mich sofort ­wohlgefühlt.“

Heute weiß er: Es war die richtige Entscheidung. Der Job ist abwechslungsreich – kein Tag ist wie der andere. Besonders wichtig ist ihm der Umgang mit Menschen: „Viele haben Angst vor dem Zahnarzt. Da muss man ruhig bleiben, zuhören, erklären.“ Geduld und Empathie seien die besten Werkzeuge – das Fachwissen komme mit der Zeit.

Leicht war der Start trotzdem nicht. Vor allem die Sprache war anfangs eine große Hürde: „In der Berufsschule verstand ich kaum etwas.“ Doch das Team unterstützte ihn, erklärte viel, übte mit ihm Schritt für Schritt. „Ich hatte ­einfach Glück mit meinen Kolleg*innen.“

Besonders spannend findet Tidiane Sow, wie eng Zahn­gesundheit mit dem Alltag zusammenhängt: Heute versteht er, wie wichtig regelmäßige Pflege ist – etwa die Reinigung der Zahnzwischenräume – und gibt dieses Wissen auch an seine Familie in Guinea weiter.

Sein Rat an alle Berufsanfänger*innen: „Einfach mal ein Praktikum machen. So merkt man schnell, ob ein Beruf passt.“ Für ihn war es der Start in ein neues Leben – geprägt von Geduld, Lernbereitschaft und einem klaren Ziel vor Augen.

Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r (ZFA)

Die Ausbildung zur ZFA dauert drei Jahre. Sie kombiniert praktische Arbeit in einer Zahnarztpraxis mit Unterricht an der Berufsschule. Nach dem Abschluss gibt es zahl­reiche Weiterbildungsmöglichkeiten – etwa in den Bereichen ­Prophylaxe, Praxisorganisation oder für den Einstieg in ein Zahnmedizinstudium.

www.zaek-hb.de

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