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© 2025 Arbeitnehmerkammer Bremen

Fr 19.09.2025, 9:30 - 17:30 Uhr – Bremische Bürgerschaft

VERANSTALTUNGSDOKUMENTATION: Den Wandel gerecht gestalten – Bremer Transformationskonferenz

Eine Veranstaltung von DGB und Arbeitnehmerkammer in Kooperation mit Bremer Umwelt-, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden mit Yasmin Fahimi (DGB) und Carla Reemtsma (Fridays for Future).

Um die Klimakrise erfolgreich zu bekämpfen, muss sich unsere Lebens- und Arbeitswelt tiefgreifend verändern. Das kostet viel Geld und verunsichert Bürger*innen genauso wie Betriebe. Eine ambitionierte Klimapolitik braucht aber eine breite Unterstützung – von der Politik und der Gesellschaft. Denn die Folgen des Klimawandels sind sozial ungerecht und bedrohen unsere Gesundheit, viele Arbeitsplätze und den gesellschaftlichen Wohlstand. Die Transformation muss daher beides sein - ökologisch und sozial.

Die Bremer Transformationskonferenz brachte beide Perspektiven zusammen: Sie war ein Ort des Austauschs zwischen der Umweltbewegung, den Sozialverbänden und den Beschäftigten. Gemeinsam haben wir nach Antworten auf die Frage gesucht, wie die Transformation ökologisch ambitioniert und sozial gerecht gestaltet werden kann.

► Die Dokumentation der Veranstaltung als pdf finden sie hier zum Download.

► Zur Erklärung: Den Wandel gerecht gestalten – Gemeinsame Erklärung von Arbeitnehmerkammer, DGB und Bremer Umwelt-, Wohlfahrts- und Sozialverbänden

Programm:

Durch das Programm führt die Klimajournalistin Samira El-Hattab.

9.30 Uhr: Ankommen und Networking

10:00 Uhr: Grußwort der Schirmherrin Antje Grotheer (Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft)

10:10 Uhr: Grußworte von Ernesto Harder (Regionsgeschäftsführer, DGB Region Bremen-Elbe-Weser) & Peer Rosenthal (Hauptgeschäftsführer, Arbeitnehmerkammer Bremen)

10:20 Uhr: Keynote von Yasmin Fahimi (DGB Bundesvorsitzende)

10:40 Uhr: Keynote von Carla Reemtsma (Fridays for Future)

11:00 Uhr: Moderiertes Gespräch von Yasmin Fahimi und Carla Reemtsma

11:30 Uhr: Kaffeepause und Networking

11:45 Uhr: Workshop-Phase 1 (siehe unten)

13:15 Uhr: Mittagspause und Networking

14:00 Uhr: Workshop-Phase 2 (siehe unten)

15:30 Uhr: Kaffeepause und Networking

16:00 Uhr: Podiumsdiskussion "Transformation: Sozial gerecht und ökologisch ambitioniert"
Andreas Bovenschulte (Bremer Bürgermeister)
Irmela Benz Colaço (Teamleiterin Koordination Klimaschutz beim BUND)
Hans-Jürgen Urban (Vorstand der IG Metall)
Imke Sonnenberg (Vorstandsreferentin, LAG der Freien Wohlfahrtspflege Bremen)
Joachim Schwarz (Geschäftsführer der cambio Gruppe)

Um 20 Uhr wird im Kommunalkino City46 der Film "Erde" gezeigt, für den Sie sich hier Tickets buchen können: City 46: Transformationskonferenz.

Ort:
Haus der Bürgerschaft,
Am Markt 20,
28195 Bremen

Workshop-Phase 1 (11:45 - 13:15 Uhr)

A1: Energiewende und Klimaanapassung in sozialen Einrichtungen

Sozialverbände und gemeinnützige Organisationen der Sozialwirtschaft und die von ihnen betreuten und unterstützten Menschen sind einerseits vom Klimawandel betroffen und müssen andererseits auch ihren Beitrag zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz leisten. Das stellt viele Einrichtungen vor erhebliche finanzielle und organisatorische Herausforderungen. Der Workshop fokussiert vor diesem Hintergrund die energetische Sanierung und Umstellung auf eine klimaneutrale Wärme- und Energieversorgung in selbst genutzten Immobilien sozialer Einrichtungen.  
Dieser Workshop wird gestaltet von Joachim Schuster (Der Paritätische Bremen), Klaus Prietzel (BUND Bremen), Svenja Böning (Hoppenbank e.V.) sowie Hille Heumann-Klemm & Bernd Langer (energiekonsens - die Bremer Klimaschutzagentur) 

A2: Was hat die Biodiversität je für uns getan?

Neben der Klimakrise gilt der Verlust der Artenvielfalt als weitere große Bedrohung für ein gutes Leben auf unserem Planeten. Ständig heißt es, die Gesellschaft müsste mehr für den Erhalt der biologischen Vielfalt – oder kurz: der Biodiversität – tun. Aber warum eigentlich? Lohnt es sich für uns Menschen überhaupt, Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume zu schützen? Was haben wir von einer intakten und vielfältigen Natur? Dieser Workshop beleuchtet die Zusammenhänge zwischen ökologischen und sozialen Themen und arbeitet die Vorteile der Biodiversität heraus.
Dieser Workshop wird gestaltet von Christoph Röttgers (NABU Bremen).

A3: Geschlechtergerechte Transformation durch Genderbudgeting

Transformation kann dafür genutzt werden, um Geschlechterverhältnisse aufzubrechen und Gleichstellung zu befördern. Damit dies gelingt, muss dieses Potential jedoch aktiv genutzt und in der Steuerung von Transformationsprozessen berücksichtigt werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Verteilung öffentlicher Mittel. Profitieren die Geschlechter gleichermaßen von öffentlichen Ausgaben oder reproduziert die Mittelverwendung bestehende Ungleichheiten? Für entsprechende Analysen bietet sich das Instrument des Genderbudgeting an. Regina Frey stellt das Instrument einführend vor. Im Anschluss wird in Arbeitsgruppen diskutiert, wie und wo es zielführend eingesetzt und implementiert werden kann.  
Dieser Workshop wird gestaltet von Aenne Dunker (Arbeitnehmerkammer Bremen) und Regina Frey (Gender-Institut für Gleichstellungsforschung).

A4: Transformation in Bremen: Entwicklung eines Fragebogens für die Landespolitik

Solltest auch Du eine wichtige Frage zur notwendigen sozial-ökologischen Transformation in Bremen haben, kannst Du sie in diesem Workshop einbringen. Aus allen eingebrachten Fragen möchten wir einen gemeinsamen Fragebogen entwickeln, der an politisch und gesellschaftlich Verantwortliche gerichtet wird. 
Dieser Workshop wird gestaltet von Konrad Zaiss, Sophie Schleinitz und Anke Tinsen (Naturfreunde Bremen).

A5: Gesunde Stadt für alle: Klimaanpassung gerecht gestalten

Klimawandel-Folgen, wie Hitze oder Starkregenereignisse, wirken sich unterschiedlich stark auf Menschen aus. Dabei spielt die soziale Lage der Menschen eine entscheidende Rolle. Der Workshop startet mit kurzen Inputs aus der Praxis des DRK und von Gabriele Bolte vom Institut für Public Health und Pfle­ge­for­schung (IPP) der Universität Bremen. Im Anschluss wird gemeinsam der Frage nachgegangen, wie soziale Ungleichheiten in den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels verringert werden können, um der gesunden Stadt für alle näher zu kommen. Bestehende Hürden und Strategien zu ihrer Überwindung sollen identifiziert beziehungsweise erarbeitet werden.
Dieser Workshop wird gestaltet von Sylvia Schuchardt und Karina Busch (beide DRK Bremen), Gabriele Bolte und Ellen Senck (beide Universität Bremen) und Dirk Gansefort (Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen).

Workshop-Phase 2 (14:00 - 15:30 Uhr)

B1: Sozial-ökologische Energiewende in Mietwohnungen

Klimaschutz erfordert es, die Energie und Wärmeversorgung von Gebäuden klimaneutral zu gestalten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen umfangreiche Investitionen durch die Eigentümer*innen der Immobilien getätigt werden. Daneben bestehen für Mieter*innen (begrenzte) Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch durch Verhaltensänderungen zu senken. Die bisherigen Regelungen zur Umlage von energetischen Modernisierungsinvestitionen auf die Mieter*innen sind häufig nicht warmmietenneutral. Zusätzliche Kostenrisiken werden voraussichtlich durch die Erhöhungen des CO2-Preises ab 2027 entstehen. Dadurch stellt sich die Frage, wie Wohnungsgesellschaften bewegt werden können, möglichst rasch entsprechende Investitionen zur Klimaneutralität vorzunehmen, denn sonst zahlen Mieter*innen die Zeche ohne selbst auf eine Senkung der Emissionen hinwirken zu können.
Dieser Workshop wird gestaltet von Joachim Schuster (Der Paritätische Bremen), Klaus Prietzel (BUND Bremen), Irmela Benz Colaço (BUND) und Winfried Osthorst (Hochschule Bremen).

B2: Arbeitsschutz im Klimawandel: Sonnige Aussichten?

Der Klimawandel bringt veränderte Arbeitsbedingungen mit sich – direkt spürbar ist das für Menschen, die vorwiegend draußen arbeiten. Aber auch die Arbeit in nicht klimatisierten Räumen bringt neue Belastungen für die Beschäftigten. Welche Schutzkonzepte gibt es schon und wie wirksam sind sie z.B. auch in Hinsicht auf prekär Beschäftigte? Was wären zukunftsträchtige Konzepte, die sich realistisch umsetzen lassen? Der Workshop gibt einen Überblick zum aktuellen Stand, formuliert gemeinsam Anforderungen an einen zukunftsfähigen Arbeitsschutz und nimmt die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitswelt in den Blick. Überspitzt gefragt: Wenn wir nur noch zu den Randzeiten des Tages arbeiten können – brauchen wir dann die mehrstündige Mittagspause?
Dieser Workshop wird gestaltet von Sonja Borski (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Bremische Evangelische Kirche), Joao Maia (AWO Bremen), Larissa Federmann (Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen) und Christian Wechselbaum (IG BAU).

B3: Klimageld: Wie gelingt der soziale Ausgleich steigender CO2-Preise?

Wie kann ein sozial gerechter Ausgleich für steigende CO₂-Preise gestaltet und wirkungsvoll kommuniziert werden? Der Workshop beleuchtet mit einem Input von Tamara Premov von der Arbeiterkammer Wien die österreichische Erfahrung mit dem Klimabonus: Wen trifft die CO₂-Bepreisung besonders stark – und konnten vulnerable Gruppen durch den Klimabonus entlastet werden? Welche Rolle spielt das Instrument für die gesellschaftliche Akzeptanz von Klimapolitik? Und was lässt sich daraus für Deutschland lernen? Nach einem kurzen Input diskutieren die Teilnehmenden in Kleingruppen, wie ein gerechtes und wirksames Klimageld konkret ausgestaltet werden könnte – und welche Kommunikationsstrategien nötig sind, damit es als positives sozial-ökologisches Instrument wahrgenommen wird.
Dieser Workshop wird gestaltet von Kevin Rösch (Arbeitnehmerkammer Bremen), Tamara Premrov (Arbeiterkammer Wien) und Carl Mühlbach (Fiscal Future).

B4: Wandel der Industrie und Sicherung von Industriearbeitsplätzen

Die Industrie ist ein Schlüssel zum Umbau einer klimaneutralen Produktion und Gesellschaft. Dabei ist die Industrie ist auch einer der wichtigsten Arbeitgeber*innen in Deutschland und bietet bisher sichere Arbeitsplätze mit tariflicher Absicherung.
Auf der anderen Seite erleben wir momentan betrieblich einen anderen Trend von Managemententscheidungen: Innovationen und Investitionen in die Standorte unterbleiben und die Belegschaften sind vielmehr mit Angriffen auf ihre Arbeitsbedingungen konfrontiert. Wie können wir Industriearbeitsplätze erhalten (oder sogar schaffen) und gleichzeitig wichtige Schritte in Richtung eines klimaneutralen Umbaus der Industrie gehen? Um den Erhalt dieser Branchen zu sichern, ist einerseits aktive Betriebsratsarbeit wichtig. Andererseits sind die gewerkschaftlichen industriepolitischen Forderungen an die Politik zu adressieren. Nur in Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen können Industriearbeitsplätze gesichert und die Produktion langfristig umgestellt werden.
Dieser Workshop wird von Manuel Brümmer und Ute Buggeln (IG Metall) gestaltet.

B5: Mit der Schwammstadt durch die Klimakrise

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, warum Schwammstadt-Konzepte in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse und Hitzeinseln so wichtig sind. Wir beleuchten den Status quo urbaner Räume, zeigen notwendige Veränderungen auf und stellen praxisnahe Maßnahmen zur Förderung von blau-grüner Infrastruktur vor. Mithilfe von Mental Mapping identifizieren die Teilnehmenden Potenziale in ihrer Umgebung – etwa auf dem Gelände ihrer Organisation – und diskutieren gemeinsam konkrete Handlungsmöglichkeiten. Zudem werfen wir einen Blick auf politische Rahmenbedingungen, in denen Schwammstadt-Maßnahmen wirken könnten. Ziel: Inspiration und konkrete Ansätze für eine klimaangepasste Stadt von morgen.
Dieser Workshop wird gestaltet von Ulf Jacob (Deutsche Bundesstiftung Umwelt, DBU), Nicole Homann, Katja Ringwald und Scarlett Gac (BUND Bremen, AK Umweltgerechtigkeit).

Sebastian Möller, E-Mail: s.moeller@arbeitnehmerkammer.de

Miriam Bömer, E-Mail: miriam.boemer@dgb.de

Dr. Marion Salot, E-Mail: salot@arbeitnehmerkammer.de

►Die Dokumentation der Veranstaltung als pdf finden sie hier zum Download.

►Zur Erklärung: Den Wandel gerecht gestalten – Gemeinsame Erklärung von Arbeitnehmerkammer, DGB und Bremer Umwelt-, Wohlfahrts- und Sozialverbänden