Pressemitteilung

16.12.2019

Wohnkosten: Für viele Bremer eine hohe Belastung

Arbeitnehmerkammer legt Ergebnisse einer Mieter- und Eigentümerbefragung vor

Die Wohnkosten sind für die meisten Bremer und Bremerhavener noch leistbar – jedoch gibt fast ein Drittel aller Haushalte inzwischen mehr als 40 Prozent des zur Verfügung stehenden Einkommens für Warmmiete und Strom aus.

Dies geht aus einer Befragung hervor, die die Arbeitnehmerkammer zusammen mit dem Statistischen Landesamt in diesem Frühjahr durchgeführt hat. Stark belastet sind vor allem Alleinerziehende, alleinwohnende Rentner, aber auch jeder fünfte Arbeitnehmerhaushalt. "Bremen braucht mehr sozialen Wohnungsbau. Es ist deshalb richtig, wenn die Koalition wie angekündigt den Anteil von Sozialwohnungen auf 30 Prozent anheben will", betonte Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Rund 18.000 Haushalte wurden angeschrieben, 3.351 haben geantwortet. Von ihnen wohnt die Hälfte zur Miete, der Rest im Eigentum. Wer zur Miete wohnt, gibt etwa 33 Prozent des Einkommens für Wohnkosten aus. Die Belastung von Eigentümer-Haushalten liegt dagegen deutlich niedriger (Bremen: 20 Prozent, Bremerhaven: 24 Prozent). Arbeitnehmerhaushalte sind als Mieter sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven im Schnitt mit etwa 28 Prozent vom Nettohaushaltseinkommen belastet.

Niedrige Einkommen stark belastet – Wohngeld bewerben

Je höher das Haushaltsnettoeinkommen, desto geringer ist die Belastung durch die Wohnkosten. Dies macht deutlich, dass einkommensschwache Mieter besondere Unterstützung brauchen. So wenden zum Beispiel Arbeitnehmerhaushalte mit einem Haushaltseinkommen zwischen 1.000 und 1.500 Euro hiervon 42,7 Prozent in Bremen und 38,9 Prozent in Bremerhaven für Wohnkosten auf. Bei einem Einkommen von 3.000 bis 3.500 Euro sind es unter 24 Prozent. "Neben dem sozialen Wohnungsbau, der erst auf längere Sicht Abhilfe schafft, kann kurzfristig das Wohngeld gerade Niedrigverdienern helfen", betont Ingo Schierenbeck.

Doch nicht alle Menschen, die berechtigt sind, stellten auch Anträge. Die Arbeitnehmerkammer fordert daher, das Instrument offensiver zu bewerben und die Wohngeldstellen personell angemessen auszustatten. Vor dem Hintergrund der ab 1. Januar 2020 geltenden Änderung des Wohngeldgesetzes wird der Beratungsbedarf steigen.

Hohe Wohnkosten für Alleinerziehende und Senioren

Alleinerziehende und alleinwohnende Senioren sind als Mieter am höchsten belastet: Durchschnittlich geben Alleinerziehende in Bremen knapp 42 Prozent fürs Wohnen aus, alleinstehende Senioren fast 43 Prozent. Auch in Bremerhaven liegen ähnlich hohe Werte von 45 Prozent bei Alleinerziehenden und etwa 38 Prozent bei allein wohnenden Senioren vor. Deutlich weniger belastet sind dagegen Paare unter 65 Jahren, aber auch ein Großteil der Familien mit Kindern – sie haben im Schnitt Wohnkostenbelastungen von unter 30 Prozent. Dies liegt vor allem daran, dass hier häufig zwei Personen erwerbstätig sind und zum Haushaltseinkommen beitragen.

Benachteiligte Stadtteile stärker unterstützen

In den bürgerlichen und zentralen Stadtteilen Mitte, Schwachhausen, Horn-Lehe, Östliche Vorstadt, Neustadt, Walle und Findorff werden die höchsten Quadratmeterpreise mit zum Teil deutlich über zehn Euro bezahlt. Die günstigsten Preise von unter 9,50 Euro finden sich in Woltmershausen, Gröpelingen, Vegesack und Blumenthal. Trotzdem ist die Wohnkostenbelastung von Mieterhaushalten in den bürgerlichen und zentralen Stadtteilen vergleichsweise gering mit unter 30 Prozent. Die höchsten Belastungen wiederum finden sich in Woltmershausen, Osterholz, der Vahr und in Gröpelingen. Soziale Spaltung zeigt sich hier also deutlich. "Die Probleme müssen vor Ort offensiv bearbeitet werden, damit die Stadtteile nicht weiter auseinanderdriften", mahnt Schierenbeck.

Eigentum fördern – mehr Bauland ausweisen

Etwas mehr als ein Viertel der befragten Mieter in Bremen und ein gutes Fünftel in Bremerhaven plant einen Umzug. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der Wunsch, Eigentum zu bilden. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmerhaushalte. Schon jetzt beträgt der Anteil von Eigentümern bei den Arbeitnehmerhaushalten in Bremen und Bremerhaven etwa 50 Prozent. Und während lediglich 13 Prozent der insgesamt befragten Mieterhaushalte in der Stadt Bremen für Eigentum sparen, ist es bei den Arbeitnehmerhaushalten immerhin ein knappes Fünftel. Die Arbeitnehmerkammer fordert daher, ein angemessenes Angebot im Land zu schaffen. "Um mehr Menschen den Wunsch nach den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, muss Bremen auch mehr leistbares Bauland ausweisen", betont Schierenbeck. Gerade in Bremen-Nord und in Bremerhaven sei dies eine Möglichkeit. Die Kammer begrüße zudem das Programm des Senats, mit dem Familien oder Alleinerziehende je nach Einkommen mit 15.000 Euro unterstützt werden können, wenn sie in bestimmten Stadtteilen ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Dieses Geld gibt es zusätzlich zum Baukindergeld des Bundes.

Zufriedenheit in den Stadtteilen

Was die Zufriedenheit mit dem Stadtteil betrifft, so sind die meisten mit der Nahversorgung zufrieden – dies gilt vor allem für Findorff (95,8 Prozent) und die Östliche Vorstadt (92,2 Prozent). Damit unzufrieden sind dagegen die Bewohner Oberneulands und Blumenthals. Auch die Erreichbarkeit mit Bus und Bahn wird besonders positiv bewertet in den zentral gelegenen Stadtteilen mit Anschluss an mehrere Straßenbahnlinien (Mitte, Östliche Vorstadt, Schwachhausen, Neustadt). Vergleichsweise weniger zufrieden sind die Menschen in Stadtteilen in Randlage wie Obervieland und Hemelingen. Aber auch in zentralen Stadtteilen ohne Straßenbahn (Findorff, Woltmershausen) sind mehr Menschen nicht zufrieden.

Die größten Unterschiede zwischen den Stadtteilen gibt es bei der Zufriedenheit mit der Sicherheit und der Sauberkeit im Stadtteil. Während es in den bürgerlichen Stadtteilen im Nordosten der Stadt zwischen Findorff und Oberneuland eine hohe Zufriedenheit von zum Teil über 70 Prozent gibt, zeichnet sich insbesondere Gröpelingen durch einen sehr geringen Zufriedenheitswert von nur 13 Prozent aus. Auch in Woltmershausen, Walle und Huchting und Blumenthal ist die Mehrheit der Befragten nicht zufrieden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Nathalie Sander
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-71
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Hanna Mollenhauer
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / stv. Leitung

(Redaktion BAM)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-74
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Jörg Hendrik Hein
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Redaktion Online)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-48
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Meike Lorenzen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Redaktion Online/Social Media)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-933
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2020 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2019 Arbeitnehmerkammer Bremen