Auszubildende finden kaum bezahlbaren Wohnraum

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Viele Auszubildende können sich das Wohnen kaum leisten. Das zeigen Ergebnisse einer Befragung der Arbeitnehmerkammer unter rund 480 Auszubildenden. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden leben in Bremen, etwa ein Drittel in Bremerhaven.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Auszubildende mit eigenem Haushalt – egal, ob sie allein, gemeinsam oder in einer Wohngemeinschaft leben – häufig zu viel für ihre Wohnung zahlen, also mehr als 40 oder gar 50 Prozent des Einkommens für Miete und Nebenkosten aufwenden müssen. Mehrfach berichteten Befragte, dass günstige Wohnungen verschimmelt oder in einem schlechten baulichen Zustand seien. Zudem wurde wiederholt beklagt, dass Vermieterinnen und Vermieter nur ungern an Auszubildende vermieteten. 

Auszubildenden stehen – gemessen an der Vergütung – durchschnittlich maximal 396 Euro für die Warmmiete zur Verfügung. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Zugleich lagen die mittleren Angebotskaltmieten in Bremen 2024 bei 10,59 Euro pro Quadratmeter. Bezahlbarer Wohnraum ist damit in vielen Stadtteilen kaum vorhanden.

 „Das Land Bremen muss zeitnah noch mehr günstigen Wohnraum für Auszubildende schaffen – zum Beispiel durch weitere Azubi-Wohnheime. Begleitend brauchen die Auszubildenden dort niedrigschwellige und unkomplizierte Beratungsangebote, die sie während der Ausbildung in Anspruch nehmen können“, sagt Peer Rosenthal, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer.

Die Arbeitnehmerkammer fordert: 

  • mehr Wohnheime für Auszubildende
  • die Weiterentwicklung des kommunalen Wohnungsbauunternehmens Gewoba zum starken Akteur fürs Azubi-Wohnen
  • passende Angebote auch für minderjährige Auszubildende

Unterstützung direkt vor Ort – sozialpädagogische Begleitung nimmt Arbeit auf

Wie Wohnen und direkte Unterstützung zusammen gedacht werden können, zeigt das neue Wohnheim für Auszubildende am Ellener Hof in Bremen-Osterholz. Es wurde im Herbst 2025 eröffnet und bietet günstigen Wohnraum für 66 Auszubildende in 53 Appartements. 

Seit dem 1. April 2026 ist Elisa Langsenkamp dort als sozialpädagogische Begleitung tätig. Die Stelle wird von der Arbeitnehmerkammer Bremen finanziert und ist beim Projekt „Bleib dran!“ am Zentrum für Arbeit und Politik (zap) der Universität Bremen angesiedelt.

Ob Konflikte mit dem Ausbilder, sprachliche Hürden oder auch psychische Probleme: Sie hört sich gemeinsam mit dem Team von „Bleib Dran!“ alle Nöte und Sorgen der jungen Menschen in der vertraulichen Beratung an und vermittelt auf Wunsch auch zwischen Betrieb oder Schule und Auszubildenden.

„Ich glaube, dass sich Ausbildungsabbrüche in vielen Fällen mit der richtigen Unterstützung verhindern lassen“, sagt die 34-Jährige. 

Für das Wohnheim hat sie außerdem schon viele Ideen, von Etagen-Sprecherinnen und -Sprechern bis zur Gestaltung des Gemeinschaftsraums. Die staatlich anerkannte Sozialarbeiterin war zuvor unter anderem in der Jugendhilfe und beim sozialtherapeutischen Dienst am Klinikum Bremen-Ost tätig.

„Wir wollen Azubis bei persönlichen und ausbildungsbedingten Problemen unterstützen – und zwar gleich vor Ort“, sagt Peer Rosenthal.

Mit dem Projekt sollen unreflektierte Ausbildungsabbrüche verhindert und die Qualität von dualer Berufsausbildung in Bremen und Bremerhaven erhöht werden. 

Im Land Bremen werden immer mehr Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, zuletzt war es fast jeder dritte. Das führt zu Enttäuschungen sowie Unsicherheiten über die berufliche Zukunft und verschärft zudem die Fachkräftekrise. 

Kontakt für Auszubildende im Wohnheim: 

Alle Ergebnisse der Befragung unter Auszubildenden finden Sie unter 

www.arbeitnehmerkammer.de/politik/azubi-befragung/

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