Bremen, Lesungen, Kultur

Lesung mit Alexandra Zykunov - „Was wollt ihr denn noch alles?!“ und „Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“

Kammer Care Day: 6. November 2026

„Who cares? Wahrnehmen, wertschätzen, wandeln“ – unter diesem Motto veranstaltet die Arbeitnehmerkammer Bremen in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen am 06.11.2026 den ersten Kammer Care Day. Mit diesem Aktionstag schaffen wir Aufmerksamkeit für bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit – und die Folgen der ungleichen Verteilung. Care-Arbeit kann an diesem Tag nicht übersehen werden – und das nicht nur für ein Fachpublikum. 

Was euch an diesem Tag erwartet:

Neben einem Fachtag am Vormittag tragen wir das Thema mit dem offenen Nachmittagsprogramm in der Zentralbibliothek in die Öffentlichkeit. Auf verschiedenen Etagen haben Interessierte aller Altersstufen die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Aspekten der Care-Arbeit auseinanderzusetzen und zu diesen zu informieren. Der Kammer Care Day endet am Abend im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer mit einer Lesung und einer Filmvorführung.


Am Vormittag: Fachtag in der Arbeitnehmerkammer

Am Vormittag findet im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer ein Fachtag mit Vorträgen, Workshops und Diskussion statt. Zielgruppe sind Personen, die sich im beruflichen Kontext mit bezahlter und unbezahlter Care-Arbeit beschäftigen. 


Am Nachmittag: Offenes Info- und Familienprogramm in der Stadtbibliothek

Programm

Foyer, Zentralbibliothek

14:00 – 18:00: Infopunkt und interaktives Quiz

Wallsaal, Zentralbibliothek

14:00 – 18:00: Infostände und Beratungsangebote rund ums Thema Care

14:00 – 18:00: Glitzertattoos, Kaffee und Kuchen

15:00 & 17:00: Zaubershows von „Friedrich der Zauberer“
Friedrich sorgt mit blitzartigen Blöffs und Blödeleien für die nötige Spannung, während er gekonnt mit Tüchern, Karten, Seilen oder den klassischen chinesischen Silberringen hantiert. 

 

Aktionsfläche, 2. OG, Zentralbibliothek

14:00 – 18:00: Interaktive Wissensstation der Rechts- und Politikberatung der Arbeitnehmerkammer
Welche gesetzlichen Möglichkeiten haben Arbeitnehmer*innen, um Pflege und Erwerbstätigkeit vereinbaren zu können? Und welche Entwicklungen sind politisch in diesem Bereich zu erwarten?

Piratenschiff, 3. OG, Zentralbibliothek

16:00: Kindertheater „Emres Innenfarben“
Ein fantasievoll inszeniertes Theaterstück von Ronja Stegmann über Erinnerungen, einen verlorenen Verstand und Nähe – und die Frage: Was passiert, wenn eine Großmutter beginnt, zu vergessen? 
- Für Kinder ab fünf Jahren

Ein Mann im Anzug lehnt an einem Koffer auf dem Friedrich steht.

Friedrich der Zauberer begeistert durch seine Tricktechnick, Sprachartistik, Spontanität und Schauspielkunst.

Eine in schwarzgekleidete Person performt in Richtung eines Puppentheater ähnlichen Aufbaus.

Das Kindertheater „Emres Innenfarben“ thematisiert kindgerecht die Demenzerkrankung einer nahen Angehörigen.


Am Abend: Kulturprogramm in der Arbeitnehmerkammer

Am Abend wird das Thema Care-Arbeit aus einer kulturellen Perspektive betrachtet. 

Im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer liest Alexandra Zykunov aus ihren Büchern „Was wollt ihr denn noch alles?!“ und „Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“. 

Im Anschluss wird der Film „Heldin“ gezeigt, der Einblicke in den Alltag einer Pflegefachfrau ermöglicht

Infos & Anmeldung

  • LesungenKultur

    Lesung mit Alexandra Zykunov - „Was wollt ihr denn noch alles?!“ und „Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“

  • FilmKultur

    Kinofilm: Heldin


 

Care-Arbeit – was ist das eigentlich?

Care-Arbeit umfasst alle Tätigkeiten des Versorgens, Kümmern, Pflegens, Unterstützens, wie Kinderbetreuung, Erziehung, Pflege und vieles mehr. Sie ist für das Funktionieren von Gesellschaft und Erwerbsarbeit unverzichtbar. Indem die einen – bezahlt oder unbezahlt – Sorge-, Pflege- und Erziehungsarbeit übernehmen, ermöglichen sie es den anderen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Doch trotz ihrer immensen Bedeutung, ist Care-Arbeit oft unsichtbar, unbezahlt oder ungerecht verteilt. Das hat Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Care-Arbeitenden. Besonders betroffen sind Frauen – die, sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich, noch immer einen Großteil dieser Aufgaben übernehmen. 

Um privat Care-Arbeit leisten zu können, schränken viele Frauen ihre Erwerbstätigkeit ein. Was akut mit einem geringeren Einkommen und schlechteren Karrierechancen einhergeht, wirkt auch langfristig: Durch geringe Rentenansprüche. Die Folgen der ungleichen Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit tragen Frauen damit ein Leben lang.

Für Care-Berufe gilt, dass sie meist wenig Anerkennung erfahren – von Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie abgesehen. Andere zu pflegen, zu betreuen oder zu erziehen wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Das führt dazu, dass bezahlte Care-Arbeit oft unter prekären Bedingungen erbracht wird. Denn eine strukturelle Unterfinanzierung führt zu einer hohen Arbeitsbelastung bei einer vergleichsweise geringen Bezahlung. Auch hier sind es in erster Linie Frauen die, die kurz- und langfristigen Folgen der fehlenden Wertschätzung tragen. 
 

Kontakt

Bei Rückfragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an:

Politikberatung

Greta-Marleen Storath

Referentin für Gesundheits- und Pflegepolitik

+49 421 36301-996