Bremen, Vortrag/Diskussion, Politik

Fachtag: „Who cares? Wahrnehmen, wertschätzen, wandeln“

Veranstaltungsinfos

Arbeitnehmerkammer Bremen
Bürgerstraße 1
Kultursaal
28195 Bremen

Care-Arbeit ist für das Funktionieren von Gesellschaft und Erwerbsarbeit unverzichtbar. Indem die einen – bezahlt oder unbezahlt - Sorge-, Pflege- und Erziehungsarbeit übernehmen, ermöglichen sie es den anderen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Doch trotz ihrer immensen Bedeutung, ist Care-Arbeit oft unsichtbar, un(ter)bezahlt und ungerecht verteilt. Das hat Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Care-Arbeitenden. Besonders betroffen sind Frauen - die, sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich, noch immer einen Großteil dieser Aufgaben übernehmen. 

Auf dem Fachtag wollen wir Care-Arbeit in all ihren Facetten sichtbar machen. In Vorträgen, Workshops und Diskussionen gehen wir gemeinsam der Frage nach, wie Sorgearbeit gerechter verteilt, besser anerkannt und verlässlich abgesichert werden kann – im privaten Alltag sowie im Beruf.

Hinweis: Der Fachtag findet im Rahmen des ganztägigen Kammer Care Days 2026 statt. Neben dem Fachtag wird es am Nachmittag ein buntes Programm aus Infoständen, Zaubershows und Kindertheater in der Stadtbibliothek geben. Am Abend runden wir den Tag mit einer Lesung und einem Kinofilm im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer ab. Alle Infos und Programmhinweise zum Kammer Care Day finden Sie hier: www.arbeitnehmerkammer.de/who-cares

Programm Fachtag

9:00 Uhr Einlass und Ankommen

9:30 Uhr Begrüßung

09:45 Uhr Vorträge

  • Unequal Care – Wer sorgt? Wer profitiert? Wer trägt die Folgen?
    Dr.in Aenne Dunker, Arbeitnehmerkammer Bremen
  • Schlaglicht: Pflege und Beruf im Land Bremen – Angehörige entlasten, Erwerbsarbeit sichern
    Dr.in Kai Huter, Arbeitnehmerkammer Bremen
  • Schlaglicht: Erziehungs- und Pflegeberufe – unterfinanziert, überlastet, unsichtbar
    Dr.in Jennie Auffenberg, Arbeitnehmerkammer Bremen

09:45 Uhr Podiumsdiskussion

  • Liska Beulshausen – Wirtschaft ist Care e.V.
  • Michaela Herrmann – Bertelsmann Stiftung
  • Stefan Reuyß – SowiTra 
  • Charlotte Schlüter – DGB Bundesvorstand

11:45 Uhr Mittagspause mit Catering

12:45 Uhr Parallele Workshops 

Workshop 1 – Care-Berufe am Limit: Wie können wir Gute Arbeit im Care-Bereich gestalten?

Charlotte Schlüter, DGB Bundesvorstand

Ohne Kranken- und Altenpfleger*innen, Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen würde unsere Gesellschaft an vielen Stellen nicht funktionieren. Doch die Beschäftigten in diesen Berufen arbeiten unter hohen Belastungen, die Bezahlung ist oft schlecht. In diesem Workshop schauen wir uns die Arbeitsbedingungen in den Care-Berufen genauer an, um gemeinsam Ansätze für Gute Arbeit im Bereich der bezahlten Sorgearbeit zu entwickeln. Nach einer kurzen Einführung in das Thema werde ich Ergebnisse aus einer Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit zu den unterschiedlichen Auswirkungen von Personalmangel auf frauen- und männerdominierte Berufe und den Folgen für die Beschäftigten präsentieren. Anschließend an die Problemanalyse gehen die Teilnehmer*innen in eine Arbeitsphase, in der sie in Kleingruppen zunächst politische Forderungen entwickeln und in einem weiteren Schritt Umsetzungs- bzw. Aktionsideen erarbeiten.

Workshop 2 – Was ist Care wert?

Liska Beulshausen, Wirtschaft ist Care e.V.

Im Workshop gehen wir der Frage nach, welchen Wert Care für unsere Gesellschaft und Wirtschaft tatsächlich hat: Wie viel wäre unbezahlte Care-Arbeit wert, würde sie entlohnt werden? Welchen Beitrag leistet Care-Arbeit für ein friedliches und demokratisches Zusammenleben? Gemeinsam diskutieren wir, warum ausgerechnet die Arbeit, die die Basis unserer Wirtschaft bildet, finanziell und gesellschaftlich abgewertet wird und wie eine Wirtschaft aussehen könnte, die Care in all ihren Facetten ins Zentrum stellt. 

Workshop 3 – Die jetzt auch noch! Aktive Vaterschaft als wichtiger Baustein erfolgreicher Unternehmenskultur 

Stefan Reuyß, SowiTra 

Wie können Betriebe oder Unternehmen eine väterfreundliche Unternehmenskultur fördern und wie können Sie Väter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen? Was bedeutet eine väter-freundliche Unternehmenskultur überhaupt und wie lässt sie sich umsetzen? Und nicht zuletzt: Welchen Mehrwert haben Unternehmen dabei? Der Workshop liefert Antworten auf all diese Fragen.

Zunächst geht es darum, wie sich Väter eine gute Vereinbarkeit zwischen ihrem Beruf und ihrem Vatersein vorstellen und wie die Arbeitgeber darauf reagieren können. Betriebliche Beispiele und wissenschaftliche Studien bieten darüber hinaus wertvolle Einblicke: Sei es mit attraktiven Arbeits-zeitmodellen, sei es mit guten Elterngeldregelungen oder sei es mit neuen Formen der Führung.

Darüber hinaus bietet der Workshop ausreichend Zeit und Raum zum kollegialen Austausch und Lernen.

Workshop 4 – Pflege passiert! Was heißt das für betriebliche Interessenvertretungen?

Anja Feist, Arbeitnehmerkammer Bremen

Wenn Beschäftigte Angehörige pflegen, bleibt das nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Fragen der Vereinbarkeit, der Arbeitszeit und der Arbeitsorganisation rücken dann schnell in den Mittelpunkt und damit auch die Handlungsmöglichkeiten von Betriebs- und Personalräten sowie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten.

Im Workshop geht es um aktuelle Entwicklungen und Zahlen zur Pflege in Bremen sowie um konkrete Ansatzpunkte für betriebliche Interessenvertretungen. Zugleich wollen wir die Erfahrungen der Teilnehmenden aus Betrieben und Dienststellen zusammentragen: Wo liegen die größten Herausforderungen, welche Lösungen gibt es bereits und wo besteht weiterer Handlungsbedarf?
 

14:15 Impro-Theater als Abschluss der Veranstaltung

Moderation: Elke Heyduck

Politikberatung

Greta-Marleen Storath

Referentin für Gesundheits- und Pflegepolitik

+49 421 36301-996

Anmeldung zur Veranstaltung

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Für die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich, bitte melden Sie sich vorab an, damit wir Ihnen einen Platz reservieren können. Sie müssen Ihre Anmeldung im Anschluss noch bestätigen.

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