Marion Salot
Mehr als drei Viertel der Beschäftigten im Land Bremen (77 Prozent) erleben ihre ausländischen Kolleg*innen als Bereicherung. Dies ist ein Ergebnis unserer Sondererhebung in der Beschäftigtenbefragung, die wir seit 2017 alle zwei Jahre durchführen. Mehr als 3.300 Arbeitnehmende wurden dieses Mal nicht nur zu ihren Arbeitsbedingungen befragt, sondern auch zu ihrer Haltung zu Wahlen, zur Demokratiezufriedenheit – und zur Migration. Hierbei wurde deutlich: Menschen mit Migrationsgeschichte sind für unsere Mitglieder willkommene Kolleg*innen und gut in den Arbeitsalltag integriert.
Ein Blick auf die Branchen zeigt: Im Bereich Gesundheit und Soziales sind die Zustimmungswerte besonders hoch. Von den Befragten, die in Krankenhäusern arbeiten, erleben 90 Prozent ausländische Kolleg*innen als Bereicherung, in der Altenpflege sind es 87 Prozent. In Arbeitsfeldern, in denen es ohne Zugewanderte längst zum Kollaps gekommen wäre, werden Kolleg*innen mit Migrationsgeschichte also besonders geschätzt.
Ähnlich hohe Zustimmungswerte gibt es in der IT-Branche. In den Bereichen Erziehung und Unterricht und auch in den Kindergärten und Vorschulen sind die Beschäftigten ebenfalls besonders offen für zugewanderte Kolleg*innen. Da gerade in diesen Bereichen Grundwerte vermittelt werden, Bildung eine große Rolle spielt und die Arbeitnehmenden für Kinder und Jugendliche eine Vorbildfunktion einnehmen, ist diese offene Haltung doppelt wichtig. Hohe Zustimmungswerte gibt es übrigens auch im öffentlichen Dienst (85 Prozent).
Nur 5,5 Prozent stimmen Aussage nicht zu
Erfreulich ist zudem: Nur 5,5 Prozent stimmen der Aussage nicht zu, dass ausländische Kolleg*innen eine Bereicherung sind. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es durchaus Beschäftigtengruppen gibt, die kritischer auf migrantische Kolleg*innen blicken. Dazu gehören beispielsweise Befragte ohne abgeschlossene Berufsausbildung (18 Prozent), Befragte mit einem Einkommen unter 1.000 Euro (13 Prozent) und solche, die ein erhöhtes Risiko haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren (15 Prozent). Bei den Post-, Kurier- und Expressdienstleistungen, im Kfz-Handel und im Reinigungsgewerbe ist der Anteil der Befragten, die ihre migrantischen Kolleg*innen nicht als Bereicherung erleben, ebenfalls höher.
Welch entscheidende Rolle Zugewanderte für unseren Arbeitsmarkt einnehmen, zeigt ein weiteres Ergebnis der Befragung: 74 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ausländische Arbeitskräfte dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu beheben. Nur sieben Prozent stimmen der Aussage zu, dass ausländische Arbeitskräfte zurückgeschickt werden sollten, wenn die Arbeitsplätze knapp werden. Diese Zahlen bestätigen, wie sehr Menschen mit Migrationsgeschichte als Kolleg*innen in der Arbeitswelt geschätzt werden – sie sind inzwischen ein fester, unverzichtbarer Bestandteil. Der Betrieb spielt als Integrationsort und als Raum, in dem Vorurteile abgebaut werden können, eine entscheidende Rolle.
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Geschäftsführung
Dr. Marion Salot
Referentin der Geschäftsführung



