Die Bremer Hütte ist Garant für tausende Arbeitsplätze

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Arbeitnehmerkammer stellt neue Studie zur  wirtschaftlichen Bedeutung des Bremer Stahlwerks vor

Die bremische Metallindustrie rund um das Stahlwerk ist allen wirtschaftlichen Krisen sowie Entwicklungen der Branche zum Trotz außerordentlich robust. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie im Auftrag der Arbeitnehmerkammer. Im Gegensatz zum Bundestrend ist die Zahl der Beschäftigten in der Metallbranche im Land Bremen zwischen 2015 und 2025 um etwa vier Prozent gestiegen – bundesweit ist sie im gleichen Zeitraum um 18 Prozent gesunken. „Es ist sehr erfreulich, dass sich die Beschäftigung trotz der anhaltenden Stahlkrise seit 2015 kontinuierlich entwickelt hat. Gerade deshalb wäre es falsch, die Transformation jetzt auf die lange Bank zu schieben. Wer die Arbeitsplätze langfristig sichern will, muss den Einstieg in die klimaneutrale Stahlproduktion ermöglichen“, sagt Peer Rosenthal, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer. 

ArcelorMittal ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in Bremen. 2025 gab es der Studie zufolge umgerechnet 3.385 Vollzeitstellen auf der Bremer Hütte – die zwischenzeitlich in eigene Firmen ausgelagerten Beschäftigten mit eingerechnet. Das waren 175 Vollzeitstellen mehr als noch 2015. Damals hat das Center für Wirtschaftspolitische Studien der Leibniz Universität Hannover erstmals im Auftrag der Arbeitnehmerkammer eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Stahlwerks durchgeführt. „Die Bremer Hütte schafft weiterhin viele tarifgebundene und mitbestimmte Industriearbeitsplätze und trägt stark zur regionalen Wertschöpfung bei. Es geht um einen industriellen Kern des Landes Bremen und um Tausende Arbeitsplätze weit über die Werkstore hinaus“, sagt Peer Rosenthal.

Die Bremer Hütte sorgt bundesweit für 12.382 Vollzeitstellen

Die Nachfrage von ArcelorMittal und seinen Mitarbeiter*innen nach Waren und Dienstleistungen sorgt auch weit über die Bremer Hütte hinaus für Beschäftigung: An jedem Arbeitsplatz des Stahlwerks hängen gemäß der Studie mehr als 3,6 weitere Arbeitsplätze in ganz Deutschland. In der Summe aller Beschäftigungseffekte sichert das Bremer Stahlwerk bundesweit 12.382 Vollzeitstellen – 35 Prozent weniger als noch 2015. Das liegt jedoch nicht an der Leistungsfähigkeit des Bremer Standorts, sondern insbesondere daran, dass der Konzern seine Nachfrage teilweise ins Ausland verlagert hat. Diese Entwicklung ist derzeit in der gesamten deutschen Wirtschaft zu beobachten. „Dass der deutschlandweite Beschäftigungseffekt der Bremer Hütte seit 2015 abgenommen hat, ist bedauerlich und entspricht dem Trend der vergangenen Jahre. Die Zahlen machen deutlich, wie dringend notwendig eine aktive Industriepolitik jetzt ist“, so PeerRosenthal.

Die Auslastung der Bremer Hütte ist überdurchschnittlich gut

Aktuell steht die europäische Stahlindustrie unter erheblichem Druck: Der internationale Wettbewerb nimmt stark zu, während die globale Nachfrage nach Stahlprodukten stagniert, was zu Überkapazitäten führt. Hinzu kommt die große Herausforderung, die klimaschädlichen CO2-Emissionen massiv zu senken. 2025 wurden in Deutschland über 30 Millionen Tonnen Rohstahl produziert – knapp jede zehnte Tonne kommt aus Bremen. Damit ist die Produktion des Bremer Stahlwerks trotz der schwierigen Bedingungen stabil: Ihr Anteil an der deutschen Rohstahlproduktion ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. Zugleich liegt die Auslastung der Bremer Hütte deutlich über dem Durchschnitt der Stahlindustrie. „Stahl ist nach wie vor ein unverzichtbarer Grundstoff. Die hohe Auslastung des Werks spricht für die Qualität der Produkte und der geleisteten Arbeit“, so Peer Rosenthal.

 Forderungen der Arbeitnehmerkammer 

  • Bremen muss ein starker Stahlstandort bleiben. Dafür muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört ein planbarer und wettbewerbsfähiger Industriestrompreis. Außerdem muss der seit 1. Juli 2026 von der EU verschärfte Importschutz für Stahl evaluiert und bei Bedarf ausgeweitet werden.
  • Das Stahlwerk muss klimafreundlich produzieren, damit Beschäftigung sowie Wertschöpfung langfristig gesichert und die Klimaziele erreicht werden. Der Konzern muss in einen Elektrolichtbogenofen in Bremen investieren, Land und Bund sollten ihn dabei mit Fördermitteln unterstützen. 2025 hatte sich ArcelorMittal mit Verweis auf die Betriebskosten vorerst gegen diese Zukunftsinvestition entschieden, obwohl öffentliche Fördermittel in Höhe von 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung standen. Das hat für großen Unmut und Enttäuschung in der Belegschaft, der Bremer Landespolitik und der Öffentlichkeit gesorgt. 
  • Eine starke Mitbestimmung ist das Fundament für gute Arbeit und wirtschaftlichen Erfolg. ArcelorMittal muss prüfen, welche Waren und Dienstleistungen unter wettbewerbsfähigen Bedingungen wieder verstärkt in Bremen oder zumindest in Deutschland beschafft werden können. Zudem dürfen die Ergebnisse aus dem sozialpartnerschaftlichen Projekt zur technischen und sozialen Transformation im Bremer Stahlwerk nicht in der Schublade verschwinden: Die Maßnahmen zur Personalplanung und zur Weiterbildung der Beschäftigten müssen jetzt umgesetzt werden.

Die Studie „Die regionalökonomische Bedeutung der Stahlindustrie in Bremen“ sowie unseren Policy Brief dazu finden Sie hier zum Download: 
Publikationen und Stellungnahmen | Arbeitnehmerkammer Bremen

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