Frau mit Kopftuch am Arbeitsplatz vor dem Computer

Nicht-deutsche Beschäftigte

Statistiken zu Beschäftigungssituation und Verdiensten nicht-deutscher Beschäftigter

Die Zahl der Beschäftigten nicht-deutscher Staatsangehörigkeit im Land Bremen steigt kontinuierlich – von 2015 bis 2025 hat sie sich fast verdoppelt. Das Beschäftigungswachstum im Land Bremen geht primär auf nicht-deutsche Beschäftigte zurück. Diese arbeiten allerdings besonders häufig in prekären Verhältnissen: Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten steigt – entgegen des allgemein rückläufigen Trends. Das zeigt sich auch in den relativen Zahlen: Waren 2015 noch 15,4 Prozent aller Beschäftigten in einem sogenannten „Minijob“ nicht-deutscher Herkunft, so traf dies 2025 bereits auf 21 Prozent zu. Verglichen mit dem Anteil nicht-deutscher Beschäftigter an allen Beschäftigungsverhältnissen – 2025 waren das 16 Prozent – zeigt sich hier eine deutliche Überrepräsentation.

Die Mehrheit der nicht-deutschen Beschäftigten im Land Bremen kommt nicht aus der der EU. Besonders stark gestiegen ist zwischen 2015 und 2025 die Zahl der Personen aus den sogenannten „Asylherkunftsstaaten“ – sie ist 2025 neunmal so hoch wie 2015. Mit Afghanistan, Eritrea, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien gehören zu den Asylherkunftsstaaten jene Länder, auf die zwischen 2012 und 2015 die meisten Asylerstanträge entfielen. Der sehr starke Anstieg der Beschäftigten aus den Asylherkunftsstaaten kann auf die Fluchtbewegungen 2015/2016 zurückgeführt werden – immer mehr der damals Zugewanderten haben eine Erwerbsarbeit aufnehmen können.

2025 hatten 15,5 Prozent aller sozialversichert Beschäftigten im Land Bremen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit inne. Unter den Personen in Helfer*innen-Jobs, die keine formale Qualifikation voraussetzen, waren nicht-deutsche Beschäftigte mit 36,9 Prozent deutlich überrepräsentiert. In Beschäftigungsverhältnissen, die eine Qualifikation voraussetzen, sind sie hingegen durchgehend unterrepräsentiert. Eine Beschäftigung als Helfer*in geht mit geringen Verdiensten und einer hohen Arbeitsplatzunsicherheit einher. Fehlende oder nicht-anerkannte Abschlüssen sowie unzureichende Sprachkenntnisse – ebenso wie Ressentiments gegenüber Personen nicht-deutscher Herkunft – sorgen dafür, dass zugewanderten Beschäftigten häufig keine anderen Tätigkeiten offenstehen.

Die Branchen im Land Bremen profitieren unterschiedlich stark von Beschäftigten nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Besonders stark gestiegen ist die Beschäftigung zwischen 2015 und 2025 im Gesundheitsweisen sowie Heimen und dem Sozialwesen, wo die Zahl der nicht-deutschen Beschäftigten sich jeweils mehr als verdreifacht hat. Insbesondere in den sozialen Dienstleistungen sind sie somit von herausragender Bedeutung und leisten unverzichtbare Arbeit. 2015 wie 2025 gilt jedoch, dass die meisten Beschäftigten nicht-deutscher Herkunft in Verkehr und Lagerei beschäftigt sind - ihre Zahl hat sich im Beobachtungszeitraum mehr als verdoppelt.

Die Anteile der nicht-deutschen Beschäftigten variieren stark zwischen den Branchen. Dort, wo körperlich belastende Arbeit und / oder geringe Verdienste an der Tagesordnung sind, ist ihr Anteil besonders hoch. So ist jede vierte im Gastgewerbe tätige Person nicht-deutscher Herkunft – und jede zweite Leiharbeitnehmer*in verfügt nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit. In Branchen mit überdurchschnittlichen Verdiensten arbeiten hingegen besonders oft deutsche Beschäftigte – so ist im öffentlichen Dienst nur jede*r 28. Beschäftigte nicht-deutscher Herkunft, in den Versicherungs- und Finanzdienstleistungen sogar nur jede*r 37.

2024 verdienten nicht-deutsche Vollzeitbeschäftigte im Land Bremen 1.289 Euro brutto im Monat weniger als deutsche – das entspricht einer Lohnlücke von knapp 30 Prozent. Nur in Hamburg war der Verdienstunterschied noch größer als in Bremen. Erklärt werden können die Lohnlücken unter anderem dadurch, dass nicht-deutsche Beschäftigte besonders oft in Branchen mit geringen Verdiensten oder auf wenig qualifizierten Positionen tätig sind.

Relevante Publikationen

Bericht zur Lage 2026
Der Bericht zur Lage der Arbeitnehmerkammer Bremen 2026 mit Schwerpunkt Zuwanderung
Koordinaten der Arbeit 2025
Was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen: Die Ergebnisse unserer Befragung der Beschäftigten im Land Bremen im Jahr 2025

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