Szene aus der Gastro - eine Frau und ein Mann arbeiten in der Küche

Beschäftigung und Arbeitsbedingungen

Statistiken zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Leiharbeit und Berufspendeln.

Mit 345.320 Menschen arbeiteten im Juni 2024 so viele wie nie zuvor sozialversicherungspflichtig im Land Bremen. 299.040 davon waren in der Stadt Bremen und 46.280 in Bremerhaven beschäftigt. Nachdem die Anzahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen im Jahresdurchschnitt 2023 mit gut 8.900 Stellen einen Rekordwert erreicht hatte, lag sie im Juni 2024 noch bei gut 7.900 und ist seitdem kontinuierlich gesunken. Während zuletzt noch der Fachkräftemangel das weitere Beschäftigungswachstum auszubremsen drohte, bleibt inzwischen abzuwarten, wie stark sich die schwierige Wirtschaftslage auf die weitere Beschäftigungsentwicklung auswirken wird.
Atypische Arbeitsverträge eröffnen Betrieben einen flexibleren Personaleinsatz. Für Beschäftigte erhöhen sie die Erwerbsrisiken. Insofern ist der langfristige Rückgang insbesondere der Minijob- und Befristungsquote erfreulich. Es bleibt zu hoffen, dass die schwierige Wirtschaftslage keinen spürbaren Anstieg atypischer Beschäftigungsverhältnisse bewirkt.
Unter den sozialversicherten Beschäftigten ist die Teilzeitbeschäftigung kontinuierlich gestiegen. Während 2014 27,1 Prozent aller sozialversicherten Beschäftigten in Teilzeit gearbeitet haben, lag ihr Anteil 2024 bei 31,5 Prozent. Das Land Bremen liegt damit im Bundestrend. Die Teilzeitbeschäftigung von Männern und Frauen bewegt sich nach wie vor auf ganz unterschiedlichem Niveau. Im Juni 2024 haben 15,4 Prozent der sozialversichert beschäftigten Männer in Teilzeit gearbeitet und 51,7 Prozent der sozialversichert beschäftigten Frauen. Aus gleichstellungspolitischer Sicht bleibt also noch viel zu tun.
Im Land Bremen schwankt der Anteil der Leiharbeitsverhältnisse im Zeitverlauf zwischen vier und fünf Prozent. Im Juni 2024 gab es rund 13.300 Leiharbeitskräfte. In zwei Tätigkeitsbereichen wurde Leiharbeit besonders häufig eingesetzt: Ungefähr 3.400 Leiharbeitskräfte waren in der Lagerwirtschaft und knapp 3.000 in der Metallbearbeitung beschäftigt. Gemessen an der Gesamtzahl von rund 384.800 Beschäftigten mag das auf den ersten Blick wenig erscheinen. Und in der Tat lag der Anteil der Leiharbeitsverhältnisse an der Gesamtbeschäftigung bei nur 3,4 Prozent, bedingt durch die angespannte Wirtschaftslage. So niedrig war der Anteil zuletzt 2020 während der Corona-Pandemie. Trotz dieses Rückgangs bleiben Beschäftigte in Leiharbeitsverhältnissen in der Regel höheren Beschäftigungsrisiken ausgesetzt. So haben Leiharbeitskräfte ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden. Zugleich ist ihre Chance gering, am Arbeitsort in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übernommen zu werden. Schließlich sind etwa 60 Prozent der Jobs in der Leiharbeit un- und angelernte Tätigkeiten mit geringen Qualifizierungs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten.
Viele Berufe sind stark durch Geschlechtersegregation geprägt. In fertigungstechnischen Berufen, in denen im Land Bremen mit rund 40.300 die meisten Beschäftigten arbeiten, ist der Anteil an Männern besonders hoch. Die Berufe rund um die Unternehmensführung und -organisation sind das zweitstärkste Berufssegment des Landes Bremen. Im Juni 2024 waren von den rund 38.800 Beschäftigten immerhin 60,1 Prozent Frauen. Je höher die Position, desto geringer ist allerdings auch in diesem Berufssegment der Frauenanteil: Von den gut 2.500 Beschäftigten in Geschäftsführungen und Vorständen waren gerade einmal 18,9 Prozent Frauen. Medizinische und nicht-medizinische Gesundheitsberufe sind hingegen durch einen hohen Anteil an Frauen gekennzeichnet.
Im Land Bremen arbeiten die meisten Beschäftigten in fertigungstechnischen Berufen. Im Juni 2024 waren es rund 40.300. Alle fertigungstechnischen Berufsgruppen sind nach wie vor Männerdomänen. Dabei ist der Anteil an Männern in Berufen der Energietechnik und der Maschinenbau- und Betriebstechnik besonders hoch. Hier arbeiten nur 3,8 bzw. 5,1 Prozent Frauen. Am höchsten ist der Anteil an Frauen im Berufsfeld technisches Zeichnen, Konstruktion und Modellbau. Jedoch erreicht der Frauenanteil auch hier nur ein Drittel (33,9 Prozent).
Auch im Land Bremen arbeiten viele Beschäftigte in Gesundheitsberufen. Im Juni 2024 haben rund 29.700 Beschäftigte Tätigkeiten in medizinischen oder nicht-medizinischen Gesundheitsberufsfeldern ausgeübt. Alle Berufsfelder in diesem Bereich sind nach wie vor Frauendomänen. Zwei Ausnahmen davon sind die Human- und Zahnmedizin und die Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik. In der Human- und Zahnmedizin betrug der Frauenanteil im Jahr 2024 53,3 Prozent, in der Medizin-, Orthopädie und Rehatechnik lag er bei 57,4 Prozent. Im Durchschnitt der Gesundheitsberufe stellten Frauen allerdings immer noch 80,4 Prozent der Beschäftigten.
Mit dem Anstieg der Beschäftigtenzahlen nahm in den vergangenen Jahren auch die Zahl der Pendler*innen zu. Im Jahr 2024 stagnierten die Zahlen jedoch. Im Juni 2024 pendelten etwa 131.000 Beschäftigte in die Stadt Bremen (inklusive des stadtbremischen Überseehafens in Bremerhaven) und etwa 20.000 nach Bremerhaven ein. Das entspricht einer Einpendelquote von 44 Prozent in Bremen und von 43 Prozent in Bremerhaven. Im Vergleich mit Städten ähnlicher Größe sind dies Werte, die weder ungewöhnlich hoch noch ungewöhnlich niedrig sind. Die Zahl der Auspendelnden betrug 2024 für Bremen etwa 52.000 und für Bremerhaven 17.000. Auspendelnde sind relativ häufig Metropolenpendelnde, die etwa in Hamburg, Hannover oder Berlin arbeiten. Das aktuelle KammerKompakt Pendlerinnen und Pendler (Stichtag Juni 2022) finden Sie unten.

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