Branchen, Ausbildung

Von der Kunstschule auf die Konzertbühne

Janka Loos arbeitet als Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei der active blue GmbH in Bremen-Huchting.

Eine Veranstaltungstechnikerin prüft in einem Lager eine rot leuchtende Bühnenlampe. Um sie herum stehen Regale mit großen Transportkisten und weiterem Bühnenequipment.

Nach ihrem Quereinstieg sorgt Janka Loos heute dafür, dass Konzerte, Festivals und Veranstaltungen technisch reibungslos laufen.  Sie hätte selbst wohl nicht gedacht, dass sie einmal hinter den Kulissen großer Konzerte arbeiten würde. Die heute 30-Jährige hatte Kunsttherapie und Kunstpädagogik studiert und an einer Kunstschule unterrichtet – bis die Leidenschaft dafür nachließ. Auf der Suche nach einer neuen Richtung stieß sie eher zu­fällig auf die Veranstaltungstechnik. „Ich habe einfach nach der coolsten Ausbildung gesucht, die ich finden konnte.“ Ein Praktikum überzeugte sie sofort. Heute sagt sie: „Ich könnte mir auch nichts anderes vorstellen, muss ich sagen.“

Was ihr an ihrem Beruf gefällt, ist die Mischung aus Technik, Kreativität und Teamarbeit. „Du machst anderen eine Freude damit, was du machst. Es kann beeindruckend sein, laut und hell und manchmal extrem.“

Ihr Arbeitstag beginnt mit einer Morgenrunde. Danach geht es zu Konferenzen, Firmenveranstaltungen oder auf Konzert­­bühnen. Lautsprecher, Mikrofone, LED-Wände und Licht­­anlagen werden aufgebaut und betreut. Alles muss zusammenspielen. „Improvisieren ist wahrscheinlich das Allerwichtigste“, sagt Janka.

Besonders spannend findet sie, dass kein Auftrag dem anderen gleicht. Zu ihren Highlights gehören Einsätze bei der Seebühne Bremen oder Festivals. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr der Job als Stage Managerin auf einem Elektrofestival: „Eine Woche lang haben wir im Regen und Schlamm aufgebaut. Und als am Ende alles funktioniert hat und die ersten Künstler auf der Bühne standen, war das ­einfach ein großartiges Gefühl.“

Der Beruf verlangt Einsatz: Abend- und Wochenendarbeit gehören dazu, ebenso körperliche Arbeit beim Transport und Aufbau von Traversen, Lautsprechern und Kabeln. Wichtig sei vor allem: „Man muss flexibel sein, im Team arbeiten können und Durchhaltevermögen haben.“

Janka glaubt, dass das Lernen nach der Ausbildung nicht aufhört. Wer sich in ein Thema vertieft, kann eigene Schwerpunkte entwickeln. „Wenn du dich in ein Thema ­richtig reinarbeitest, wirst du irgendwann genau die Person, die dafür gefragt ist.“

Noch immer arbeiten mehr Männer als Frauen in der ­Branche, aber: „Ich glaube, das wandelt sich gerade total, es ­werden immer mehr“, sagt Janka. Außerdem arbeiten viele queere Personen in der Branche, ergänzt sie.

Ihr Rat an alle, die einsteigen wollen: „Unbedingt ein Praktikum machen. Dann merkt man ganz schnell, ob einem ­dieser abwechslungsreiche Alltag liegt.“ Denn eines ist für Janka sicher: „Jeder Tag ist anders. Genau das macht den Beruf für mich so spannend.“

Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Die dreijährige Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. ­Vermittelt werden unter anderem ­­Licht-, Ton- und Videotechnik, Elektro­technik, Bühnenbau sowie Veranstaltungs­sicherheit.

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