Vielfalt? Läuft bei uns! - Beate Pellegrino ist die Diversity Beauftragte

Beate Pellegrino ist Diversity-Beauftragte des Wohnungsunternehmens Gewoba. Mit Offenheit und viel persönlichem Engagement macht sie Vielfalt im Arbeitsalltag sichtbar – und zeigt, wie Veränderung gelingt.

Person mit schwarzem T-Shirt auf dem Vielfalt steht spricht mit einer anderen Person.

Seit drei Jahren engagiert sich Beate Pellegrino im Diversity-Management der Gewoba. Nach einer Ausbildung in der Wohnungswirtschaft und weiteren Stationen wechselte die 58-Jährige nach zwölf Jahren als Nachbarschaftsmanagerin ins Sozialmanagement des Wohnungsunternehmens. Hier ist Vielfalt ihr zentrales Thema.

„Für mich ist es wichtig, Vielfalt sichtbar zu machen, sodass sie zur Normalität wird“, sagt sie. Ihr Ansatz ist pragmatisch und nah an den Menschen: Aktionen zum Diversity-Tag, eine kleine Bibliothek mit Büchern zur Vielfalt oder der „Raum der Stille“ als Rückzugsort für Gebete oder Pausen gehören zu ihren Projekten.

Viele Maßnahmen sind bewusst niedrigschwellig, um möglichst viele Kolleg*innen zu erreichen. „Es gibt genug Konzepte, sie bringen aber nur etwas, wenn sie im Alltag gelebt werden“, betont sie. Pellegrino ist Ideengeberin und Macherin zugleich.

Ihre Glaubwürdigkeit schöpft sie aus eigener Erfahrung: „Ich bin fast 60 Jahre alt, habe einen ausländischen Nachnamen, lebe seit 30 Jahren mit meiner Frau zusammen und habe eine leichte Schwerbehinderung.“ Vier der sieben Diversity-Dimensionen der „Charta der Vielfalt“ vereint sie selbst. „Ich war schon immer neugierig auf andere Lebensentwürfe – ohne Berührungsängste.“ Diese Offenheit gibt sie weiter, etwa bei der Diversity Challenge, bei der sie mit Auszubildenden ein Spiel zum Thema Vielfalt entwickelte, das sogar ausgezeichnet wurde.

Person mit schwarzem T-Shirt auf dem Vielfalt steht spricht mit einer anderen Person.
Wir müssen das Rad nicht neu erfinden – gemeinsam sind wir stärker!
Beate Pellegrino

Ihr Arbeitsalltag ist bunt: Sie organisiert die Teilnahme am Christopher Street Day, plant Workshops zu seelischer Gesundheit und berät bei Diskriminierung. Vor zweieinhalb Jahren gründete sie das Diversity-Netzwerk Bremen – heute ein Zusammenschluss von rund 30 Unternehmen und Vereinen, von kleinen Unternehmen bis zu großen Playern wie Mercedes. 

Für diesen Beruf braucht es Kommunikationsgeschick, Empathie und Durchhaltevermögen: „Nicht alle sind sofort begeistert, aber es lohnt sich, dranzubleiben.“ Unterstützung bekommt sie vom Vorstand – und profitiert von der sozialen Grundhaltung der Gewoba.

Ihr Rat an junge Menschen: „Bleibt neugierig, haltet Rückschläge aus und bleibt euren Werten treu. Wenn jede*r nur eine Kleinigkeit beiträgt, kommen wir weiter.“ Für sie ist Vielfalt kein Buzzword, sondern gelebter Alltag – und genau das macht diesen Beruf so wertvoll.

Die/der Diversity-Beauftragte

Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Oft führen Studiengänge wie Sozialwissenschaften, Psychologie oder Betriebswirtschaftslehre und Weiterbildungen – etwa bundesweite Zertifikatskurse zum*zur Diversity Manager*in – zum Ziel. In Bremen bieten regionale Netzwerke wie das Diversity-Netzwerk Bremen Unterstützung und Informationen.

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