Ausbildung

Mit Liebe zum Detail: der Fliesenleger

Fliesenleger Artur Cicman gibt Einblicke in ein filigranes Handwerk

Ein Fliesenleger arbeitet an einem Projekt.

Artur Cicman ist Fliesenleger aus Leidenschaft.

Bremen baut für die Zukunft – und mittendrin steckt Artur Cicman. Ende Januar steht er in einem ­Rohbau an der Rockwinkeler Heerstraße in Oberneuland. Hier entstehen eine neue Grundschule und eine Kindertagesstätte. Als Fliesenleger kümmert sich ­Cicman um die Böden in den Fluren, Bädern und Treppen, auf denen die Kinder später einmal laufen werden.

Diese Sichtbarkeit seiner Arbeit gefällt Cicman be­sonders. „Es ist eines der letzten Dinge, die bei einem Bau­projekt passieren“, sagt er. Während die Kabel eines Elektrikers meist hinter den Wänden verschwinden, bleibt sein Werk im Raum bestehen. In seinem Gewerk findet der 37-Jährige noch ­weitere Vorteile: „Man muss mit Millimetern klarkommen. Das ist feinfühlig und filigran.“

Neben dieser detailreichen Arbeit muss Cicman aber auch mit großen Brocken umgehen. Im Flur des Erdge­schosses verlegt er Betonwerkstein, zwei Zentimeter dick. Der lässt sich nur mit einer Nasssäge oder Flex schneiden. Auch für einen routinierten Handwerker ist das eine Herausforderung. „Die Platten sind von Stein zu Stein anders, sie sind nicht linear oder eben“, beschreibt Cicman. Beim Verlegen muss er ­deshalb besonders genau arbeiten, damit keine Stolper­fallen entstehen: „Es ist eine komplizierte Arbeit.“ Genau das mache einen weiteren Reiz der Tätigkeit aus.

Mit dem Bremer Bauunternehmen Grouzinski Bau ­arbeitet der gebürtige Litauer vorwiegend in größeren ­Objekten: Gewerbe­bauten, Schulen, Wohnanlagen. Dort legt er die ­Fliesen in Nassräumen, Treppenhäusern und Schulen. „Das sind vielseitige Projekte und Herausforderungen. Ich habe immer wieder mit neuen Situationen, Umfeldern und Menschen zu tun“, sagt der Fliesenleger über seinen Beruf: „Das macht ihn spannend und interessant.“ Insbesondere in sensiblen Bereichen wie Schulräumen gehe es nicht um Akkord­arbeit, sondern um gute Qualität.

Für das Fliesenlegen hat sich Cicman aus den genannten Gründen bewusst entschieden. Von der Schule zog es ihn direkt auf die Baustelle. „Ich habe schon alles gesehen“, sagt er über die verschiedenen Gewerke. Mit 25 Jahren wählte er dann seine Spezialisierung und kam vor acht Jahren für die Arbeit nach Deutschland. Einen monotonen Bürojob kann sich der 37-Jährige nicht vorstellen. „Wenn ich arbeite, verfliegt die Zeit, weil es Spaß macht“, sagt er.

Zwar fordert die Arbeit den Körper, doch daran gewöhne man sich, sagt Cicman. Hier sieht der Fliesenleger auch den Kopf gefragt: „Ich versuche, die Prozesse so zu planen und umzusetzen, dass sie möglichst wenig belasten.“

Die*der Fliesenleger*in

Die Ausbildung zum*zur Fliesen-, Platten- und ­Mosaikleger*in dauert in der Regel drei Jahre. Eine Vor­bildung ist meist nicht erforderlich, die Betriebe ­wünschen in der Regel ­mindestens einen Hauptschulabschluss.
Zu den Ausbildungs­inhalten zählen Farbenlehre, Raum­­­­ge­staltung und Materialberechnung sowie das Verlegen.
Das Aus­bildungsgehalt beginnt bei etwa 850 Euro.

Zurück