Familie

Kinder und Beruf – ­weiterhin schwer zu ­vereinbaren

Frauen leisten mehr Sorgearbeit in den Familien, ­ver­dienen oft weniger und sind schlechter abgesichert. In Bremen zeigt sich die Benachteiligung von Müttern auf dem Arbeitsmarkt besonders deutlich. Auch weil Betreuungslücken in Bremer Kitas am größten sind.

 

Quelle: KammerKompakt „Kinder und Beruf – weiterhin schwer zu vereinbaren“

Eine erwachsene Person kniet vor einem Kind in einer Garderobe und hilft ihm beim Anziehen der Schuhe. Im Hintergrund hängen Jacken an Haken, darüber befinden sich Fächer mit Boxen und Spielzeug. In einer Gedankenblase ist ein Arbeitsplatz mit Computer zu sehen, was auf die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung hinweist.
Illustration eines Familienplaners mit einer Notiz zum Elterngeld in Bremen. Daneben liegen Euromünzen sowie Fotos einer Frau und eines Mannes. Die Grafik thematisiert die finanzielle Situation von Müttern nach der Geburt eines Kindes. Text im Bild: „Mütter bekommen in Bremen besonders wenig Elterngeld  43 Prozent der Bremer Mütter erhalten lediglich 300 Euro Elterngeld – also den Mindestbetrag: Sie waren im Jahr vor der Geburt nicht erwerbstätig. Weitere 18 Prozent hatten im Jahr vor der Geburt ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Dadurch sind über 60 Prozent von zusätzlichen Sozialleistungen oder Partner*innen finanziell abhängig.“
Das Balkendiagramm trägt die Überschrift: „Nirgendwo sind so wenig Mütter erwerbstätig wie in Bremen“. Darunter steht: „2024, erwerbstätige Mütter mit mindestens einem Kita-Kind“.  Die Grafik vergleicht den Anteil erwerbstätiger Mütter in verschiedenen Bundesländern und deutschlandweit:  Bremen: 52 % Saarland: 65 % Hamburg: 68 % Niedersachsen: 73 % Deutschland: 75 %  Bremen ist in roter Schrift hervorgehoben und weist den niedrigsten Wert auf. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 75 Prozent und damit 23 Prozentpunkte über dem Wert von Bremen. Die Grafik verdeutlicht, dass Mütter mit Kita-Kindern in Bremen deutlich seltener erwerbstätig sind als im Bundesdurchschnitt und in den Vergleichsregionen.
Die Infografik trägt die Überschrift: „Die meiste Sorgearbeit liegt bei den Müttern“.  Darunter steht: „2025. Überwiegend zuständig für die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren sind in Bremen die Mütter. 50 % von ihnen arbeiten in Teilzeit (Väter: 11 %). Gründe sind auch fehlende und zu kurze Angebote der Kinderbetreuung.“  Die Grafik vergleicht die Verteilung der Betreuungsverantwortung zwischen Müttern und Vätern:  Mütter  60,5 % überwiegend zuständig 5,8 % Betreuung geteilt mit Partner*in 31,8 % nicht überwiegend zuständig 1,2 % Betreuung geteilt mit anderen  Väter  8,0 % überwiegend zuständig 32,2 % Betreuung geteilt mit Partner*in 54,7 % nicht überwiegend zuständig 5,0 % Betreuung geteilt mit anderen  Die Grafik verdeutlicht, dass Mütter in Bremen deutlich häufiger die Hauptverantwortung für die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren übernehmen als Väter. Gleichzeitig arbeiten Mütter wesentlich häufiger in Teilzeit. Als mögliche Ursache werden unzureichende und zeitlich zu kurze Kinderbetreuungsangebote genannt.
Die Infografik trägt die Überschrift: „Es gibt viel zu wenig Krippenplätze in Bremen“. Darunter steht: „2025 fehlten allein 3.600 Plätze für unter dreijährige Kinder. Die Betreuungslücken sind in Ostdeutschland, Hamburg und Berlin am kleinsten – und in Bremen am größten.“  Das Diagramm vergleicht die Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren im Jahr 2024 mit dem Bedarf der Eltern in verschiedenen Bundesländern und deutschlandweit. Bremen ist rot hervorgehoben. Während die Betreuungsquote in Bremen bei 30 Prozent liegt, beträgt der Bedarf der Eltern 50 Prozent. Damit ist die Differenz zwischen vorhandenen Plätzen und gewünschter Betreuung größer als in den anderen dargestellten Regionen. Zum Vergleich liegen die Betreuungsquoten in Sachsen, Hamburg und Berlin deutlich höher. Rechts neben dem Diagramm sind stilisierte Spielbausteine und Stapelspielzeug als Symbol für Kinderbetreuung abgebildet. Die Grafik verdeutlicht den erheblichen Mangel an Krippenplätzen in Bremen.
Die Infografik trägt die Überschrift: „Wenige Bremer Väter nehmen Elternzeit“. Darunter steht: „Zwei Drittel der Väter beantragt kein Elterngeld, ein Drittel (35 %) nimmt mehrheitlich nur zwei Monate Elternzeit. (Stand 2025)“  Das Balkendiagramm zeigt den Anteil der Väter, die Elterngeld beantragen, in ausgewählten Bundesländern und deutschlandweit. Sachsen erreicht mit 55 Prozent den höchsten Wert. Berlin, Hamburg, Niedersachsen und der Bundesdurchschnitt liegen jeweils bei 46 Prozent. Bremen ist rot hervorgehoben und erreicht mit 35 Prozent einen der niedrigsten Werte, gleichauf mit dem Saarland. Die Grafik verdeutlicht, dass Bremer Väter deutlich seltener Elternzeit in Anspruch nehmen als Väter in vielen anderen Regionen Deutschlands. Rechts ist eine Illustration eines Vaters mit einem Baby in einer Trage zu sehen.
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