Bremen, Reihe: Transformation, Vortrag/Diskussion, Politik

Mobilitätsarmut – eine Herausforderung für die Verkehrswende?

Veranstaltungsinfos

Gewerkschaftshaus Bremen
Bahnhofsplatz 22-28
Tivoli-Saal
28195 Bremen

Mobilität entscheidet darüber, ob Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können: ob sie zur Arbeit kommen, zur Ausbildung, zum Arzt, zur Beratungsstelle, zum Sportverein oder zur Demo. Wer schlecht angebunden ist, sich Tickets nicht leisten kann, auf unsicheren Wegen unterwegs ist oder an digitalen, sprachlichen oder körperlichen Barrieren scheitert, ist in seiner Teilhabe eingeschränkt.

Trotz dieser alltäglichen Herausforderungen wird Mobilitätsarmut häufig nur mit ländlichen Räumen verbunden. Für Bremen stellt sich die Frage aber ebenso: Wo ist die Stadt gut erreichbar – und für wen? Wo reicht der Takt nicht aus? Wo fehlen sichere Wege, barrierefreie Haltestellen, verständliche Informationen oder bezahlbare Angebote? Und warum nutzen manche Menschen Bus, Bahn oder Fahrrad nicht, obwohl sie im Quartier vorhanden sind?

Mobilitätsarmut ist ein Scharnierthema zwischen Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Sie betrifft nicht nur Menschen ohne Auto: Auch wer mangels verlässlicher Alternativen auf ein Auto angewiesen ist und wegen hoher Mobilitätskosten in anderen Lebensbereichen verzichten muss, kann mobilitätsarm sein. Ein verlässlicher, barrierefreier und bezahlbarer Umweltverbund stärkt die soziale Teilhabe, verringert Autoabhängigkeit und erleichtert den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel. Eine gelungene Verkehrswende berücksichtigt die unterschiedlichen Voraussetzungen und Mobilitätsbedürfnisse der Menschen - und verbessert dadurch ihren Alltag.

Im Fachgespräch wollen wir diskutieren, wo Mobilitätsarmut in Bremen entsteht und was politisch, planerisch und zivilgesellschaftlich dagegen getan werden kann. Dabei geht es um Erreichbarkeit, Taktung und Verlässlichkeit im ÖPNV, um Barrierefreiheit und digitale Zugänge, um Sicherheit im Rad- und Fußverkehr, aber auch um soziale und kulturelle Hürden.

Nach einem einführenden fachlichen Input diskutieren wir mit Gästen aus Wissenschaft, Verwaltung, Verkehrsplanung und Verbänden. Das Publikum soll frühzeitig einbezogen werden, damit Vertreter*innen der Wohlfahrts-, Klima-, Umwelt- und Verkehrsverbände ebenso wie Akteur*innen aus Stadtteilarbeit, Behindertenvertretungen und weiteren Initiativen ihre Perspektiven einbringen und miteinander ins Gespräch kommen können. Das Gespräch gilt dediziert dem fachlichen Austausch untereinander - die Veranstaltung wird nicht öffentlich beworben. Interessierte werden aber auch nicht ausgeschlossen. 

Gäste:

Prof. Dr. Stefanie Bremer, Professorin für Verkehrswesen und Verkehrsinfrastruktur an der Hochschule Bremen
Dr. Ralph Baumheier, Staatsrat bei der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung
Andreas Busch, Centerleiter Verkehrsplanung und Qualität bei der BSAG
Maria Schönebaum, Leiterin des Zentrums für Schule und Beruf beim DRK Bremen
Moderation: Anne Mechels

Programm

18:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
18:10 Uhr
Fachlicher Input von Prof. Dr. Stefanie Bremer
18:40 Uhr
Fachgespräch mit Publikum
19:50 Uhr
Ausblick

Die Ergebnisse des Abends sollen in die weitere bündnisinterne Arbeit einfließen und Grundlage für ein gemeinsames Positionspapier zur Mobilitätsarmut in Bremen werden. Ziel ist kein abschließender Konsens an diesem Abend, sondern ein gemeinsames Verständnis dafür, wo Mobilitätshürden in Bremen entstehen - und was sich ändern muss, damit alle Menschen gut, sicher, bezahlbar und umweltverträglich durch die Stadt kommen.

Um Anmeldung wird gebeten an Jula Eichhorn eichhorn@einsteigen.jetzt

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