
Vernissage: 19. März 2026, 19 Uhr
Für ihre Tanzfotografien hat Franziska Strauss über viele Jahre zeitgenössische Tanzkompanien begleitet. Ihre Foto-Serien bewegen sich zwischen dokumentarischer Nähe und künstlerischer Verdichtung: Sie hält Arbeit, Alltag und zugleich Gesten und Bewegungen fest, in denen sich vertraute Gefühle in überraschenden Formen ausdrücken.
Tanz ist zugleich kraftvoller Ausdruck und macht die Ausführenden angreifbar, ist voller Körpereinsatz und gleichzeitig undenkbar, ohne sich verletzlich zu zeigen. Etwas, so Franziska Strauss, dass für alles gilt, was man intensiv betreibt.
Durch enge Bildausschnitte, experimentelle Belichtungen und ungewöhnliche Perspektiven verleiht Strauss ihren Abbildungen von Körpern eine eigene Sprache und bedient gleichzeitig das Bewegungsvokabular des Tanzes. „Ich sehe Tanz als essentielles Ausdrucksmittel, das wir aber verlernt haben zu nutzen. Tanz vermittelt für mich etwas Generelles: die Einheit eines körperlichen, geistigen und seelischen Zustands. Er zeigt uns die Fähigkeit und Notwendigkeit auf, über andere Wege zu kommunizieren, als die verbale Sprache – Wege, die einem die bloße Kopfarbeit verwehrt“, so Strauss.
In ihrer Ausstellung in der Bremer Arbeitnehmerkammer stellt die Berliner Fotografin neben eher dokumentarisch gehaltene Motive Fotos, die in Zusammenarbeit mit einzelnen Tänzer*innen entstanden sind. Faktoren wie Bühne, Stress, Choreographie, repräsentatives Verhalten und dergleichen fielen hierbei weg. Stattdessen hat sich Strauss von der Frage leiten lassen, wie sich jemand verhält, der keine genauen Anweisungen erhält und darauf als Fotografin reagiert.
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Franziska Strauss, geb. 1984 in Cottbus, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Fotodesign an der Hochschule München. Ihre Arbeiten sind seit 2006 in Ausstellungen unter anderem in München, Berlin, Chemnitz, Stuttgart und Düsseldorf präsentiert worden.
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In Kooperation mit FREELENS e.V.
Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni zu sehen.


