Eine Pflegekraft am St.-Josef-Stift hält den Kopf eines Säuglings mit den Händen

Ich pflege wieder, wenn...

Mindestens 300.000 zusätzliche Vollzeit-Pflegekräfte stünden in Deutschland zur Verfügung. Alles über unsere Studie und ein Modellprojekt zur Pflege in Bremen.

Ein Modellprojekt für die Pflege

Basierend auf der Arbeitnehmerkammer-Studie zur Pflege aus dem Jahr 2021 startet Bremen 2024 das bundesweit einzigartige Modellprojekt „Ich pflege wieder, weil …“ am Bremer St. Joseph-Stift zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Es wurde von der Arbeitnehmerkammer initiiert und zusammen mit der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz sowie der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration auf den Weg gebracht und soll zeigen, dass der Mangel an Pflegekräften vor allem ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen ist. 

Das Modellprojekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und umfasst  die gesamte Geburtshilfe (Kreißsaal, Wochenbett- sowie Früh- und Neugeborenenstation); Pflegekräfte und Hebammen arbeiten dort gemeinsam. Hier sollen umfassende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erreicht und betrieblich verankert werden, um das vorhandene Personal zu entlasten und eine gute und bedarfsorientierte Pflege- und Hebammenarbeit zu ermöglichen. Diese Entlastungen sollen Teilzeitkräfte, die aufgrund der hohen Arbeitsbelastung ihre Stunden reduziert haben, motivieren, ihre Arbeitszeit wieder zu erhöhen. Außerdem sollen ausgestiegene Pflegekräfte und Hebammen für eine Rückkehr in den Beruf gewonnen werden. Das Projekt setzt damit ein Zeichen für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Denn der überwiegende Teil der Pflegekräfte und Hebammen ist weiblich. Viele von ihnen arbeiten in Teilzeit und verdienen dementsprechend weniger. Eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit würde für diese Frauen eine finanzielle Verbesserung und einen wichtigen Schritt Richtung Entgeltgleichheit bedeuten.
Um nachzuverfolgen, ob die durch das Modellprojekt angestrebten Entlastungen für die Beschäftigten tatsächlich realisiert werden, wird es von der Arbeitnehmerkammer eng begleitet und jährlich evaluiert. Die Ergebnisse werden regelmäßig in die Öffentlichkeit kommuniziert und sollen als Best-Practice-Beispiele für andere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht nur im Land Bremen dienen. Darüber hinaus kann ein erfolgreiches Modellprojekt ein bundesweites Signal an die Politik senden, dass der Personalmangel in der Pflege durch umfassende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bewältigt werden kann.

Bundesweite Studie „Ich pflege wieder, wenn.....“

Im Herbst 2021 haben wir bundesweit rund 12.700 ausgestiegene oder Teilzeit-Pflegefachkräfte in unserer Studie „Ich pflege wieder, wenn... “ befragt. Das Ergebnis: Mindestens 300.000 Vollzeit-Pflegefachkräfte stünden in Deutschland zusätzlich zur Verfügung – sofern sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessern. In einem optimistischen Szenario sind es sogar bis zu 660.000 Vollzeitkräfte. 

Grafik mit dem Titel „Fünf Faktoren einer Entlastungs- und Fachkräfteoffensive“. In Sprechblasen stehen die Begriffe: Bedarfsgerechte Personalbemessung, verlässliche Arbeitszeiten, wertschätzende Führung, Kollegialität und höhere Bezahlung. Darunter sind stilisierte Personen dargestellt.
„Das Wichtigste ist mir der wertschätzende Umgang untereinander.“
Pflegekraft
„Das Patientenwohl muss vor ökonomischen Interessen stehen.“
Pflegekraft

Publikationen zum Thema

Studie "Ich pflege wieder, wenn..." (Langfassung)

Studien / Befragungen

Wir haben im Herbst 2021 rund 12.700 ausgestiegene oder Teilzeit-Pflegefachkräfte in unserer Studie „Ich pflege wieder, wenn... “ befragt. Das Ergebnis: Mindestens 300.000 Vollzeit-Pflegefachkräfte stünden in Deutschland zusätzlich zur Verfügung – sofern sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessern. In einem optimistischen Szenario sind es sogar bis zu 660.000 Vollzeitkräfte. 

05.2022 (PDF, 4 MB)

Wir stellen das Modellprojekt gern auch bei Ihnen vor!

Haben Sie Interesse an unserem Modellprojekt "Ich pflege wieder, weil..."? Wollen Sie es in Ihrem Betrieb oder in Ihrer Einrichtung vorstellen? Dann melden Sie sich bitte bei uns! Wir kümmern uns um passende Ansprechpartner. 
Kontakt über j.auffenberg@arbeitnehmerkammer.de

Ihr Kontakt

Politikberatung

Dr. Jennie Auffenberg

Referentin für Gesundheits- und Pflegepolitik

+49 0421 36301-980