Wie wichtig ist Künstliche Intelligenz (KI) für die Arbeitswelt in Bremen heute schon?
Daniel Kühn: Unsere repräsentative Befragung zeigt: 22,5 Prozent der Beschäftigten in Bremen nutzt bereits KI bei der Arbeit. In Wahrheit sind es wahrscheinlich viel mehr: KI ist vielfach schon in Software enthalten, ohne dass sie als solche wahrgenommen wird. Besonders bedeutsam ist KI derzeit in der Verwaltung, in der Industrie und Logistik, in wissensintensiven Dienstleistungen sowie in Forschung und IT-nahen Berufen. Gleichzeitig zeigt sich: Es gibt oft nicht so viele Effizienzgewinne wie erhofft. Dafür sind Beschäftigte mit steigendem Arbeitsdruck, neuer Kontrolle und erhöhten Qualifikationsanforderungen konfrontiert. Arbeitgeber müssen hier noch stärker in betriebliche Weiterbildung investieren, zusätzlich brauchen wir einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung für die Arbeitnehmer*innen.
Wo bedroht oder vernichtet die KI Jobs in Bremen, wo schafft sie neue?
KI verändert Jobs bei uns derzeit eher, als dass sie massenhaft welche vernichtet. Besonders unter Druck geraten Arbeiten mit einem hohen Anteil an standardisierten Routinen, etwa in der Verwaltung, dem Kundenservice oder im kaufmännischen Bereich, aber auch in Teilen der Kreativberufe, etwa bei Text-, Bild- oder Übersetzungsarbeiten. Gleichzeitig entstehen neue Tätigkeiten vor allem in IT-nahen Berufen, in Forschung und Entwicklung, der Industrie, Logistik und bei datenbezogenen Arbeiten. Diese neuen Jobs setzen meist höhere Qualifikationen voraus.




