Auf Social Media wimmelt es von Influencer*innen, die über Finanzen sprechen – sogenannte Finfluencer*innen –, eine Wortschöpfung aus „finance“ und „influencer“. Sie teilen kurze Videos, Infografiken oder Beiträge, um finanzielle Konzepte einfach zu erklären. Besonders junge Menschen suchen in sozialen Medien nach Anlagetipps und Strategien für den Vermögensaufbau. Finfluencer*innen richten sich gezielt vor allem an diese Zielgruppe und bieten Inhalte zu Aktien, Kryptowährungen und Immobilien. Manche liefern seriöse Informationen und nützliche Ratschläge, andere locken mit Versprechen vom schnellen Geld und dubiosen Methoden.
Die Rolle der Finfluencer*innen ist Fluch und Segen zugleich. Mit Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube erreichen sie immer mehr Menschen und können zur finanziellen Bildung beitragen. Social Media macht Finanzthemen zugänglicher, persönlicher und inklusiver. Es spricht Menschen an, die klassische Angebote wie von Banken oder Finanzberater*innen nicht erreichen. Es weckt Interesse und ermutigt, sich mit den eigenen Finanzen zu beschäftigen. Gleichzeitig verdrängen Finfluencer*innen traditionelle Wege zunehmend.
Viele falsche und unvollständige Informationen
Sie behandeln Themen wie Aktienanalysen, Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder Versicherungen – oft jedoch ohne fundiertes Wissen oder eine Lizenz. Das Problem: Jeder kann Finanztipps posten, ohne dass deren Richtigkeit geprüft wird. So verbreiten sich viele falsche oder unvollständige Informationen. Laut einer Studie des Swiss Finance Institute erzielen 56 Prozent solcher Anlagetipps deutlich schlechtere Renditen als der Gesamtmarkt. Und: im Finanzbereich ungelernte Finfluencer*innen haben mehr Follower, mehr Reichweite und mehr Einfluss als erfahrene.
Eines eint jedoch fast alle: Es geht ums Geldverdienen. Hinter den Angeboten steckt meist ein Geschäftsmodell. Kostenlose Seminare dienen oft nur als Einstieg, um kostenpflichtige Produkte zu verkaufen. Angst und Gier werden gezielt geschürt, um Coachings, Mentorings oder Trading-Strategien teuer zu vermarkten. Auch Produkte wie teure, oft unnötige Versicherungen werden beworben. Häufig tarnt sich provisionsabhängiger Vertrieb als kostenlose Beratung. Influencer-Werbung für Finanzprodukte bleibt dabei oft unzureichend gekennzeichnet.
Veranstaltung am 22. April klärt über “Finfluencing” auf
Um vor diesen Risiken zu warnen und über das Phänomen „Finfluencing“ aufzuklären, veranstalten die Bremische Landesmedienanstalt und die Verbraucherzentrale Bremen am 22. April 2026 um 16.30 Uhr die digitale Veranstaltung „Finanz-Influcencer*innen im Fokus – Was Sie wissen sollten und wie Sie sich schützen können“. Eine Anmeldung ist unter www.verbraucherzentrale-bremen.de möglich.



