Am Montag könnte die Arbeit der Frauen vielerorts ruhen, denn Organisationen wie „Enough“ oder „Stillgelegt“ haben zu einem Frauenstreik aufgerufen, um auf diverse Missstände und fehlende Gleichberechtigung aufmerksam zu machen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Für einen Ausstand gibt es gute Gründe, denn von Gleichberechtigung sind wir weit entfernt.
Warum der Frauenstreik gute Gründe hat
In diesem Jahr wurde der Equal Care Day, der auf die mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Fürsorgearbeit aufmerksam macht, zehn Jahre alt. Doch das Thema ist aktueller denn je: Jährlich werden in Deutschland 117 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit geleistet, vorwiegend von Frauen, so eine Studie des Forschungsinstituts Prognos (2024).
Auch in Bremen tragen Frauen die Hauptlast
Schaut man auf die Zahlen im Land Bremen, wird deutlich: Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit ist kein Randphänomen. 40 Prozent gaben in der Beschäftigtenbefragung 2025 für das Land Bremen an, sich um pflegebedürftige Angehörige oder Kinder unter 14 Jahren zu kümmern. 61 Prozent der Frauen im Land Bremen geben an, dass sie vorwiegend für die Kinderbetreuung zuständig sind. Unter den Männern sind es lediglich acht Prozent. 21 Prozent der Befragten haben Angehörige, die pflegebedürftig sind. 27 Prozent der Frauen im Land Bremen geben an, dass sie vorwiegend alleine für die Betreuung der pflegebedürftigen Angehörigen zuständig sind. Unter den Männern sind es 14 Prozent.
Noch immer leisten also Frauen mehr Sorgearbeit in der Familie, noch immer übernehmen sie hauptverantwortlich die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren sowie die Pflege von Angehörigen. „Und das wird sich nicht ändern, solange es nicht genug und verlässliche Kinderbetreuung und professionelle Pflege gibt, solange Frauen in "ihren" Berufen schlechter bezahlt werden und deswegen eher zu Hause bleiben und solange Männer nicht selbstverständlich ihren Beitrag zur Haus- und Sorgearbeit leisten“, sagt Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer.
Auch die Zeitverwendungserhebung 2022 zeigt: Ein Großteil der Arbeit von Frauen wird überhaupt nicht bezahlt. Und sie arbeiten schon jetzt insgesamt mehr Stunden als Männer.




