Der Dom und die Zerstörungen rund um den Marktplatz, aufgenommen von einem amerikanischen Pressefotografen am 1. Mai 1945

Dudelsackspieler der schottischen 51st Highland Division in Bremerhaven, 30. April 1945

07.10.2020, 19 Uhr in Bremen – Arbeitnehmerkammer Bremen

Vortrag mit Foto- und Filmprojektionen: "Ich nix Nazi"

Das Kriegsende 1945 in Bremen aus britischer und amerikanischer Perspektive

Ein Vortrag mit Foto- und Filmprojektionen des Bremer Historikers Dr. Diethelm Knauf

75 Jahre nach den Verheerungen des Weltkrieges und dem Zusammenbruch von Nazideutschland sind 53 Prozent der Bundesbürger der Meinung, man solle einen Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit ziehen. Erinnerungen im eingetrübten Familiengedächtnis werden beiseitegeschoben: Opa, Oma und andere Altvordere waren heute weniger Nazis denn je. Nur drei Prozent geben in der aktuellen Umfrage von Institut policy im Auftrag der ZEIT an, ihre Vorfahren hätten das Hitler-Regime befürwortet oder gar unterstützt. Übrig bleibt dann im kollektiven deutschen Gedächtnis ein "entschwundenes" Nazideutschland ohne Nazis.

Befreiung oder Eroberung? Wie die Bremer und Bremerinnen das Kriegsende erlebten und empfanden war durchaus sehr verschieden und ist gegenwärtig in Zeitzeugeninterviews, 75 Jahre nach Kriegsende, Thema in den Bremer Medien. Wie aber erlebten es die Befreier? Entscheidenden Anteil an der Eroberung Bremens hatten die britische 52nd Lowland Division und die 51st Highland Division. Der
Bremer Historiker Diethelm Knauf sprach u.a. mit zwei Veteranen dieser Einheiten, Bill Robertson und John MacKenzie. Beide waren 18 Jahre alt, als sie als "poor bloody infantrists" freiwillig in die Armee eintraten.

John MacKenzie:
"Meistens dachten wir, die Deutschen machen dasselbe wie wir. Aber natürlich hatten wir das Recht auf unserer Seite. Alles änderte sich nach einigen Erlebnissen mit der SS, die Kriegsgefangene tötete und in Frankreich vier Mitglieder unseres Bataillons Black Watch in einem Eisenbahnwagen aufhängte. Die 51st Highland Division war bei der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen dabei. Das war ein Schock für alle, sogar für viele Deutsche. Da prägte sich eine Anti-Nazi-Haltung stark aus, eher Anti-Nazi als Anti-Deutsch. Komischerweise fanden wir jedoch nicht viele Nazis in Deutschland. Die Bevölkerung, mit der wir in Kontakt kamen, war immer ‚Nix Nazi‘. Zwei Sätze fallen mir ein: ‚Ich nix Nazi‘ und ‚alles kaputt in Deutschland‘. Zum ersten: Die konnten doch nicht alle gegen die Nazis gewesen sein! Wir hätten es eher respektiert, wenn einer gesagt hätte, ich war ein Nazi. Und sicher: Alles war sehr kaputt.“

Bill Robertson:
"Wir rückten nach Norden vor, entlang einer kleinen Bahnstrecke. Wir
gerieten unter Beschuss, das einzige kleine Gebäude dort war eine Art
Fahrkartenbüro. Ich sprang hinein, da war ein Tresen aus dickem Eichenholz. Ich
dachte, falls das Gebäude zusammenbricht, bin ich unter diesem Tresen ziemlich
sicher. Als ich hochsah, entdeckte ich einige Fahrkarten im Automaten. In Lutten war
das. Und ich dachte: In einem anderen Leben würde ich eine Fahrkarte nach Bremen
nehmen und dies alles nicht mitmachen. Ich nahm eine Fahrkarte, steckte sie in
meine Tasche – und ich habe sie heute noch. Sie erinnert mich an diesen Tag, als ich
dachte: Man sollte mit dem Zug fahren und nicht so, wie wir das machen."

Eintritt frei.

Anmeldung erbeten:

Online oder unter Tel.: 0421/36 30 19 70

Ort:

Arbeitnehmerkammer Bremen
Bürgerstraße 1
28195 Bremen

AnmeldungAKB_IconCheck

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2020 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2019 Arbeitnehmerkammer Bremen