Pressemitteilung

19.09.2017

Zurück zu einer starken gesetzlichen Rente

Arbeitnehmerkammer zur Bundestagswahl

Eine neue Bundesregierung muss die gesetzliche Rente wieder stärken. "Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, darf am Ende seines Berufslebens nicht von Altersarmut bedroht sein – im Gegenteil. Wir brauchen die Rückkehr zur Lebensstandardsicherung im Alter", sagt Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Die gesetzliche Rentenversicherung hat sich über Jahrzehnte bewährt: Im Umlageverfahren sparen die Beschäftigten nicht für sich selbst, sondern zahlen mit ihren Beiträgen stets die aktuellen Renten. "Dieses System ist nicht nur vergleichsweise kostengünstig, sondern hat auch die Rentner am wachsenden Wohlstand teilhaben lassen", so Schierenbeck. Seit der Jahrtausendwende heißt es aber, der Generationenvertrag sei wegen der demografischen Entwicklung nicht mehr tragfähig. Seitdem verlangt der Gesetzgeber, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusätzlich privat und betrieblich vorsorgen, wenn sie eine angemessene Alterssicherung erreichen wollen. "Das Ziel ist klar: Die Beitragssätze sollen möglichst gering bleiben. Doch mit dem geringeren Beitrag sinkt auch das Rentenniveau und das darf nicht sein. Eine neue Bundesregierung muss dafür sorgen, dass das Rentenniveau bei mindestens 50 Prozent liegt", betont Schierenbeck. 

Private Vorsorge kann Rentenlücke nicht stopfen

Viele Menschen können weder betrieblich noch privat fürs Alter vorsorgen. Derzeit kann nur etwa die Hälfte der Beschäftigten eine Betriebsrente erwarten, und nur jeder dritte Arbeitnehmer verfügt über einen sogenannten Riester-Vertrag. Selbst wenn der überwiegende Teil der Altersvorsorge privat am Kapitalmarkt ausgerichtet wäre, hätten die Beschäftigten nicht mehr Rente zur Verfügung. "Kapitalgedeckte Anlagen sind teurer, decken weniger Risiken ab und gewährleisten selten eine angemessene Rentenanpassung", warnt Schierenbeck. "Die weiter wachsende Rentenlücke mit diesen Formen der Altersvorsorge zu stopfen ist deshalb zum Scheitern verurteilt."

Arbeitgeber wieder angemessen beteiligen

Das sogenannte Mehrsäulenmodell aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge führt außerdem zu einer erheblichen Zusatzbelastung der Beschäftigten, während die Unternehmer kaum an Kostensteigerungen beteiligt werden. "Arbeitgeber müssen sich wieder gleichermaßen an der Finanzierung der Alterssicherung beteiligen anstatt zusätzliche Kosten einseitig bei den Beschäftigten abzuladen", fordert Schierenbeck. 

Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung ausweiten

Um dauerhaft angemessene Alterseinkommen für alle Erwerbstätigen zu sichern, muss zudem der Versichertenkreis ausgeweitet werden. "Wir brauchen eine moderne Erwerbstätigenversicherung, die den geänderten  Strukturen am Arbeitsmarkt gerecht wird", so Schierenbeck.  Noch immer ist die Sozialversicherungspflicht weitestgehend auf abhängig Beschäftigte beschränkt – nur wenige Selbstständige sind pflichtversichert, und dies teils auch nur befristet. Beispielsweise gibt es mittlerweile fast 2,5 Millionen "Solo-Selbstständige". Die Arbeitnehmerkammer fordert deshalb eine Pflichtversicherung für Erwerbstätige, die bisher nicht vom gesetzlichen Sozialversicherungssystem erfasst sind. "So könnten wir Sicherungslücken einzelner Beschäftigter schließen und die Finanzierung der gesetzlichen Rente verbessern", betont Schierenbeck.  

Erwerbsminderungsrente stärken

Die Arbeitnehmerkammer fordert eine künftige Bundesregierung zudem auf, auch die Erwerbsminderungsrente weiter zu stärken. Deutschlandweit beziehen derzeit rund 1,8 Millionen Menschen eine solche Rente. Für die Erwerbsminderungsrente sollte grundsätzlich die Arbeitszeit bis zum vorgesehenen Renteneintritt angerechnet werden. Damit würden Erwerbsminderungsrentner richtigerweise so gestellt, als hätten sie bis zum regulären Rentenbeginn weitergearbeitet. "Invalidität ist kein selbstgewählter Zustand, sondern ein abzusichernder Versicherungsfall. Und dem müssen wir auch gerecht werden", so Schierenbeck. In diesem Sinne sollten auch die für den vorzeitigen Rentenbezug vorgesehenen dauerhaften Abschläge gestrichen werden, von denen inzwischen fast alle erwerbsgeminderten Rentner betroffen sind. Inzwischen sind mehr als 15 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner mit dauerhafter voller Erwerbsminderung auf eine aufstockende Fürsorgeleistungen angewiesen. 

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Nathalie Sander
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-71
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Hanna Mollenhauer
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / stv. Leitung

(Redaktion BAM)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-74
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Jörg Hendrik Hein
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Redaktion Online)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-48
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAKB003_Icon-Kontakt

Meike Lorenzen
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Redaktion Online/Social Media)
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Tel.: 0421/36301-933
Fax: 0421/36301-930

E-Mail schreiben

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2020 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2019 Arbeitnehmerkammer Bremen