Pressemitteilung

18.07.2019

Mit höherer Tarifbindung die Löhne langfristig stärken

Verdienste bleiben hoch, wachsen aber weniger dynamisch

In Bremen liegen die durchschnittlichen Verdienste weiterhin auf hohem Niveau: So lagen die Bruttostundenlöhne 2018 im Land Bremen bei 22,59 Euro und damit über dem Bundesdurchschnitt von 21,92 Euro. Allerdings: Die Löhne steigen in Bremen weniger dynamisch als anderswo. Das geht aus dem aktuellen KammerKompakt zur langfristigen Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen hervor. Während die Bruttostundenlöhne bundesweit zwischen 2008 und 2018 um 9,1 Prozent zulegten, stiegen sie in Bremen nur um 5,8 Prozent. Auffallend: Die Lohnzuwächse sinken parallel zum Rückgang der Tarifbindung im Land Bremen. "Wenn die Tarifbindung innerhalb von zehn Jahren spürbar und mehr als anderswo zurückgeht und im gleichen Zeitraum die Lohnzuwächse sinken, dann ist das ein Warnsignal", betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. "Wir begrüßen deshalb das Ziel in dem Entwurf des Koalitionsvertrages, die Tarifbindung im Land Bremen zu stärken."

In Bremen sind inzwischen nur noch 20 Prozent der Betriebe tarifgebunden, in Ihnen arbeiten 55 Prozent der Beschäftigten. Zehn Jahre vorher waren es noch 67 Prozent aller Beschäftigten im Land Bremen, die unter einen Branchen- oder Haustarif fielen. Insbesondere Branchen wie den Einzelhandel oder die Logistik trifft es hart. Weniger als die Hälfte der Beschäftigten werden hier noch tariflich entlohnt – mit gravierenden Folgen: Im Einzelhandel verdient eine Verkäuferin in einem nicht tarifgebundenen Betrieb bis zu einem Drittel oder 600 Euro brutto weniger, im Durchschnitt sind es 17 Prozent.

"Wenn sich so viele Betriebe aus der Tarifbindung verabschieden, brauchen wir bessere gesetzliche Möglichkeiten der Allgemeinverbindlichkeits-erklärung", betont Schierenbeck. So hat  jüngst ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe dafür gesorgt, dass die Löhne gestiegen und sich der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen verringert hat. "Die Tarifbindung verringert auch den Gender Pay Gap, weil sie verbindlich die Eingruppierung regelt", so Schierenbeck.

Neben der Bremer Tarifstruktur spielt auch die Wirtschaftsstruktur eine zentrale Rolle, wenn es um die Entwicklung der Verdienste geht: Der hochqualifizierte und gut bezahlte Dienstleistungssektor ist in Bremen geringer ausgeprägt als in anderen Regionen. Gleichzeitig baut die Industrie mit ihren traditionell gut bezahlten und tarifgebundenen Jobs zunehmend Arbeitsplätze ab. "Es ist deshalb der richtige Weg, wenn sich die künftige Landesregierung mit einem Masterplan gezielt auch den wachstumsstarken wissensintensiven Dienstleistungen widmen will, mit denen auch höhere Löhne erzielt werden", so Schierenbeck.

Lohnzuwächse je nach Leistungsgruppe unterschiedlich

In wechem Maße die Löhne in den vergangenen zehn Jahren gewachsen sind, hängt stark von den sogenannten Leistungsgruppen ab – also, ob es sich um Ungelernte, Angelernte, um Fachkräfte oder um Beschäftigte in leitender Stellung handelt. Bremen kann hier bei den Fachkräften punkten und liegt mit einem Bruttostundenlohn von 19,90 Euro sogar über dem Schnitt der alten Länder. Das gleiche gilt für die An- und Ungelernten: Auch hier verdienen die Bremerinnen und Bremer im Schnitt besser als ihre Kollegen in anderen Ländern, was wiederum an starken tarifgebundenen Branchen wie der Hafenlogistik oder dem Fahrzeugbau liegt: Hier können auch An- und Ungelernte gute Löhne erzielen.

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  • KammerKompakt: Langfristige Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen

    Juli 2019

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