Pressemitteilung

02.11.2017

Mehr ausbilden und Fachkräfte-Nachwuchs sichern

Kammer legt Studie vor zu Ausbildungspotenzialen in Betrieben

In Bremen mangelt es weiterhin an Ausbildungsplätzen. Das zeigt nicht nur die heute vorgestellte Ausbildungsstatistik der Agentur für Arbeit, nach der die Zahl der dort gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr um 150 auf 5.054 zurückgegangen ist. Das belegt auch eine aktuelle Studie der Arbeitnehmerkammer: Demnach bildet nur etwa die Hälfte der ausbildungsberechtigten Betriebe in Bremen aus. Und auch nur die Hälfte der Betriebe plant, die eigene Ausbildung auszubauen. Dabei ist das Interesse an einer betrieblichen Ausbildung bei den Jugendlichen weiterhin hoch. „Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftebedarfs muss jetzt mehr ausgebildet werden. Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Gut ausgebildete Arbeitnehmer haben deutlich bessere berufliche Zukunftschancen und werden zu einem entscheidenden Faktor im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte“, mahnt Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. 

Noch immer bildet die duale Ausbildung das Rückgrat der Fachkräftesicherung – doch sie gerät zunehmend unter Druck. Im Rahmen der „Bremer Vereinbarung für Ausbildung und Fachkräftesicherung“ hat die Arbeitnehmerkammer deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, um die Ausbildungspotenziale in den Bremer und Bremerhavener Betrieben heben zu können. 

Große Unterschiede nach Branchen und Berufen

Am Ausbildungsmarkt kommt es immer wieder zu Engpässen, weil besonders viele Bewerberinnen und Bewerber um zu wenige Ausbildungsplätze konkurrieren. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Medizinischen Fachangestellten, Kaufleuten im Einzelhandel und Kaufleuten im Büromanagement. Gleichzeitig gibt es an anderen Stellen Schwierigkeiten, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Dazu gehören etwa Berufe in der Ernährungs-, Hotel- und Gaststättenbranche. Solche Besetzungsschwierigkeiten fallen im Land Bremen allerdings kaum ins Gewicht, so das Ergebnis der Studie. Das Hauptproblem ist in der Mehrheit der Berufsfelder ein zu geringes Ausbildungsplatzangebot. Das bestätigt auch die heutige Bilanz der Agentur für Arbeit: Mit nur 143 unbesetzt gebliebenen Ausbildungsplätzen fällt sie für die Unternehmen gewohnt positiv aus. 

Wenig Chancen für Hauptschulabsolventen

„Noch sind die hiesigen Betriebe in einer komfortablen Situation. Sie können unter vielen guten Bewerberinnen und Bewerbern aus Bremen und auch aus dem Umland auswählen“, erläutert Regine Geraedts, Referentin für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik bei der Arbeitnehmerkammer. Eine Folge: Im Land Bremen bleiben viele Jugendliche unversorgt. Das zeige auch die aktuelle Ausbildungsbilanz der Agentur für Arbeit, so Geraedts. Von den dort registrierten 4.968 Bewerberinnen und Bewerbern mündeten nur 1.597 oder 32,2 Prozent in eine ungeförderte betriebliche Ausbildung ein. 1006 Jugendliche sind noch auf der Suche. Zugleich würden von den Betrieben im Land Bremen auffällig viele Ausbildungsverträge mit Abiturientinnen und Abiturienten abgeschlossen. Die Studie der Arbeitnehmerkammer zeigt, dass die Hochschulreife im Zuständigkeitsbereich der Handelskammer in der Stadt Bremen bereits die häufigste schulische Vorbildung von Jugendlichen mit einem neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag (52,3%) ist, in Bremerhaven immerhin bei einem Drittel (33,7%). Für Bremer Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss sind die Chancen auch im Vergleich mit anderen Bundesländern dagegen ausgesprochen schlecht. 

Kleine und mittlere Betriebe gewinnen

„Damit mehr Ausbildungsplätze entstehen, muss die Bereitschaft der Betriebe geweckt werden, ihren Teil der Verantwortung für die Berufsausbildung zu übernehmen – auch gegenüber weniger gut vorgebildeten Jugendlichen“, betont Geraedts. Im Mittelpunkt stehen hier die kleinen und mittleren Unternehmen, die mit der höchsten Ausbildungsquote von fünf Prozent das Rückgrat der dualen Ausbildung sind. „Kleine und mittlere Betriebe haben besondere Stärken bei der Integration von den jungen Menschen, die heute außen vor bleiben,“ erläutert Geraedts. „Allerdings muss die Qualität stimmen.“ Hierfür seien insbesondere Unterstützungsangebote für Betriebe und Jugendliche wichtig.

Um das Image der dualen Berufsausbildung zu stärken, sind nach Auffassung der Kammer auch Verbesserungen bei den Beschäftigungsbedingungen nötig. Hierzu zählen gute Vertragsbedingungen beim Berufseinstieg, auskömmliche Löhne und attraktive Aufstiegs- und Karrierepfade.

 

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  • Ausbildung stärken: Potenziale in Bremer und Bremerhavener Betrieben heben

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