Pressemitteilung

03.01.2020

Konjunkturelle Delle: Beschäftigte halten an Job fest

Arbeitnehmerkammer legt Beratungszahlen für 2019 vor

Fast 97.000 Beratungen hat die Arbeitnehmerkammer 2019 in Bremen-Stadt, Bremen-Nord und Bremerhaven durchgeführt – die Nachfrage nach rechtlicher Unterstützung ist damit weiterhin hoch. Vor allem Fragen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses standen mit mehr als 7.000 Beratungen ganz oben auf der Liste der häufig nachgefragten Themen. Während hier die Anfragen zu Entlassungen durch den Arbeitgeber auf gleichem Niveau blieben, nahm dagegen die Beratung zu Eigenkündigungen deutlich ab. "Die konjunkturelle Delle macht sich bemerkbar – es gibt weniger Alternativen auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitnehmer wechseln deshalb seltener den Betrieb", kommentiert Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Viele Fragen zur Bezahlung

Am höchsten ist der Beratungsbedarf jedoch beim Thema Vergütung – ein seit Jahren anhaltender Trend. Viele Fragen hatten vor allem Beschäftigte aus der Leiharbeitsbranche, Gastronomie und dem Reinigungsgewerbe. "Dies sind die Branchen, in denen das Gehalt vergleichsweise niedrig ist, gleichzeitig die Arbeitsbedingungen oft hart sind", betont Schierenbeck. Um die korrekte Abrechnung ihrer geleisteten Arbeitsstunden mussten sich insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund streiten. "Hier nutzen einige Arbeitgeber die fehlenden rechtlichen  Kenntnisse und auch die manchmal mangelnden Sprachkenntnisse ihrer Beschäftigten aus, um etwa Überstunden oder Nachtzuschläge nicht zu zahlen", berichtet Schierenbeck.

Arbeiten trotz Rente

Um knapp elf Prozent zugelegt haben auch Beratungen zum Thema Rente. Hier erkundigten sich ältere Arbeitnehmer vor allem über die Möglichkeit, nach Rentenbeginn weiter zu arbeiten – auch im Minijob und häufig auch beim alten Arbeitgeber. Eine zunehmende Zahl älterer Arbeitnehmer kann ohne Hinzuverdienst allein mit ihrer Rente den Lebensstandard nicht halten.  Dies trifft besonders auf alleinlebende Frauen zu. Niedrige Verdienste oder lange Familienphasen führen hier oft zu nicht existenzsichernden gesetzlichen Renten. Auf der anderen Seite wollen Betriebe vor allem ihre Fachkräfte und bewährten Wissensträger länger im Betrieb halten, denn die Generation der Baby-Boomer scheidet verstärkt aus dem Arbeitsleben aus.

Gesundheitliche Belastungen nehmen weiter zu

Ebenfalls zugenommen um knapp zehn Prozent haben Beratungen zu gesundheitlichen Belastungen. Arbeitsverdichtung sei in der Beratung häufig als Grund genannt worden. „Viele fühlen sich regelrecht ausgebrannt und sehen sich nicht mehr in der Lage weiterzuarbeiten“, schildert die Leiterin der Rechtsberatung, Kaarina Hauer. Diese Beratungspraxis deckt sich mit den Ergebnissen der Beschäftigtenbefragung der Kammer aus dem vergangenen Jahr: Demnach fühlt sich knapp die Hälfte der Befragten stark belastet, weil sie zunehmend Stress und Arbeitsdruck ausgesetzt sind. Viele gaben an, häufig schnell arbeiten oder Überstunden machen zu müssen, oder das Arbeitspensum dauerhaft nicht zu schaffen.

Kompliziertes Steuerrecht

Allein im Steuerrecht hat die Kammer im vergangenen Jahr mehr als 36.600 Fragen beantwortet. Dabei wurden fast 30.700 Mitglieder bei der Erstellung ihrer Einkommensteuererklärung unterstützt. Häufigste Themen waren hier das Kindergeld, die Kinderbetreuungskosten und Kinderfreibeträge sowie Reisekosten und haushaltsnahe Dienstleistungen.

Öffentliche Rechtsberatung: viele Fragen zum Mietrecht

In der öffentlichen Rechtsberatung, die die Kammer im Auftrag des Landes für Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen durchführt, standen Mietrechtsfragen wieder ganz oben auf der Liste der Beratungsthemen. Hier geht es häufig um die Betriebskostenabrechnung oder um vom Mieter angemahnte Mängel. Knapper Wohnraum und steigende Mietkosten machten sich zudem in der Beratung bemerkbar sowie vor allem im ersten Halbjahr 2019 der Bearbeitungsstau in der Wohngeldstelle. Viele Ratsuchende hatten Schwierigkeiten eine neue bezahlbare Wohnung zu finden, etwa wenn sie ihre Wohnung aufgrund von Mängeln aufgeben wollten. Insgesamt hat die Arbeitnehmerkammer in der öffentlichen Rechtsberatung rund 13.500 Beratungen durchgeführt.

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