Pressemitteilung

06.03.2020

Erstmals mehr Frauen in Teilzeit als in Vollzeit

Arbeitnehmerkammer zum Internationalen Frauentag am 8. März

Trotz besserer Schulabschlüsse sind Frauen im Erwerbsleben noch immer unterrepräsentiert. So arbeiten Frauen nicht nur häufiger in schlecht bezahlten Berufen, sondern oft auch mit reduzierter Stundenzahl: 2019 waren erstmals mehr Frauen in Teil- als in Vollzeit beschäftigt. „Nur die Teilhabe am Arbeitsmarkt gewährleistet auch finanzielle Unabhängigkeit und ist damit der Schlüssel für Gleichberechtigung. Deshalb brauchen wir in Bremen mehr gute Arbeit für Frauen“, betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März.

Wie gut Frauen in den Arbeitsmarkt integriert sind, lässt sich unter anderem über die so genannte Erwerbsbeteiligung messen. Also an der Frage, wie viele der Bremer und Bremerhavener Frauen arbeiten – egal, ob selbstständig, oder in einem Beschäftigungsverhältnis.

Für Bremen zeigt sich: In keinem anderen Bundesland ist der Anteil der arbeitenden Frauen so gering. Und auch der Blick auf die sozialversicherten Beschäftigten zeigt: Frauen sind mit einem Anteil von 44 Prozent deutlich unterrepräsentiert, womit Bremen im Bundesvergleich auch hier den letzten Platz einnimmt. „Die geringe Erwerbsbeteiligung von Frauenist eine besorgniserregende Entwicklung“, so Schierenbeck. Insgesamt sind nur noch 31,3 Prozent der Vollzeitstellen mit Frauen besetzt. Umgekehrt arbeiten nur 14 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer in Teilzeit.

Arbeitszeitwünsche nähern sich an

Dass Frauen trotz ähnlich guter Startchancen auf dem Arbeitsmarkt im Laufe ihres Berufslebens weniger arbeiten und auch weniger Geld verdienen, ist eng verbunden mit der Familiengründung. Während in einer Paarbeziehung in der Regel noch beide Vollzeit arbeiten, ändert sich dies deutlich nach der Geburt des ersten Kindes: Dann arbeiten zwar noch 95 Prozent der Männer, aber nur noch 28 Prozent der Frauen in Vollzeit.

Dass beide Partner in Teilzeit arbeiten oder die Frau in Vollzeit und der Mann in Teilzeit, kommt laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts WSI in Düsseldorf hingegen nur bei fünf Prozent der Paare mit Kindern vor. „Beide Elternteile müssen die Möglichkeit haben, sich zu gleichen Teilen um die Familie und um den Beruf zu kümmern“, betont Hauptgeschäftsführer Ingo Schierenbeck.

Dass dies von vielen Paaren auch gewünscht wird, darauf deuten die Ergebnisse der jüngsten Beschäftigtenbefragung der Arbeitnehmerkammer hin. Denn immerhin 50 Prozent der Befragten, die weniger als 20 Stunden arbeiten, würden ihre Arbeitszeit gern aufstocken. Die befragten Männer hingegen, die 40 oder mehr Stunden arbeiten, würden ihre Stunden gern reduzieren. „Die Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern nähern sich an, nur die Wirklichkeit in den Betrieben hat noch nicht nachgezogen.“

Gute Beschäftigungsperspektiven für hochqualifizierte Frauen

Positiv bewertet die Arbeitnehmerkammer hingegen die Entwicklung speziell im hochqualifizierten Bereich. Hier haben Frauen im Land Bremen derzeit bessere Beschäftigungsperspektiven als Männer. Von den zwischen 2013 und 2019 hier entstandenen insgesamt rund 12.500 neuen Jobs wurden 7.500 mit Frauen besetzt.. Ein Großteil dieser Stellen sind im öffentlichen Dienst und im Bereich „Erziehung und Unterricht“ entstanden.

Erwerbsbeteiligung erhöhen – Kinderbetreuung verbessern

Aufgabe Bremens ist es, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen. Ingo Schierenbeck: „Da die Wirtschaftspolitik ihre Aufmerksamkeit lange auf männerdominierte Branchen wie die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie und die Logistik gerichtet hat, begrüßen wir es, dass die neue Koalition auch die Gesundheitswirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie als Innovationscluster aufnimmt, um die Beschäftigungschancen von Frauen zu verbessern.“

Dauerbrenner in doppelter Hinsicht bleibe zudem das Thema „Kinderbetreuung“. Der Ausbau der Ganztagsplätze ist das wichtigste Instrument, um es Familien zu ermöglichen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Hier weist Bremen noch einen erheblichen Nachholbedarf auf: Im März 2019 waren nur 38,8 Prozent der drei- bis unter sechsjährigen Kinder länger als sieben Stunden betreut, bei den unter Dreijährigen waren es sogar nur 16,1 Prozent.

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