Pressemitteilung

Einkommen in Bremen liegen über dem Durchschnitt

KammerKompakt zu Verdiensten neu erschienen

Die Einkommen in Bremen steigen. So liegt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer bei 3.885 Euro und damit 100 Euro höher als im Vorjahr. Im Vergleich der Bundesländer befinden sich die Verdienste in Bremen im oberen Drittel und über dem Bundesschnitt. "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren von der guten Wirtschaftsentwicklung", betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen. Besonders wichtig dabei ist, dass die Löhne auch nach Abzug der Inflation gestiegen sind, also die Beschäftigten sich tatsächlich mehr leisten können.

Verdienste in den Branchen sehr unterschiedlich

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass es große Unterschiede bei den Löhnen und Gehältern gibt. So ist das Einkommen in den Finanzdienstleistungen mit 5.191 Euro am höchsten, während es im Gastgewerbe bei nur 2.139 Euro und damit am unteren Ende der Skala liegt (ohne Sonderzahlungen). Besonders gut verdienen im Land Bremen zudem Fachkräfte, die in vielen Betrieben des produzierenden Gewerbes den Kern der Belegschaft bilden. Nur in Baden-Württemberg verdienen Fachkräfte mehr als in Bremen. Die mit Abstand höchsten Löhne werden im produzierenden Gewerbe im Automobilbereich erzielt. "Bremen ist nach wie vor geprägt von tarifgebundenen Großbetrieben der Industrie – das wirkt sich positiv auf die Löhne aus", betont Schierenbeck.

Anders ist es bei den Dienstleistungen – hier schneidet Bremen im Lohnvergleich mit anderen Bundesländern schlechter ab. Hintergrund: Bremen verfügt über vergleichsweise wenig wissensintensive Dienstleistungsunternehmen, etwa aus dem Finanz- oder IT-Bereich. 

Dies wirkt sich auch im Vergleich zu anderen Großstädten aus, in denen es deutlich mehr gut bezahlte Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor gibt. Hier liegen die Verdienste in der Stadt Bremen eher im unteren Mittelfeld. So sind die mittleren Einkommen in Stuttgart, Frankfurt, München, Köln oder Düsseldorf zum Teil erheblich höher. Ein vergleichbares Niveau gibt es in Essen, Nürnberg und Duisburg. Niedrigere Bruttogehälter werden in Dresden, Dortmund, Berlin und Leipzig erzielt. Schierenbeck: "Bei den wissensintensiven Dienstleistungen haben wir einen Nachholbedarf".

Spaltung des Arbeitsmarkts bleibt hoch 

Von der guten Lohnentwicklung profitieren jedoch nicht alle Beschäftigten gleichermaßen. "Die Schere zwischen Gut- und Geringverdienern nimmt weiter zu", warnt Schierenbeck. Beschäftigte in leitender Funktion erhalten 6.855 Euro brutto monatlich, ungelernte dagegen lediglich 2.079 Euro.

Der Spaltung entgegenwirken

Zwar profitieren vom Mindestlohn gerade Niedrigverdiener und viele Minijobs sind in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze umgewandelt worden. Dennoch bezieht nach wie vor jeder fünfte Beschäftigte in Bremen einen Niedriglohn. Dieser liegt in Westdeutschland bei einer Vollzeittätigkeit bei unter 2.200 Euro brutto im Monat. Aus Sicht der Arbeitnehmerkammer ist deshalb der Mindestlohn stärker anzuheben. 

Mindestlohn durchsetzen

Aktuelle Studien haben zudem gezeigt, dass vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern selbst der Mindestlohn vorenthalten wird. Deutschlandweit sollen es bis zu 2,7 Millionen Beschäftigte sein, die weniger verdienen. Besonders häufig kommen Verstöße gegen das Mindestlohngesetz in Branchen mit vielen Kleinbetrieben und Minijobs vor: So sind allein im Hotel- und Gaststättengewerbe 38 Prozent der Beschäftigten von Verstößen betroffen, im Einzelhandel sind es 20 Prozent. "Der Mindestlohn muss durch stärkere Kontrollen besser durchgesetzt werden", mahnt Schierenbeck. 

Tarifbindung erhöhen

Deutlich seltener betroffen von Niedriglöhnen sind Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen. Deshalb sollten Tarifverträge einfacher für allgemeinverbindlich erklärt werden. Dann müssen sie von allen Arbeitgebern einer Branche angewendet werden. "Tarifverträge sind die Grundlage für einen fairen Wettbewerb, der nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden darf", betont Schierenbeck. 

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 3. Quartal 2017

 

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen nach Branchen im 3. Quartal 2017 (ohne Sonderzahlungen)

 

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