Pressemitteilung

18.05.2018

So viele Menschen in Arbeit wie noch nie

Dienstleistungen sorgen für Beschäftigungshoch - Kammer legt Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor.

Die Beschäftigung im Land Bremen ist deutlich gewachsen: 2017 waren mehr als 325.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – so viele wie noch nie. Dies ist ein Zuwachs von 5.700 Arbeitsplätzen (5.080 in Bremen und 614 in Bremerhaven) gegenüber dem Vorjahr. „Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist erfreulich. Es besteht aber weiterhin Handlungsbedarf, etwa beim Abbau der Arbeitslosigkeit“, kommentiert Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, den aktuellen Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 

Dienstleistungsbranche legt zu, Industrie verliert

Das Beschäftigungsplus von 1,9 Prozent in der Stadt Bremen ging im vergangenen Jahr mit mehr als 6.000 neuen Arbeitsplätzen auf das Konto der Dienstleistungsbranche. Vor allem im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+ 1.342) und im Bereich Information und Kommunikation (+ 1.333) stiegen die Beschäftigungszahlen. Damit sind die wissensintensiven Dienstleistungen weiterhin die Wachstumstreiber auf dem Arbeitsmarkt. Sie müssen aus Kammersicht deshalb von der Wirtschaftspolitik und der Wirtschaftsförderung als eigenständiger Bereich besonders in den Blick genommen werden. Aber auch in den Bereichen Erziehung, Unterricht und im Sozialwesen sind zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Im Gegensatz hierzu sank die Zahl der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe um 1,3 Prozent. Trotz Umsatzwachstum brauchen die hoch produktiven Industrien weniger Beschäftigte. 

In der Stadt Bremerhaven nahm die Beschäftigung um 1,2 Prozent zu. Mehr Arbeitsplätze entstanden vor allem im Maschinenbau (+200), in der Leiharbeit (+130) und in der öffentlichen Verwaltung (+130). Deutliche Einbrüche gab es in der Metall- und Elektroindustrie, was unter anderem auf den Beschäftigungsrückgang in der Offshore-Windenergiebranche zurückzuführen ist.

Insgesamt stiegt die Beschäftigung im vergangenen Jahr im Land Bremen um 1,8 Prozent und lag damit unter dem Bundesschnitt von 2,3 Prozent.

Arbeitslose stärker fördern 

Die gute Konjunktur und die steigende Beschäftigung haben nur zu einem geringen Abbau der Arbeitslosigkeit geführt. Im Jahresdurchschnitt waren 2017 knapp 35.700 Menschen als arbeitslos registriert und damit 700 weniger als im Vorjahr. Die hohe Zahl der Arbeitslosen in Bremen ohne Berufsabschluss ist dabei ein besonders Problem. Sie haben kaum noch Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung. So sind aktuell 45 Prozent der Arbeitslosen bereits länger als ein Jahr arbeitslos. Schierenbeck: „Die Qualifizierung zu einem anerkannten Berufsabschluss und eine verstärkte öffentlich geförderte Beschäftigung sind hier Schritte in die richtige Richtung.“

Einzelne Branchen in den Blick nehmen

Um den anhaltenden Strukturwandel im Land Bremen zu bewältigen und auch zu steuern, müssen nach Auffassung der Kammer die einzelnen Industrie- und Dienstleistungsbranchen in den Blick genommen werden. Die Arbeitnehmerkammer legt daher seit 2015 Branchenanalysen vor, in denen neben der wirtschaftlichen Entwicklung vor allem die Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse im Fokus stehen. Für den Lagebericht hat die Kammer komprimierte Fassungen der neuen Branchenanalysen Automobilindustrie und Gastgewerbe angefertigt. Darin zeigt sich deutlich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen sind. Das Gastgewerbe etwa zeigt sich als sehr dynamische Branche: Seit 2007 ist hier die Zahl der Beschäftigten um 50 Prozent auf gut 20.000 gestiegen. Gleichzeitig erzielen die Beschäftigten hier die niedrigsten Durchschnittseinkommen im Land Bremen, Mindestlohnverstöße gibt es hier nicht wenige. „Wir sind froh, dass nun der Weg frei ist für die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages und dass das Lohnniveau damit bald steigt“, betont Schierenbeck (siehe dazu auch PM 07/2018 v. 14.05.2018).

Ganz anders sieht es hingegen in der Automobilindustrie aus: Hier arbeiten allein im Kernbereich rund 13.500 Beschäftigte in der Regel unter guten Beschäftigungs- und Einkommensbedingungen. Gleichzeitig ist der Bereich seit Jahren von Ausgliederungen geprägt – vor allem im Bereich der Logistik oder Bauteilefertigung. Zudem beschäftigt die Branche insbesondere bei den Zulieferern zunehmend Leiharbeiter, die als Randbelegschaft schlechtere Bedingungen vorfinden. Angesichts der Digitalisierung und den sich ändernden Mobilitätsgewohnheiten steht die Branche darüber hinaus vor großen Herausforderungen. „An diesen Beispielen sieht man deutlich, wie sehr sich die Branchen und damit der Arbeitsmarkt in diesen Bereichen unterscheiden – sehr viel mehr als noch vor 20 Jahren. Die Politik ist deshalb gefordert, auf der Grundlage branchenbezogener Analysen spezifische Förderprogramme zu entwickeln“, betont Schierenbeck.

Der Bericht zur Lage

Jährlich informiert die Arbeitnehmerkammer in ihrem „Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen“ über die Situation ihrer Mitglieder. Den ausführlichen Bericht finden Sie auch online als pdf unter www.arbeitnehmerkammer.de/berichtzurlage 

 

 

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (in Prozent, 2017)

 

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und des Frauenanteils (Stadt Bremen)

 

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (SvB) und des Frauenanteils (Bremerhaven)

 

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  • Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2018

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