Pressemitteilung

20.08.2019

Der Gender Pay Gap schließt sich viel zu langsam

KammerKompakt zur Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern erschienen

Die Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern sind im Land Bremen im Gesundheits- und Sozialwesen mit 25,6 Prozent am höchsten – und das, obwohl hier vorwiegend Frauen arbeiten. Dafür sind aber dreimal mehr Männer als Frauen in leitender Position. Diese und andere neue Zahlen finden sich im heute (Dienstag) veröffentlichten KammerKompakt der Arbeitnehmerkammer zum Gender Pay Gap.

Im Durchschnitt verdienen Frauen in Bremen rund 22 Prozent weniger als Männer. Die gute Nachricht ist: Frauen holen langsam auf, nicht zuletzt wegen verbesserter Rahmenbedingungen, wie etwa dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, dem Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit und der Einführung des Mindestlohns. Die schlechte Nachricht: Nur langsam verändern sich Einstellungen, Rollenbilder und Machtstrukturen.

"In der ungleichen Bezahlung zeigt sich die Benachteiligung von Frauen besonders deutlich. Wir unterstützen deshalb die angekündigte Senatsstrategie zur Entgeltgleichheit. Größere Schritte in Richtung Equal Pay sind dringend geboten", so Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer.

Bremen über dem Durchschnitt

Der Bremer Gender Pay Gap ist mit 22 Prozent leicht überdurchschnittlich. Der Verdienstunterschied liegt in Deutschland bei 21 Prozent, mit deutlichen Unterschieden je nach Bundesland: Auf der einen Seite stehen die alten Bundesländer mit Verdienstunterschieden zwischen 15 Prozent (Schleswig-Holstein) und 26 Prozent (Baden-Württemberg), auf der anderen Seite die neuen Bundesländer mit Werten zwischen zwei Prozent (Brandenburg) und elf Prozent (Sachsen).

Diese Unterschiede sind auf die jeweilige Wirtschaftsstruktur zurückzuführen. Schierenbeck erklärt: "In Bremen sind es vor allem die typischen Männerbranchen wie die Industrie, in denen gut bezahlt wird. Frauen dagegen arbeiten überwiegend in geringer bezahlten Dienstleistungsbranchen."

Verdienstunterschiede steigen mit dem Alter

Bei jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern liegen die durchschnittlichen Stundenverdienste noch relativ eng beisammen. Das Bild ändert sich in den Altersklassen ab rund 35 Jahren, die mit der Familiengründungsphase zusammenfallen. Dann kommt es bei den Frauen in der Regel zu familienbedingten Erwerbsunterbrechungen. Beim Wiedereinstieg wechseln sie häufig in familienfreundlichere, aber schlechter bezahlte Teilzeitstellen. "Beruflicher Aufstieg aus einer Teilzeitbeschäftigung ist ungleich schwerer und verstärkt damit die Verdienstunterschiede", sagt Schierenbeck.

Deutliche Unterschiede zwischen Vollzeit- und Teilzeit

Die Stundenlöhne von Teilzeitbeschäftigten liegen zum Teil deutlich unter denen von Vollzeitbeschäftigten. Eine Ausnahme bildet der öffentliche Dienst – ein Hinweis darauf, dass die Tarifbindung eine Ungleichbehandlung der Teilzeitbeschäftigten verhindern kann. Obwohl gesetzlich verboten, muss davon ausgegangen werden, dass in der betrieblichen Praxis sowohl Minijobber als auch andere Teilzeitbeschäftigte schlechter bezahlt werden als Vollzeitbeschäftigte, die derselben Arbeit nachgehen.

Das Problem: benachteiligende Strukturen

Voll- oder Teilzeit, Bildung, Berufserfahrung und der konkrete Beruf: Rund drei Viertel des Gender Pay Gap lassen sich mit Strukturunterschieden erklären. Der darum "bereinigte" Gender Pay Gap, also der Lohnunterschied bei vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien liegt immer noch bei sechs Prozent. Das heißt: bei einem Monatsverdienst von 3.500 Euro brutto verdienen Frauen in 45 Berufsjahren 113.000 Euro weniger als Männer.

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  • KammerKompakt: Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern 2019

    August 2019

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