Pressemitteilung

14.09.2018

Hoch identifiziert, gleichzeitig stark belastet

Arbeitnehmerkammer präsentiert Daten zur Situation von Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Land Bremen

Die bremischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund identifizieren sich in hohem Maß mit ihrer Arbeit. Gleichzeitig sind sie häufiger befristet beschäftigt, arbeiten häufiger in Leiharbeit und sind auch mehr Belastungen ausgesetzt – etwa durch körperliche Arbeit oder ungünstige Arbeitszeiten. Das ergibt eine Sonderauswertung der repräsentativen Beschäftigtenbefragung der Arbeitnehmerkammer „Koordinaten der Arbeit“. Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten im Land Bremen hat demnach einen Migrationshintergrund. „Gut integriert, aber noch strukturell benachteiligt“, fasst Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, die Situation von Migrantinnen und Migranten auf dem Bremer Arbeitsmarkt zusammen. „Wir müssen deshalb stärker darauf achten, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die gleichen Chancen auf gute Arbeit haben – unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit oder Herkunft“, betont Schierenbeck.


 

Bislang werden statistische Beschäftigtendaten nur nach Staatsangehörigkeit zur Verfügung gestellt. Der häufiger verwendete Begriff des Migrationshintergrunds ist dagegen weiter gefasst: Er bezieht auch Menschen mit deutschem Pass ein, bei denen mindestens ein Elternteil oder auch sie selbst die deutsche Staatsangehörigkeit nicht schon von Geburt an hatten. Die Beschäftigtenbefragung der Arbeitnehmerkammer zeigt: Gut 28 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen haben einen Migrationshintergrund, 43 Prozent davon sind Frauen. 

Hohe Identifikation  – mehr Belastungen

80 Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund identifizieren sich in hohem Maß mit ihrer Arbeit. Sie zeigen sich überzeugt, durch ihre Tätigkeit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten (77 Prozent) und sind weit überwiegend zufrieden mit ihrer Arbeit (81 Prozent). Darin unterscheiden sie sich kaum von den übrigen Befragten. Insbesondere der kollegiale Zusammenhalt wird positiv bewertet: 90 Prozent loben die kollegiale Atmosphäre und die gute Zusammenarbeit im Betrieb. 

Aber es gibt auch schwierige Schattenseiten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund sind häufiger als der Durchschnitt überqualifiziert für ihre Tätigkeit, gleichzeitig sind ihre Weiterbildungs- und Aufstiegschancen schlechter. Sie sind zudem häufiger mit befristeten Arbeitsverträgen oder in der Leiharbeit beschäftigt. Am Arbeitsplatz sind sie sehr viel häufiger körperlichen Belastungen ausgesetzt, und auch von den spezifischen Belastungen durch ungünstige und nicht planbare Arbeitszeiten sind sie deutlich häufiger betroffen.

Berufsabschlüsse: Für die zweite Generation läuft es besser

Bei den beruflichen oder akademischen Abschlüssen liegen die Befragten mit und ohne Migrationshintergrund fast gleichauf. Auffallend ist aber: 26 Prozent der Beschäftigten mit Migrationshintergrund haben keinen Berufsabschluss, bei den übrigen Befragten sind es nur 10 Prozent. Die Befragung zeigt aber auch: Die zweite Generation holt auf. 40 Prozent der Beschäftigten mit Migrationshintergrund sind nicht selbst zugewandert, sondern in Deutschland geboren. Von ihnen bleiben mit 16 Prozent deutlich weniger ohne Abschluss als in der ersten Generation. Dagegen hat fast die Hälfte eine Berufsausbildung (46 Prozent) und mehr als ein Viertel (28 Prozent) ein Studium abgeschlossen. „Die Ergebnisse zeigen, dass Politik und Betriebe in die Aus- und Weiterbildung investieren müssen. Nur so können wir strukturelle Nachteile ausgleichen und jeden einzelnen am Arbeitsmarkt besser individuell fördern. Ziel muss es sein, dass jeder die gleichen Möglichkeiten erhält, seine Potenziale und Talente auszubilden und sich am Arbeitsmarkt zu beteiligen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund“ , betont Schierenbeck. 

DownloadsAKB003_Icon-Download

  • Aus aller Welt... Beschäftigte mit Migrationshintergrund im Fokus

    Sonderauswertung der Beschäftigtenbefragung "Koordinaten der Arbeit", August 2018

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  • Bremer Beschäftigte mit Migrationshintergrund

    Infografik im Bremer Arbeitnehmer Magazin BAM, Ausgabe Juli/August 2018

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