Pressemitteilung

12.07.2018

Aufschwung hält an – Welthandel birgt Risiken

KammerKompakt zur Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung erschienen

Das konjunkturelle Hoch in Deutschland hält weiter an. 2017 konnte das Land Bremen mit 3,3 Prozent sogar das größte Wachstum aller Bundesländer verbuchen. Damit liegt es deutlich vor dem bundesweiten Durchschnitt von 2,2 Prozent. 2017 sorgte vor allem der Bremer Baubereich mit einem Plus von 29 Prozent für das starke Wachstum. Die Industriewachstumsrate lag auf Bundesniveau, die in den Dienstleistungsbereichen darunter. 

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts

(preisbereinigt, nach Korrektur der Statistischen Ämter, in Prozent)

 

Der stabile Wachstumspfad spiegelt sich auch in der Betriebsrätebefragung 2018 der Arbeitnehmerkammer wider: Fast 85 Prozent bewerten die derzeitige wirtschaftliche Lage ihres Betriebs als „gut“ oder „befriedigend“. Für das laufende Jahr erwarten 30 Prozent eine eher günstige Entwicklung der wirtschaftlichen Lage ihres Betriebes, 54 Prozent sehen keine wesentlichen Veränderungen, 16 Prozent sind pessimistisch.

Interesse an florierendem Außenhandel

Seit dem Krisenjahr 2009 verdoppelte sich der Wert der Exporte aus dem Land Bremen annährend auf über 21,1 Milliarden Euro. Das liegt vor allem an Industriegütern wie Pkw, Luftfahrzeugen, Eisen und Stahl. Die Exporte (inklusive importierter Vorleistungen) erreichten 2017 einen Wert von fast 63 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bremen ist mit seiner Wirtschaftsstruktur auf einen funktionierenden und freien Welthandel angewiesen. „Handelskonflikte sind für die bremische Wirtschaft ebenso ein ernstes Risiko wie die möglichen Folgen des Brexit oder ein Abflauen der Weltwirtschaft“, so Schierenbeck.

Mit rund 17 Prozent der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe ist die bremische Industrie im Großstädtevergleich gut aufgestellt und von großer Bedeutung für das Bundesland. Dagegen ist der Dienstleistungssektor mit über 77 Prozent verglichen mit anderen Großstädten unterrepräsentiert.

Bremische Industrie boomt, die Beschäftigtenzahl nicht

Heute wird in der bremischen Industrie zwar wieder deutlich mehr produziert als 2009 – das Wachstum der Wertschöpfung liegt über 60 Prozent – daran waren jedoch weniger Beschäftigte beteiligt. Ein Grund liegt in der massiv gestiegenen Produktivität pro Arbeitsstunde. In den Dienstleistungsbereichen dagegen stieg die Bruttowertschöpfung seit 2009 um sieben Prozent und die Zahl der Erwerbstätigen nahm entsprechend zu. 

Höchststand in der Beschäftigung und deutlicher Anstieg von Leiharbeit und Teilzeit 

Im vergangenen Jahr waren in Bremen und Bremerhaven über 325.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, so viele wie nie zuvor. Während die Vollzeitbeschäftigung seit 2013 nur um gut fünf Prozent zunahm, stieg die Zahl der Teilzeitstellen um fast 20 Prozent. Die Minijob-Zahlen sind stabil, es fällt aber auf, dass immer öfter Minijobs als Nebenjobs zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung ausgeübt werden.

Trotz Höchststand bei der Beschäftigung bleibt der Beschäftigungszuwachs im Land Bremen hinter anderen Großstädten zurück. Deutlich – um 25 Prozent – hat seit 2013 Leiharbeit zugenommen. Bei den Ausbildungsverhältnissen stagnieren die Zahlen, längerfristig betrachtet sind sie sogar zurückgegangen. „Ohne Berufsausbildung fehlt jungen Menschen mehr denn je eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Und auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zukünftigen Fachkräftebedarfes ist das eine bedenkliche Entwicklung“, so Schierenbeck. 

Bei den Arbeitsbedingungen ist noch Luft nach oben

Die Beschäftigung in den Dienstleistungsbranchen hat seit 2013 stark zugelegt. Jenseits von Bereichen wie den Finanzdienstleistungen oder der IT mit vielen Vollzeitstellen und guten Löhnen, sind die Arbeitsbedingungen in manchen Sparten wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel verbesserungswürdig – es finden sich hier viele atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse. „Viele Dienstleistungsunternehmen am Bremer Arbeitsmarkt sind nicht tarifgebunden“, sagt Schierenbeck. „Kleinteilige Strukturen erschweren den Abschluss von Tarifverträgen. Für gute Arbeitsbedingungen ist deshalb auch politische Unterstützung nötig.“

Frauenanteil bei den Bremer Beschäftigten gering

Im männlich geprägten Bremer Arbeitsmarkt mit hohem Industrieanteil ist der Zugang für Frauen erschwert. Nur 44 Prozent der Bremer Beschäftigten sind weiblich. Damit ist der Frauenanteil der niedrigste aller Bundesländer. In Vollzeit arbeiten 31 Prozent Frauen, unter den Teilzeitbeschäftigten sind es 75 Prozent und bei den Minijobs 57 Prozent. 

Hier finden Sie das aktuelle „KammerKompakt“ zur Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung. 

Mehr Informationen zur Wirtschafts- und Beschäftigungssituation in den Betrieben des Landes Bremen mit dem Schwerpunktthema Arbeitszeit finden Sie in unserer "Betriebsrätebefragung 2018“.

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  • KammerKompakt

    Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung im Land Bremen: Aufschwung hält an – Welthandel

    birgt Risiken

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  • Betriebsrätebefragung 2018

    Die Wirtschafts- und Beschäftigungssituation in den Betrieben des Landes Bremen, Schwerpunktthema: Arbeitszeit 

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