04.12.2024
Neue Fachkräfte für die Energiewende – Potenziale von Helfern besser nutzen
Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft zum Ausbaugewerbe im Land Bremen
Um Fachkräfte für die Energiewende zu gewinnen, müssen die Potenziale von Helfern und Helferinnen im Baugewerbe noch besser genutzt werden. Bislang fehlen dafür passende Qualifizierungsangebote, die schrittweise zum Berufsabschluss führen und auf die Bedürfnisse der Beschäftigten zugeschnitten sind. Das zeigt eine vom Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) im Auftrag der Arbeitnehmerkammer vorgelegte Studie, die speziell das Ausbaugewerbe im Land Bremen untersucht hat. Demnach braucht es für die Branche Weiterbildungsketten, damit Helfer zur Fachkraft aufsteigen können. Die Angebote sollten leicht zugänglich und gut begleitet sein. „Weiterbildungen müssen so aufgebaut sein, dass sie an die Kenntnisse und Kompetenzen andocken, sodass sich Beschäftigte individuell nach und nach qualifizieren können“, sagt Peer Rosenthal, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.
Gerade das Ausbaugewerbe gehört mit den Berufen im Bereich der Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik sowie in Teilen im Aus- und Trockenbau zu den Engpassberufen – das heißt, hier fehlen besonders viele Fachkräfte. Gleichzeitig steigen vor dem Hintergrund der Klimawende und der zunehmenden Digitalisierung die technischen Anforderungen. „Neben dem Anwerben von Beschäftigten aus dem Ausland sollten Betriebe eine wichtige Ressource nicht übersehen: Beschäftigte, die aktuell noch keine Fachkräfte sind“, betont Peer Rosenthal.
Doch damit Betriebe und Beschäftigte von einer Qualifizierung profitieren, müssen sich die Angebote weiterentwickeln. Viele Beschäftigte in Helfertätigkeiten haben gebrochene Bildungsbiografien. Lange Weiterbildungslaufzeiten überfordern viele dieser Beschäftigten und schrecken ab. Laut Studie gibt es etwa im Ausbaugewerbe nur wenige Angebote, die als Einstiegshilfe dienen könnten.
Die bislang angebotenen Teilqualifikationen sind laut Studie häufig nicht ausreichend auf die speziellen Bedürfnisse von an- und ungelernten Beschäftigten zugeschnitten, da sie ausschließlich fachlich orientiert sind. Ein wesentliches Manko: Es fehlt an einer kontinuierlichen Begleitung – Unterstützungs- und Beratungsangebote während der Qualifizierung sind kaum vorhanden.
Empfehlungen
Die Studien-AutorenAndreas Friemerund Peter Bleses vom iaw empfehlen folgende Verbesserungen:
- Niedrigschwellige Einstiegsqualifizierungen: Einführung von leicht zugänglichen Qualifizierungsmodulen, die grundlegende Kompetenzen vermitteln, beruflich orientieren und auf die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind.
- Kompetenzanalysen und individuelle Bildungsplanung: Vor Beginn der Weiterbildung sollten die individuellen Potenziale und Kompetenzlücken der Beschäftigten durch Kompetenzanalysen erfasst werden. Diese Analysen können in Kombination mit dem Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) erfolgen.
- Erweiterung der überfachlichen Qualifizierung: Angebote sollten auch überfachliche Inhalte wie soziale und personale Kompetenzen, Medienkompetenz sowie mathematische und kulturelle Grundlagen umfassen.
- Begleitende Beratungs- und Unterstützungsangebote: Kontinuierliche Unterstützung durch sozialpsychologische und pädagogische Hilfen während der gesamten Qualifizierungsphase.
Rechtliche und finanzielle Sicherheit: Schaffung eines rechtlichen Rahmens, der das Nachholen eines Berufsabschlusses garantiert und sicherstellt, dass alle Teilqualifizierungen kontinuierlich angeboten werden. Beschäftigte müssen dafür freigestellt und finanziell unterstützt werden.
Fakten zum Ausbaugewerbe
Das Ausbaugewerbe ist in der Wirtschaftsabteilung 43 „Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe“ angesiedelt. Hier waren am 30.06.2022 im Land Bremen insgesamt 12.164 Menschen sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt.
Davon arbeitete jeder zweite Beschäftigte im Bereich „Bauinstallation“ (6019), in dem die wesentlichen Tätigkeiten in den klimarelevanten Feldern ausgeführt werden (Elektro-, Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimainstallation sowie Dämmung). Hier waren 953 Arbeitnehmer als Helfer tätig, im gesamten regionalen Ausbaugewerbe waren es gut 3.000.
Ohne die geringfügig beschäftigten Minijobberinnen und Minijobber gab es unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im bremischen Ausbaugewerbe ein potenzielles Fachkräftereservoir von mehr als 2.000 Helfern und Helferinnen, davon im Feld der klimarelevanten Installationstätigkeiten 604.
Hinweis an die Redaktionen:
Ansprechpartner für Rückfragen zur Studie ist:
Andreas Friemer, Tel. 0421/218-61739, afriemer@uni-bremen.de
Die Studie finden Sie hier zum Download:
www.arbeitnehmerkammer.de/downloads
Geringfügig und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Ausbaugewerbe und in der Bauinstallation, tätig auf dem Anforderungsniveau Helfer
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