Pressemitteilung

03.09.2021

Klimaschutz braucht Fachkräfte

Arbeitnehmerkammer legt Studie zum Fachkräftebedarf für die ökologische Transformation im Land Bremen vor

+++ Die zentralen Ergebnisse der Prognos-Studie werden am Freitag, 17. September, bei der Sitzung der Enquetekommission vorgestellt. Interessierte können den Vortrag im Livestream auf der Webseite der Bremischen Bürgerschaft verfolgen (Parlament > Ausschuss live). Hier kommen Sie direkt zur Seite.  Die Sitzung läuft von 14 bis 19 Uhr, die Studie wird voraussichtlich ab 16.30 Uhr präsentiert. +++

Die von der Bremischen Bürgerschaft eingesetzte Enquetekommission arbeitet mit Hochdruck an einer Klimaschutzstrategie für das Land Bremen. Die Zeit drängt. Denn die Klimaveränderungen machen sich bereits bemerkbar. Um die Arbeit der Enquetekommission zu unterstützen, hat die Arbeitnehmerkammer als ständiger Gast in der Kommission jetzt eine Studie zu den Fachkräftebedarfen für den Klimaschutz vorgelegt. Der Fokus liegt dabei auf beruflich ausgebildeten Fachkräften und dem Bereich der dualen Erstausbildung.

„Heute braucht der Klimaschutz mutige politische Entscheidungen. Ab morgen braucht er die Köpfe und die Hände, die ihn erfolgreich umsetzen“, betont Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer. „Wir müssen jetzt die Weichen dafür stellen, dass uns die passenden Fachkräfte nicht fehlen.“ Im Auftrag der Arbeitnehmerkammer hat die Prognos AG den beruflich qualifizierten Fachkräftebedarf für die nötigen Klimaschutzmaßnahmen berechnet. Das Institut hat 26 klimaschutzrelevante Berufe identifiziert, auf die es dabei besonders ankommen wird. Darunter sind Metall-, Energie-, Elektro- und Bauberufe – etwa mit Blick auf den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung oder die energetische Sanierung von Gebäuden – ebenso wie Informatikerinnen, die beispielsweise bei der Etablierung und Steuerung intelligenter Stromnetze eine entscheidende Rolle spielen oder Fahrzeugführerinnen im Kontext des erwarteten Anstiegs von Fahrleistungen im ÖPNV. Die Studie zeigt deutlich: In nahezu allen Schlüsselberufen kann der künftige Bedarf an beruflich qualifizierten Fachkräften nicht mittels der aktuell vor Ort ausgebildeten Nachwuchskräfte gedeckt werden.

Engpässe bei Fachkräften gefährden Klimaschutz
„Wir haben es mit drei Sachverhalten zu tun, die sich gegenseitig verstärken“, erläutert Heyduck. „Zum einen gehen in den nächsten Jahren viele gut ausgebildete Fachkräfte in Rente, zum anderen bilden die Betriebe zu wenig Nachwuchs aus und zum dritten werden in klimarelevanten Bereichen noch mehr qualifizierte Menschen gebraucht als heute.“ Die Studie beschreibt die Engpässe als so gravierend, dass sie die im Land Bremen geplanten Klimaschutzmaßnahmen sogar gefährden könnten. In einigen Berufen würde die Schere zwischen Fachkräftebedarf und Angebot demnach bis zum Jahr 2040 so weit auseinandergehen, dass mehr als jede zweite offene Stelle nicht mehr besetzt werden könnte. Dazu gehören Berufe im Maschinenbau, in der technischen Produktionssteuerung, bei Bauplanung und Gebäudetechnik und in der Steuerung und Überwachung von Verkehren. Auch in den IT-Berufen würde es zu einem eklatanten Fachkräftemangel kommen.

Ausbildung von jungen Menschen sowie Weiterbildung stärken
Die Studie plädiert deshalb für eine Aus- und Weiterbildungsstrategie für das Land Bremen, die in sechs Handlungsfeldern beschrieben wird. An erster Stelle steht dabei die Verbesserung des Ausbildungsengagements der Bremer Betriebe. Schließlich ist die Erstausbildung das wichtigste Instrument, um ausreichend Fachkräftenachwuchs zur Verfügung zu stellen. Weitere Vorschläge sind etwa das Gewinnen von Frauen für Klimaschutzberufe oder die Nachqualifizierung von ungelernten Beschäftigten sowie Arbeitslosen in klimarelevanten Mangelberufen.

„Wir fühlen uns von den Ergebnissen doppelt bestätigt“, sagt Elke Heyduck. „Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und wir müssen die damit verbundene Fachkräftefrage jetzt angehen. Mit gut ausgebildeten Beschäftigten können wir die Herausforderungen der Klimakrise bewältigen.“

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