Steuertipps im Überblick

Aktuelle Urteile aus dem Steuerrecht erklären wir Ihnen hier regelmäßig. Klicken Sie sich durch und erfahren Sie, worauf Sie bei Ihrer Steuererklärung achten sollten.

Abgabefristen für die Steuererklärung

Ab der Steuererklärung 2018 verlängern sich die Abgabe­fristen in 2019 um zwei Monate: für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung selbst erledigen vom 31. Mai auf den 31. Juli.

Wer sich steuerlich beraten lässt, hat bis zum 28. oder 29. Februar des nachfolgenden Jahres Zeit. Zudem führt ab der Steuererklärung 2018 ein Überschreiten zu Verspätungszuschlägen ab 25 Euro pro Monat. Zwingend ist dies allerdings nur, wenn sich eine Steuernachzahlung an das Finanzamt ergibt. (Stand BAM 1. Mai 2019)

Steuerfreies Jobticket

Seit Anfang 2019 sind Zuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Woh­nung und zur Arbeit (Jobticket) steuerfrei – vorausgesetzt, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeits­lohn gezahlt werden.

Die Steuerbegünstigung gilt auch für private Fahrten im öffentlichen Nahverkehr und kann auch in der Freizeit genutzt werden. Die steuerfreien Leistun­gen reduzieren den in der Einkommensteuererklärung als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag. So soll der Vor­teil gegenüber den Arbeitnehmern verhindert werden, die die Aufwendungen aus ihren zu versteuertem Einkommen selber bezahlen. (Stand BAM 1. März 2019)

Umzugskosten in der Steuererklärung

Umzugskosten sind steuerlich als Werbungskosten absetzbar, wenn ein Umzug berufliche Gründe hat. Das ist zum Beispiel bei einem Arbeitsplatzwechsel oder einer Versetzung der Fall oder wenn sich der Arbeitsweg um mindestens eine Stunde verkürzt.

In Ausnahmefällen ist ein Werbungkostenabzug auch dann möglich, wenn der Umzug zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen führt.* Wer etwa in einer Großstadt keine Verkehrsmittel benutzen muss und den Weg zur Arbeit zu Fuß zurücklegen kann, für den entfallen Zeitdruck und Stress beispielsweise durch Staus und Verspätungen bei Bus und Bahn. (Stand BAM 1. Januar 2019)

*Urteil FG Köln vom 24.02.2016 – 3 K 3502/13

Als Mieter Kosten für Schornsteinfeger, Gärtner und Co. von der Steuer absetzen

Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Gartenpflege, Straßenreinigung, Hausmeister- oder Reinigungstätigkeiten können mit 20 Prozent der Lohnkosten bis maximal 4.000 Euro von der Steuer abgezogen werden. Das gilt ebenfalls für Handwerkerkosten – auch für Schornsteinfeger –, hier bis maximal 1.200 Euro.

Viele Vermieter geben diese regelmäßigen Arbeiten über die Betriebskostenabrechnung an ihre Mieter weiter. Damit Mieter diese Kosten in ihrer Steuererklärung absetzen können, können sie vom Vermieter verlangen, dass er diese Kosten in der Betriebskostenabrechnung aufschlüsselt*. (Stand BAM 1. November 2018)

*Landgericht Berlin, Urteil vom 18.10.2017 – 18 S 339/16

Versicherungen in der Steuererklärung

Etliche­n Versicherungen­ können­ steuerlich­ oft­ nicht­ ab­gesetzt­ werden,­ da­ viele ­Beschäftigte ­die gesetzliche ­Höchstgrenze­ schon­ mit­ ihren­ Beiträgen­ zur ­Kranken- ­und­ Pflege­versicherung ­erreichen.­ Denn­ der­ Gesetz­geber ­beteiligt­ sich­ nur­ bis­ zu­ einer­ gewissen­ Höhe­ bei­ Beiträgen­ für­ Versicherungen,­ die­ der persönlichen­ Vorsorge­ dienen­ ­ oder­­ solche­ für­ Versicherungen­ für­ ein­ privates­ Risiko.­ Ausnahme­ sind­ Rentenversicherungen­ zur­ Basisversorgung­: Hier­ wird­ bis­ 2040­ stufen­weise­ die­ Absetzbarkeit­ bis­ zu­ 100­ Prozent­ angehoben.­ Bei­ allen­ anderen Versicherungen­ gilt ­eine­­ Deckelung: ­Für ­beschäftigte ­Alleinstehende­ sind ­das ­bis ­zu­ 1.900­ Euro ­im­ Jahr,­ bei­ Ehepaaren­ bis ­zu ­3.800 ­Euro.­ Da hier­ auch ­die­ Krankenversicherungsbeiträge ­(gekürzt­ um­ vier Prozent)­ und ­die­ zur­ Pflegeversicherung­ eingerechnet werden,­ erreichen­ die­ meisten ­Beschäftigten ­häufig­ schon­ mit­ diesen­ Beiträgen­ die­ Höchstgrenze.­ Gegen­ diese­ Deckelung­ wurde­ wegen­ Verfassungswidrigkeit­ geklagt.­ Das­ Verfahren ­wurde ­allerdings ­höchstrichterlich ­bestätigt*.­ Damit ­sind ­alle ­Vorläufigkeitsvermerke­ in ­den­ Bescheiden­ ab­ dem­ Jahre­ 2010 ­ungültig. (Stand BAM 1. September 2018)

* Bundesfinanzhof, Urteil vom 09.09.2015 – X R 5/13; Bundesverfassungsgericht – 2 BvR 2445/15

Steuerklärung: Das ganze Jahr Belege sammeln

Private Ausgaben sind für die Steuererklärung größtenteils unerheblich. Ausnahme sind die außergewöhnlichen Belastungen: Einige private Ausgaben, die zwangsläufig und notwendig waren, dürfen in der Steuererklärung angesetzt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um große Summen, wie sie bei Bestattungen ohne gegenzurechnendes Erbe oder bei aufwendigem Zahnersatz fällig werden.

Wesentlich häufiger entstehen nicht unerhebliche Summen durch viele kleine Beträge. Dazu gehören alle  Zuzahlungen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten, Eigenanteile an Arzt-  und  Zahnarztrechnungen, Zuzahlungen zur Physiotherapie und Fahrtkosten zu Ärzten und Therapien.

Da erst am Jahresende feststeht, wie hoch die individuelle sogenannte zumutbare Belastungsgrenze ist, lohnt es sich, entsprechende Nachweise das ganze Jahr über zu sammeln. Apotheken stellen ihren Kunden Jahresbescheinigungen aus und auch Ärzte bestätigen die getätigten Praxisbesuche. (Stand BAM 1. Juli 2018)

Neues zum häuslichen Arbeitszimmer

Bei Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers durch mehrere Personen wurde die bislang objektbezogene durch eine personenbezogene Berücksichtigung der Kosten ersetzt.*Wenn die ermittelten Kosten für ein Arbeitszimmer beispielweise bei 1.500 Euro liegen, wurden diese Kosten bisher unabhängig von der Anzahl der nutzenden Personen ermittelt und bis zum Höchstabzugsbetrag von 1.250 Euro gewährt (objektbezogen).

Nun werden die ermittelten Kosten durch die Anzahl der nutzenden Personen geteilt und pro Person bis zum Höchstabzugsbetrag von 1.250 Euro zugestanden (personenbezogen) – im Beispiel wären das 750 Euro pro Person. Im Falle mehrerer häuslicher Arbeitszimmer pro Haushalt hat der Bundesfinanzhof aber eine mehrfache Gewährung des Höchstbetrags von 1.250 Euro abgelehnt.** (Stand BAM 1. Mai 2018)

*Schreiben vom Bundesfinanzministerium vom 6. Oktober 2017

** Urteil vom 9. Mai 2017 – VIII R 15/15

Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung

Behinderte Menschen können in ihrer Einkommensteuererklärung auf Antrag einen Pauschbetrag als außergewöhnliche Belastung (ohne zumutbare Belastung) geltend machen. Die Höhe hängt vom Grad der Behinderung und unter Umständen von den Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis ab.

Als Schwerbehindert gilt man ab einem Grad der Behinderung von 50. Steuerliche Auswirkungen hat ein Grad ab 25. Zwischen einem Grad von 25 und 50 muss für einen Pauschbetrag mindestens eine der folgenden Voraussetzungen vorliegen: ein gesetzlicher Anspruch auf Rente beziehungsweise laufende Bezüge aufgrund der Behinderung oder eine dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit oder eine typische Berufskrankheit.

Der Pauschbetrag ist immer ein Jahresbetrag, auch wenn die Behinderung nur einen Teil des Jahres bestanden hat. Die den behinderten Kindern zustehenden Vergünstigungen können auf die steuerpflichtigen Eltern übertragen werden. (Stand BAM 1. Januar 2018)

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