Auftanken ist wichtig!

Beruf und Pflege vereinbaren

Der gebrechliche Schwiegervater, die demente Mutter oder die Partnerin, die einen Schlaganfall erlitten hat: Die Pflege von Angehörigen ist eine anstrengende Angelegenheit, die viel Einsatz und Energie erfordert.

Text: Anne-Katrin Wehrmann

Berufstätige, die sich um ihre hilfsbedürftigen Verwandten kümmern, sind damit einer doppelten Belastung ausgesetzt. Wer da nicht gut auf sich aufpasst, kommt schnell an seine Grenzen oder wird schlimmstenfalls sogar selbst krank. Nicht selten sind Rücken- und Muskelerkrankungen, Infekte, Erschöpfungszustände oder Herz-Kreislauf-Beschwerden die Folge.

Auf die eigene Gesundheit achten

Im Beruf und in einer Pflegesituation permanent zu funktionieren – das kann überfordern. Dabei kann Berufstätigkeit eine Ressource sein. Umso wichtiger ist es, regelmäßig aufzutanken und die eigenen Kraftreserven im Blick zu be­halten. Dazu gehört auch eine ehrliche Antwort auf die Frage: „Kann und will ich das alles überhaupt (noch) leisten und welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?“

Folgende Tipps können dabei helfen, Kräfte zu schonen beziehungsweise den leeren Akku wieder aufzuladen:

- Ein Hilfe-Netz aufbauen und Familienmitglieder mit einbeziehen;

- gegebenenfalls professionelle Unterstützung holen;

- die eigene Freizeit und Erholung planen – dazu gehören auch Sport, Entspannung und Hobbys;

- in Kontakt mit der Umwelt bleiben;

- psychologische Hilfe in Anspruch nehmen;

- Austausch in einer Selbsthilfegruppe;

- „Urlaub“ von der Pflege nehmen.

Mit Reha neue Kraft schöpfen

Eine gute Möglichkeit, eine Weile abzuschalten und dem stressigen Alltag zu entfliehen, ist eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme. Was viele nicht wissen: Seit dem Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes im Jahr 2013 haben pflegende Angehörige einen Rechtsanspruch (§§ 23 und 40 SGB V) auf eine solche Reha, die in der Regel drei Wochen dauert und die besonderen Belange der  pflegenden berücksichtigt. Sie lernen dort, auf sich selbst zu achten und erhalten ein speziell auf sie abgestimmtes Therapieprogramm, das zur physischen und psychischen Stabilisierung beiträgt. Unter anderem bekommen sie Werkzeuge an die Hand, um Stresssituationen zu erkennen und zu bewältigen. Darüber hinaus erfahren sie, welche Möglichkeiten zur eigenen Entlastung es gibt. 

Ist die Hauptpflegeperson im Urlaub oder in einer Gesundheitsmaßnahme, so kann in dieser Zeit Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Dabei ist sowohl die Option Betreuung zu Hause oder in einer Kurzzeitpflege möglich. Informationen erhalten Sie bei der Pflegekasse. Einige Reha-Einrichtungen bieten die Option, den pflegebedürftigen Angehörigen mit aufzunehmen.

Weitere Infos AKB003_IconInfo

Das Müttergenesungswerk bietet Beratungsstellen in Bremen und Bremerhaven, die Männern und Frauen bei der Beantragung einer Reha-Maßnahme behilflich sind. 

 

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