Kleidung fair einkaufen

Worauf sollten Sie achten?

Korrekte Klamotten

Gertraud Gauer-Süß ist Expertin für faire Textilien. Sie erklärt, wie besser einkaufen schrittweise funktioniert.

Muss ich unbedingt auf Fairtrade-Siegel achten, wenn ich vernünftiger einkaufen will?

Nein. Jeder kann im Kleinen anfangen. Stellen Sie sich die Frage, ob sie das neue T-Shirt wirklich brauchen und lassen sie unnötige Käufe weg. Außerdem lohnt es sich, im Handel zu fragen, wie und wo ein T-Shirt produziert wurde. So können Verbraucher Veränderungsdruck auf den Handel ausüben.

Macht ein Bio-Siegel schon einen Unterschied?

Ja. Bei der herkömmlichen Baumwollproduktion wird mit sehr vielen Pestiziden gearbeitet. Wer Biobaumwolle kauft, schützt die Gesundheit der Baumwollbauern und ihre Lebensumwelt vor Giften. Bio-Siegel sagen aber nichts über die sozialen Bedingungen in der Weiterverarbeitung aus.

Was halten Sie von eigens kreierten Nachhaltigkeits­labeln großer Bekleidungsketten?

Hier rate ich zur Vorsicht. Sofern Bekleidungsketten wirklich Fairness und Nachhaltigkeit anstreben, frage ich mich, warum sie nicht einfach die Prüfkriterien bestehender Siegel erfüllen.

Es gibt eine Vielfalt von Siegeln. Welche können Sie bei Textilien empfehlen?

Wir raten beispielsweise zum GOTS-Label (­Global ­Organic Textil Standard). Dieses Siegel für ökologische Produktion fordert auch die Einhaltung der ­internationalen Mindest­standards für Arbeit in der Produktion. Die Fairtrade-­Initiative "Transfair" arbeitet außerdem an einem neuen Textilstandard. Diesen Textilstandard zur Ergänzung des klassischen "Fairtrade-Siegels", dürfen Unternehmen an Produkte heften, wenn die gesamte Lieferkette geprüft wurde.

Wo in Bremen finde ich Kleidung mit diesen Labeln?

Es gibt über 30 Geschäfte mit komplett fairer Mode oder einem Segment mit fair und ökologisch hergestellter Kleidung. Sie alle stehen in der Broschüre "Konsum mit Köpfchen – Öko-faire Mode in Bremen". Darin sind ausgewählte Siegel erklärt und alle Adressen zu finden.

Jeder Deutsche kauft im Schnitt zwölf Kilogramm ­Kleidung pro Jahr und wirft elf Kilo weg. Auch die ­Altkleidersammlung hat einen zwielichtigen Ruf. Wie entsorge ich richtig?

Noch tragbare Kleidung gehört in Secondhand-­Läden oder in die Kleiderkammern von Kirchen und Sozialver­bänden. Weniger gut Erhaltenes wird transparent über ­Container von "Entsorgung kommunal" und dem Verein "Fair­Wertung" entsorgt. Unzureichende Kontaktangaben auf Containern und Handzetteln sind ein guter Hinweis auf un­seriöse Altkleiderhändler.

Fragen: Janina Weinhold
Foto: Kay Michalak


Gertraud Gauer-Süß

Die Geschäftsführerin des ­Bremer Informationszentrums für Menschen­rechte und Entwicklung (biz) koordiniert die ­Bremer Arbeitsgruppe der Kampagne für saubere Kleidung und ist Mit­organisatorin der Fairen Woche in Bremen. DAs Netzwerk Kampagne für saubere Kleidung (Clean Clothes Ampaign = CCC) ist ein Zusammenschluss von sozialen und kirchlichen Trägern für weltweite Produktionsstandards in der Bekleidungsindustrie.

 

Unsere Geschäftsstellen

Bremen-Stadt

Bürgerstraße 1
28195 Bremen

Tel. +49.421.36301-0

Beratungszeiten
Bremen-Nord

Lindenstraße 8
28755 Bremen

Tel. +49.421.669500

Beratungszeiten
Bremerhaven

Barkhausenstraße 16
27568 Bremerhaven

Tel. +49.471.922350

Beratungszeiten

Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen

© 2017 Arbeitnehmerkammer Bremen