Ausbildung in der Altenpflege

Faire Bezahlung von Anfang an

Die Gewerkschaft Verdi und die Tarifgemeinschaft Pflege Bremen haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt, der die Bedingungen für Auszubildende in der Bremer Altenpflege weiter verbessert.

Text: Anne-Katrin Wehrmann
Foto: Kay Michalak

Sie beraten, begleiten und betreuen ältere Menschen, helfen ihnen bei der Bewältigung des Alltags und übernehmen auch medizinische Behandlungen: Altenpfleger verrichten jeden Tag aufs Neue verantwortungsvolle Aufgaben und werden vor dem Hintergrund des demografischen Wandels händeringend gesucht. Um die Ausbildung attraktiv zu gestalten und somit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sind gute Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung Grundvoraussetzungen. Bremen und Niedersachsen waren 2015 bundesweit Vorreiter, als es um die Einführung eines Tarifvertrags für Auszubildende in der Altenpflege ging. Nun haben die Tarifgemeinschaft Pflege Bremen, der aktuell 16 örtliche Pflegeeinrichtungen und -dienste angehören, und die Gewerkschaft Verdi sich auf die bereits dritte Auflage des Tarifvertrags geeinigt. Die Ausbildungsbedingungen im Land Bremen für diese Betriebe werden damit weiter geregelt.

Bessere Bezahlung

Zu den Kernpunkten der Neuauflage gehört es, dass die Vergütungen erneut angehoben wurden. So erhalten Schülerinnen und Schüler in der Altenpflege nun im ersten Ausbildungsjahr 1.140,69 Euro, im zweiten Jahr 1.202,07 Euro und im dritten Jahr 1.303,38 Euro – das sind jeweils 100 Euro mehr als zuvor. Darüber hinaus stehen ihnen 30 Tage Urlaub sowie eine monatliche Pauschale in Höhe von 25 Euro für Fahrt- und Lernmittelkosten zu. Zur Prüfungsvorbereitung dürfen sich die Auszubildenden zudem eine weitere Woche freinehmen. „Es ist gut, dass wir hier einen Tarifvertrag haben, der die Ausbildung in der Altenpflege mitgestaltet und der auch in Zukunft weiter fortgeschrieben wird“, betont Carola Bury, Referentin für Gesundheitspolitik bei der Arbeitnehmerkammer. „Nur mit Tarifverträgen gibt es Rechte, die sich auch einfordern lassen.“ Dank der in Bremen mittlerweile etablierten Ausbildungsumlage, in die alle Altenpflegebetriebe entsprechend ihres Umsatzes einzahlen, habe sich die Situation bereits gebessert. Auch viele private Altenpflegedienstleister orientierten sich inzwischen an den tarifvertraglich festgelegten Ausbildungsentgelten, berichtet Bury: „Doch festschreiben kann nur ein Tarifvertrag.“

Die Zukunft der Pflegeausbildung

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kerstin Bringmann würde gerne noch einen Schritt weiter gehen und den für Auszubildende in der Krankenpflege geltenden Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst auch in der Altenpflege zur Anwendung bringen. Dieser würde darüber hinaus auch Jahressonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld beinhalten. „Wir müssen in allen Bereichen der Pflege gleich gute Arbeitsbedingungen anbieten, wenn wir zusätzliche Fachkräfte gewinnen wollen“, macht sie deutlich. Dennoch wertet auch sie den aktuellen Abschluss als Erfolg – und als gelungenes Beispiel dafür, was sich mit gewerkschaftlichem Engagement erreichen lässt. „Das merken auch die Auszubildenden, die gerade vermehrt bei uns eintreten und viel neuen Schwung mitbringen“, meint Bringmann. „Wer sich schon in der Ausbildung für seine Arbeitsbedingungen einsetzt, kann damit seine Berufstätigkeit aktiv gestalten.“

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