Wirtschaft und Beschäftigung

Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen

Wirtschaft und Beschäftigung in Bremen

2016 gab es im Land Bremen zwar so viele Beschäftigte wie noch nie, prozentual ist die Zahl aber im Vergleich zum Jahr davor deutlich weniger gestiegen als im Länderdurchschnitt. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung etwa in der Stahl- und der Windenergiebranche oder in der Industrie und bei den Werften wird deutlich: Licht und Schatten lagen im vergangenen Jahr nah beieinander.

Wie in den Vorjahren war die wirtschaftliche Entwicklung auch 2016 in Deutschland stabil: Die Wirtschaft ist mit 1,9 Prozent stärker als im Vorjahr und stärker als in der übrigen Eurozone gewachsen. "Damit ist die Wirtschaft auf den ersten Blick auf einem guten Weg", so Jörg Muscheid, Referent für Wirtschaftspolitik bei der Arbeitnehmerkammer. "Allerdings bergen internationale Entwicklungen für die nächsten Jahre erhebliche Risiken: die Unsicherheit über die amerikanische Wirtschafts- und Handelspolitik, der zunehmende Protektionismus in der Welt, der Höhenflug des Dollars und nicht zuletzt die nach wie vor ungelösten Probleme in der Eurozone, verstärkt durch den Brexit. Bremen als stark exportorientiertes Bundesland ist hier besonders betroffen."

Bei der Arbeitsplatzentwicklung hat sich Bremen deutlich von Westdeutschland abgekoppelt. Die Zahl der Arbeitsplätze ist zwar seit 1990 um 6,6 Prozent gestiegen. "Das ist auf den ersten Blick beachtlich", so Muscheid, "doch im Vergleich zu den alten Bundesländern nicht viel: Dort sind im selben Zeitraum 17,7 Prozent mehr Arbeitsplätze entstanden".

Stadt Bremen

Für die positive Entwicklung im Land Bremen war 2016 im Wesentlichen die Zunahme der Beschäftigung in der Stadt Bremen verantwortlich: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg hier um 2,7 Prozent. Das ist deutlich mehr als der Arbeitsplatzzuwachs im Jahr davor.

Während in Bremerhaven weiter Arbeitsplätze in der Industrie abgebaut wurden, konnte die Stadt Bremen hier ein Plus von 5,3 Prozent erzielen. Im Bereich Energie- und Wasserversorgung, Energiewirtschaft (2014: -7,2 Prozent) zeigte sich ein leichtes Wachstum. Im Baugewerbe war die Entwicklung wie im Vorjahr deutlich positiv mit einem Plus von 2,2 Prozent. Im produzierenden Gewerbe der Stadt Bremen gab es insgesamt 62.745 Arbeitsplätze. Die übrigen neuen Arbeitsplätze entstanden vor allem im Dienstleistungssektor. "Hier ist allerdings leider der große Gewinner die Leiharbeit", so Muscheid, "mit einem Plus von 806 Arbeitsplätzen in 2016". In rund 49 Prozent aller Bremer Betriebe sind Leiharbeitnehmer im Einsatz.

Die Zahl der geringfügig entlohnten Arbeitsplätze entwickelte sich ähnlich wie im Vorjahr. Nach dem leichten Rückgang 2015 um 266 Arbeitsplätze gab es 2016 einen deutlich stärkeren Rückgang um 1.426 Arbeitsplätze. Dieser Trend zeigt sich auch bundesweit und ist im Wesentlichen auf die Einführung des bundesweiten Mindestlohns Anfang 2015 zurückzuführen. In vielen Fällen wurden Minijobs in sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsplätze umgewandelt.

Stadt Bremen Entwicklung 2015 – 2016

 

Stadt Bremerhaven Entwicklung 2015 – 2016

 

Stadt Bremen Entwicklung 2015 – 2016

 

Stadt Bremerhaven Entwicklung 2015 – 2016

 

Stadt Bremerhaven

Wie schon in den vergangenen Jahren ist zwischen 2015 und 2016 die Beschäftigung in Bremerhaven gestiegen, allerdings auf niedrigem Niveau. Während in den ersten Jahren des Strukturwandels vor allem in der Offshore-Windenergiebranche und im Hafen zusätzliche Arbeitsplätze entstanden sind, haben sich die Rahmenbedingungen für die maritimen Wirtschaftsbereiche inzwischen verschlechtert. Im vergangenen Jahr sind die meisten zusätzlichen Stellen im Tiefbau, im Sozialwesen und in der Gastronomie entstanden. "Da die Arbeitslosigkeit in Bremerhaven weiterhin hoch und der Strukturwandel kein Selbstläufer ist, besteht hier weiter ein erhöhter Investitionsbedarf, dem das Land Bremen nachkommen sollte", sagt Marion Salot, Referentin für regionale Strukturpolitik. Grundsätzlich sollte aber bei den zweifellos notwendigen Investitionen nicht nur auf die klassischen maritimen Branchen gesetzt werden, sondern zum Beispiel auch auf den expandierenden Wissenschaftssektor und die Hochschule.

47,4 Prozent aller Beschäftigten in der Seestadt pendeln zum Arbeiten in die Stadt, das heißt, sie wohnen außerhalb Bremerhavens. Dieser Anteil ist 2016 sogar gestiegen. Das sei ein deutliches Zeichen dafür, dass in puncto Lebensqualität in Bremerhaven Nachholbedarf bestehe, so Salot. Die Themen Familienfreundlichkeit und Bildung sollten dabei im Mittelpunkt stehen.

Obwohl es mehr Arbeitsplätze gibt und die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist, ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bremerhaven angestiegen und weiterhin hoch. "Hier sollte die Politik über die langfristige Etablierung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors nachdenken", so Salot.

Quelle: Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder"; eigene Darstellung

Stand: März 2017

 

Quelle: Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder"; eigene Darstellung

Stand: Januar 2017

 

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