Neu in 2019

Was ändert sich im neuen Jahr für Beschäftigte und Verbraucher? Ein Überblick.

27.12.2018

Brückenteilzeit

Beschäftigte können ab 1. Januar 2019 einen Antrag auf befristete Teilzeit bei ihrem Arbeitgeber stellen, das heißt, sie können ihre Arbeitszeit für eine bestimmte Dauer reduzieren und danach wieder zu ihrer alten Vollzeitarbeit zurückkehren.

Voraussetzung dafür ist, dass Arbeitnehmer mindestens ein halbes Jahr im Unternehmen sind und der Betrieb mehr als 45 Beschäftigte hat. Für Betriebe unter 200 Mitarbeitern wird das Gesetz eingeschränkt gelten: Pro 15 Beschäftigte ist nur ein Antrag möglich.

Die Teilzeitphase muss mindestens ein Jahr und darf maximal fünf Jahre betragen.

Das dritte Geschlecht

Intersexuelle Menschen haben kein biologisch eindeutiges Geschlecht. 2019 soll es für Intersexuelle möglich sein, sich als „inter“ oder „divers“ im Personenstandsregister führen zu lassen. Das würde nicht für sogenannte Transgender und Transsexuelle gelten. Geplant ist nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung unter anderem eine Anpassung bezüglich Kleidervorschriften, Minderheitenquoten und der Formulierung in Stellenanzeigen.

Mindestlohn

Damit Vollzeitbeschäftigte von ihrem Verdienst auch leben können, gilt in Deutschland branchenübergreifend ein gesetzlicher Mindestlohn. Im Mindestlohngesetz ist vorgesehen, dass dieser alle zwei Jahre angepasst wird. Ab 1. Januar 2019 liegt der Mindestlohn bei 9,19 Euro (vorher: 8,84 Euro). 2020 steigt er auf 9,35 Euro.

Arbeitslosenversicherung

Der Beitragssatz wird voraussichtlich ab 1. Januar 2019 dauerhaft von 3 auf 2,6 Prozent sinken und um weitere 0,1 Prozentpunkte befristet bis zum Jahr 2022.

Pflegeversicherung

In der Pflegeversicherung steigen die Beiträge zum 1. Januar 2019 voraussichtlich um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens.

Krankenversicherung

Seit 1. Januar 2019 gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung wieder die vollständige paritätische Finanzierung. Das heißt, der Zusatzbeitrag, der bisher nur von den Versicherten getragen wurde, wird zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezahlt.

Wohnen

  • Viele Energieausweise laufen ab Gebäude, die vor 1966 gebaut wurden, brauchen seit 2008 einen Energieausweis, wenn sie verkauft, vermietet oder verpachtet werden. Wurden sie nach 1966 gebaut, gilt die Pflicht seit 2009. Nach zehn Jahren sind Energieausweise nicht mehr gültig. Der Energieausweis muss den Interessenten bereits bei der ersten Besichtigung vorgelegt werden, auch müssen Angaben aus dem Energieausweis in einer Immobilienanzeige enthalten sein. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.
  • Geplante Änderungen im Mietrecht: Das Mietrechtsanpassungsgesetz sieht unter anderem vor, dass in Gebieten, in denen es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, Modernisierungskosten nur noch in Höhe von acht Prozent (bisher elf Prozent) auf die Mieter umgelegt werden können. Außerdem sollen Vermieter verpflichtet werden, in bestimmten Fällen unaufgefordert Auskunft über die Vormiete und andere Umstände zu erteilen. Die Änderungen sollen spätestens ab 1. Januar 2019 gelten.
  • Baukindergeld: Zur Förderung von Wohneigentum für Familien kann seit September 2018 und rückwirkend bis zum 1.1.2018 das Baukindergeld bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)beantragt werden. Es ersetzt die Ende 2005 eingestellte Eigenheimzulage. Das Baukindergeld ist nicht Bestandteil der Steuererklärungen ab 2019. Es ist nur durch den im Vorfeld gestellten Antrag bei der KfW erhältlich.

Steuerrecht

  • Grundfreibetrag: Ein zu versteuerndes Einkommen bleibt 2019 bis zu einem Grundfreibetrag von 9.168 Euro steuerfrei – das sind 168 Euro mehr als 2018.
  • Kindergeld und Kinderfreibetrag: Das Kindergeld steigt um zehn Euro monatlich auf jeweils 204 Euro für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das dritte Kind und 235 Euro ab dem vierten Kind. Der Kinderfreibetrag erhöht sich auf 7.620 Euro je Kind.
  • Abgabefristen für die Steuererklärung: Ab der Steuerklärung 2018 verlängern sich die Abgabefristen in 2019 um zwei Monate: für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung selbst erledigen, vom 31. Mai auf den 31. Juli 2019. Wer sich steuerlich beraten lässt, hat bis zum 29. Februar 2020 Zeit (statt bis zum 31. Dezember 2019). Achtung: Da es sich um starre Fristen handelt, führt ein Überschreiten automatisch zu Verspätungszuschlägen ab 25 Euro pro Monat.

Das neue Rentenpaket

  • Rentenversicherung und Rentenniveau: Eckpfeiler des Gesetzes ist die sogenannte doppelte Haltelinie. Danach soll das Rentenniveau bis 2025 mindestens auf dem heutigen Stand von 48 Prozent bleiben – die Renten steigen also bis dahin grundsätzlich wieder wie die Löhne. Der Beitragssatz darf die 20 Prozent-Marke bis 2025 nicht überschreiten.
  • Erwerbsminderungsrente: Wer aus gesundheitlichen Gründen in Frührente gehen muss, dessen Rente wird (in der Regel allerdings mit Abschlägen) nun so berechnet, als wenn er bis zur aktuellen Regelaltersgrenze gearbeitet hätte.
  • „Mütterrente“: Künftig erhalten Eltern mit Kindern, die vor 1992 geboren sind, für deren Erziehung einen zusätzlichenhalben Entgeltpunkt in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies entspricht aktuell einer Rentenerhöhung um etwa 16 Euro pro Monat.

Geringverdiener

Midijobber dürfen zukünftig zwischen 450 Euro und 1.300 Euro (bisher 850 Euro) verdienen und zahlen dabei weiterhin reduzierte Sozialversicherungsbeiträge. Sie erwerben nun allerdings die gleichen Rentenansprüche, als hätten sie den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenversicherung einbezahlt. Das Gesetz wird überwiegend zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.

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