Wissensintensive Dienstleistungen

Wissensarbeiter als Wachstumsmotor

Die sogenannten wissensintensiven Dienstleistungen gelten als Wachstumsmotor für den Arbeitsmarkt – das gilt zwar auch für Bremen, aber hier ist der Motor noch deutlich gedrosselt. Was muss also passieren, damit Bremen den Anschluss nicht verliert? Ein Gespräch mit Tobias Peters, Referent für Wirtschaftspolitik bei der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Text: Nathalie Sander
Foto: Stefan Schmidbauer

Wachstumsmotor klingt erst mal gut – aber was heißt das genau für Bremen?

In den zurückliegenden knapp zehn Jahren sind allein in Bremen und Bremerhaven 12.000 Jobs in den wissensintensiven Dienstleistungen entstanden – das ist eine Menge. Damit arbeitet bei uns mittlerweile jeder fünfte Beschäftigte in diesem Bereich, das sind 66.000 Menschen. Das heißt, hier sind zukunftsfähige Arbeitsplätze entstanden. Zukunftsfähig deshalb, weil zum Beispiel IT- oder Ingenieurdienstleistungen, Forschung und Entwicklung und auch andere Beratungsdienstleistungen dafür bekannt sind, Innovationen und damit den Strukturwandel voranzutreiben. Das gilt es zu fördern.

Aber es läuft doch, warum dann den Bereich noch fördern?

Weil er deutlich mehr Potenzial hat. Das sehen wir, wenn wir uns andere Städte anschauen. Als Beispiel: In der Stadt Bremen arbeiten 21 Prozent der Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen, in Köln sind es dagegen 34 Prozent, in München sogar 38 Prozent. Das Problem: Bislang ist unsere Wirtschaftsförderung stark industriell ausgerichtet. Wir haben den Masterplan Industrie, der Branchen wie die maritime Wirtschaft, die Raumfahrt oder die Windenergie unterstützt. Das soll es auch weiterhin geben – keine Frage. Nur bietet eben auch der Dienstleistungsbereich viele Chancen. Ein Masterplan Dienstleistungen wäre also unbedingt nötig.

Wie kann eine bessere Förderung denn aussehen?

Letztlich geht es darum, dass neue Unternehmen entstehen oder sich hier ansiedeln und die dann auch in Bremen bleiben. Das ist eine zusätzliche Herausforderung, teils sind die Dienstleister nicht unbedingt standortgebunden. Im Vergleich zu anderen Städten gibt es hier auch sehr wenige Unternehmensgründungen, gerade im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen. Es wäre deshalb wichtig, Bremen und Bremerhaven vor allem für potenzielle Gründerinnen und Gründer wieder interessanter zu machen.

Nun gibt es das neue „Start-Haus“ für Gründer – eine gute Idee?

Ja, es ist sicherlich eine gute Idee, Gründungsaktivitäten stärker zu bündeln – das allein wird aber nicht reichen. Bremen muss es stärker gelingen, innovative Ideen aus der Forschung in Beschäftigung umzuwandeln. Und Bremen muss attraktiv genug sein, damit hoch qualifizierte Arbeitnehmer auch gern für einen Job nach Bremen wechseln oder nach dem Studium hier bleiben. Das heißt, wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, gesicherte Kinderbetreuung, ein gutes Freizeit- und Kulturangebot und natürlich gute Bildungseinrichtungen.

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