Rechtsirrtum

"Trinkgeld dürfen Beschäftigte immer behalten“

Das stimmt grundsätzlich.

Vor allem in der Gastronomie kommt es vor, dass das Trinkgeld der Kellner gesammelt wird, um es später an alle Angestellten zu verteilen, damit zum Beispiel auch Köche eine Chance auf Trinkgeld haben.

Trinkgeld ist aber ein Geschenk des Gastes und gehört deshalb demjenigen, der es erhalten hat: Der Gast erkennt so die Leistung des Kellners an. Der Arbeitgeber kann also nicht einseitig bestimmen, dass der Mitarbeiter Trinkgeld in eine Gemeinschaftskasse einzahlt und anschließend mit den Kollegen teilt.

Auch in anderen Fällen darf der Betrieb Trinkgeld nicht einbehalten als wäre es eine Betriebseinnahme. Das wäre prinzipiell nur möglich, wenn der Mitarbeiter ausdrücklich im Rahmen seines Arbeitsvertrags zugestimmt hat. Aber selbst dann muss zumindest ein angemessener Teil wieder an den Arbeitnehmer zurückgeführt werden, sonst könnte die Vereinbarung unzulässig sein. In jedem Fall müsste der Arbeitgeber derart einbehaltenes Trinkgeld versteuern.

Laut Einkommenssteuergesetz muss der Arbeitnehmer dagegen auf ein Trinkgeld grundsätzlich keine Steuern zahlen. Ausnahmen können sich aus Arbeitsverträgen ergeben.

Achtung: In keinem Fall darf der Arbeitgeber das Trinkgeld als Unkostenbeteiligung einbehalten, um einen Schaden etwa durch zerbrochene Gläser zu ersetzen. So etwas kann allenfalls vertretbar sein, wenn der Arbeitnehmer den Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht hat.

Text: Hanna Mollenhauer
Juristische Beratung: Dörte Haßkamp

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