Fragen und Antworten

Kinder und Steuern

Steuervorteile für Familien und Alleinerziehende

Nicht alle Kosten für den Nachwuchs müssen Eltern selber tragen. Was Sie sich über die Steuererklärung zurückholen können.

Text: Hanna Mollenhauer
Steuerrechtliche Beratung: Melanie Gutsche
Foto: Kay Michalak

Werden für das Elterngeld Steuern fällig?

Elterngeld und Mutterschaftsgeld sind steuerfrei, unterliegen aber der Progression. Prozentual müssen Sie also mehr Steuern zahlen.

Sind Kinderbetreuungskosten Sonderausgaben?

Ja. Bis zum 14. Lebensjahr sind Betreuungskosten etwa in Kita, Hort, Krippe, bei Tagesmüttern und in Ganztagespflegestellen steuerlich absetzbar. Das sind bis zu zwei Drittel der Kosten, maximal bis zu 4.000 Euro pro Kind. Kosten für Mittagessen sind nicht absetzbar, ebenso nicht die für Nachhilfe – es sei denn, das Kind hat eine ärztlich bescheinigte Legasthenie oder Dyskalkulie. Wenn die Großeltern oder ein Babysitter gegen Geld auf Ihr Kind aufpassen, können Sie diese Kosten von der Steuer absetzen. Wichtig ist, dass die Person nicht mit im Haushalt wohnt und das Geld als Einnahme in ihrer Steuererklärung erfasst (das wird ein­facher, wenn Sie demjenigen Quittungen ausstellen oder das Geld überweisen).

Wenn die Großeltern oder andere Personen Kinder von der Betreuung abholen, können Sie demjenigen 30 Cent pro Kilometer (Hin- und Rückweg) erstatten und diese als Betreuungskosten absetzen – vorausgesetzt, Sie haben mit demjenigen einen Vertrag geschlossen. Das Schulgeld (ohne Mittagessen) für  eine Privatschule ist mit 30 Prozent absetzbar.

Können Kosten für künstliche  Befruchtung von der Steuer abgesetzt werden?

Die Kosten für künstliche Befruchtungen können Sie als verheiratetes Paar als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Für Unverheiratete in einer festen Partnerschaft gilt das nur für In-vitro-Fertilisationen.

Werden Kinder in Ausbildung steuerlich berücksichtigt?

Wenn Kinder unter 25 Jahren in Berufsausbildung ein so geringes Gehalt beziehen, dass keine Steuern gezahlt werden, können Eltern die vom Kind gezahlte Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben absetzen. Wenn Kinder über 18 Jahre in Ausbildung sind und nicht mehr zu Hause wohnen, gibt es einen zusätzlichen Freibetrag für die Eltern. Wenn ein Kind in Ausbildung über 25 Jahre alt ist und bei freier Kost und Logis zu Hause wohnt, können Eltern den Grundfreibetrag als Unterhalt ab­setzen. Das gilt auch für von den Eltern geleistete Unterhaltszahlungen bis zum Grundfreibetrag, wenn das Kind nicht mehr zu Hause wohnt. Das Einkommen des Kindes wird allerdings immer vom steuerlichen Maximalbetrag abgezogen.

Gibt es einen Kinderzuschlag für Geringverdiener?

Ja. Eltern mit sehr geringem Einkommen haben die Möglichkeit, bei der Familienkasse einen Kinderzuschlag von 170 Euro im Monat zu beantragen. Liegt das monatliche Bruttoein­kommen zum Beispiel bei einer Familie mit zwei Kindern zwischen 900 Euro und 1.400 Euro, lohnt es sich zu prüfen, ob ein Anspruch besteht.

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