Fit für den Beruf

Die Krankenschwester Stephanie Bartsch-Korneffel

Der Aha-Effekt

Stephanie Bartsch-Korneffel ist ausgebildete Kranken­schwester. 2015 schloss sie die berufs­begleitende Weiter­­­bildung zur staatlich anerkannten Fachkraft für Leitungs­aufgaben in der Pflege an der Wirtschafts- und Sozial­akademie (wisoak) in Bremerhaven ab. Jetzt leitet sie ihre Station. In Bremen beginnt das nächste Seminar im Oktober.

Die Fähigkeiten des Teams im Blick haben, rechtliche Rahmen­bedingungen kennen, die Einrichtung wirtschaftlich führen – all dies sind Aufgaben, die Leitungskräfte in der Pflege bewältigen müssen. Stephanie Bartsch-­Korneffel startete ihre Karriere vor 24 Jahren als Krankenschwester auf der Diabetes-Station im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide. Heute leitet sie die Station, hat alle Aufgaben, Abläufe und Patienten im Blick und fragt sich täglich, wie sie die Arbeit ihres Teams und die Leistung der Station verbessern kann. "Die Frage, wie Menschen lernen, hat mich schon immer fasziniert. Während der Weiterbildung habe ich eine Facharbeit über stärkenorientiertes Führen geschrieben und konnte meine Mitarbeiterentwicklungsgespräche sofort neu gestalten", sagt sie über ihren persönlichen Aha-Effekt. ­Typische Leitungsaufgaben kannte sie bereits aus ihrer Tätigkeit als stellvertretende Stationsleitung. Als sie jedoch in einem vereinbarten Probejahr die Leitung übernahm, fühlte sie sich teilweise unsicher. "Besonders in den Mitarbeiterentwicklungsgesprächen schwamm ich ge­legent­lich und fragte mich, wie ich mich und meine Kollegen voranbringen kann. Als Stellvertreterin konnte ich die Verantwortung bei Konflikten oder Perspektivgesprächen zuvor abgeben", erinnert sie sich.

Deshalb entschied sie sich für die berufsbegleitende Weiterbildung und besuchte ­einmal wöchentlich die Kurse an der Wirtschafts- und Sozial­akademie in Bremerhaven. Inhaltlich lernte sie hier alle pflegewissenschaftlichen, pädagogischen, recht­lichen und betriebswirtschaftlichen Hintergründe für ihre Führungsrolle.

Die Weiterbildung richtet sich an Altenpflegerinnen und -pfleger, Krankenpfleger und -schwestern sowie Kinder­krankenschwestern und -pfleger mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung und ist modular aufgebaut. Je nach Anzahl der absolvierten Module, qualifiziert diese gleich doppelt als staatlich anerkannte Praxisanleiterin sowie Leitungskraft in Pflegeeinrichtungen.

Stephanie Bartsch-Korneffel hat alle Module abgeschlossen und ihre Kompetenzen in der Personalentwicklung und im Qualitätsmanagement erweitert. "Viele Stationsprozesse konnte ich zuvor nicht im Zusammenhang beurteilen. Jetzt weiß ich, dass gezielte Personalentwicklung den betriebswirtschaftlichen Erfolg meiner Station stärkt", sagt sie.

Die an beiden wisoak-Standorten ausgebildeten Leitungskräfte sind sehr gefragt. "Von den gut 110 Teilnehmern aus den vergangenen sieben Jahren sind 90 Prozent direkt in eine Leitungsposition aufgestiegen", bestätigt wisoak-­Bildungsmanagerin Birgit Spindler. "Viele Pflegeeinrichtungen treten gezielt an uns heran, um die Qualifizierung ihrer Leitungskräfte für die Nachfolge im Haus zu klären. Zudem müssen Pflegeeinrichtungen stetig auf neue Anforderungen im Qualitätsmanagement und auf neue recht­liche Rahmenbedingungen reagieren. Daher übernehmen die Einrichtungen häufig ganz oder anteilig die Kosten. Alle weiteren Finanzierungs- und Organisationsfragen klären wir im persönlichen Gespräch", sagt Spindler weiter. Die berufsbegleitende Weiterbildung ist fordernd. Stephanie Bartsch-­Korneffel musste zusätzliche Energie in die schriftlichen und mündlichen Prüfungen und ihre Abschluss-Facharbeit stecken. "Dafür kamen mein Hund und der Hundesport kürzer. Aber ich würde mich wieder für die Weiterbildung an der wisoak entscheiden, weil ich alle Kursinhalte sofort gemeinsam mit meinem Team einüben konnte. Das gibt mir täglich Sicherheit und Zufriedenheit", sagt sie.

Text: Janina Weinhold
Foto: Kay Michalak

Staatlich anerkannte Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege (FLP) AKB003_IconInfo

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